Freitag, 12. August 2022

12v12... (im August)

Caro sammelt zwölf Bilder vom 12.


Gleich morgens GROSSE Freude! Unser verloren gegangener Koffer wurde endlich nachgeliefert. Heil und vollständig. Eine Erleichterung.

Ich räume schon die ganze Woche im Keller. Heute soll der Vorratsraum fertig werden. Immer dabei: Altpapier.

Ich habe mich bis zu den weihnachtlichen Keksdosen vorgearbeitet.

Und irgendwann dann - fertig. Alle Regale sortiert und ausgemistet. Aller Müll draussen. Alles auffindbar mit einem Griff.

Mit M. zusammen den Koffer ausgeräumt.

Den Hänger mit Müll und Bauschutt beladen. Da ging der Arme in die Knie. Also erstmal Luft aufpumpen.

Ordentliche Ladungssicherung. Und dann kann es losgehen zur Deponie.

Hänger leer, wir sind zum Glück nur wenig ärmer, dafür aber umso durchgeschwitzer. Fast alles los geworden, nur die Mikrowelle wird an einem anderen Standort angenommen.

Viel später: Essen mit L. bei einem Italiener, wo wir vorher noch nie waren. Gutes Essen.

Kurzer Packstation / Einkaufsladenstopp nach dem Essen. Ich wollte ja nur mal gucken!!!! Ganz viele sehr günstige Pflanzen, weil abgeblüht. Mehrjährige Pflanzen. Habe jetzt: ein Lavendel, zwei minikleine Rhododrendron, zwei große Rhododrendron, eine Kletterrose und eine weitere Feige.

Kleines Problem: das Auto war aus anderen Gründen schon sehr sehr vollgeladen. Daher alle Tetris-Fähigkeiten aktiviert, um die Pflanzen sicher und gut verstaut zu transportieren.

Gute Nacht!





Freitag, 5. August 2022

WmdedgT... (im August)

 Frau Brüllen sammelt Tagebucheinträge.


Es ist Freitag. M. arbeitet. Die Kinder gammeln. Oder versuchen es zumindest. Denn: wir fahren heute die Kinder nach Holland, d.h. es muss gepackt werden. Und da können die Kinder gerne auch ihre sieben Zwetschgen selbst packen.

Die kleine übers-Wochenende-Tasche für M. und mich ist ja schnell zusammen geräumt. Die Kinder suchen Bücher und Spielzeug und packen ihren kleinen Unterwegskoffer. Ich helfe gerne bei den Klamotten. Denn wir sind durch den nach wie vor fehlenden Koffer (der Stand heute noch nicht mal gefunden wurde, sehr unschön!) etwas gehandicapped. Die meisten Klamotten der Kinder sind dort drin und so furchtbar viel haben sie nicht. Wir haben akuten Mangel an Badehosen und kurzen Hosen. Tshirts gehen gerade so, sind aber auch knapp. Naja. Hilft alles nix. Oma hat zum Glück je eine Bade- und kurze Hose noch fix gekauft.

Gegen Mittag schmieren wir belegte Brötchen und packen den Korb mit den Lebensmitteln. Ich lege auch die wunderbare gelbe Zucchini rein. Wer hätte nicht eine leckere, große Zucchini? Und überhaupt. Es gibt ja soooo viele Zucchini. Ich habe ja mit voller Absicht dieses Jahr nur eine Zucchini je Garten vorgezogen. Die auch super kommen und sehr ertragreich sind. Wenn man die hochbindet soll der Ertrag ja sogar noch gesteigert werden, aber wer bitte möchte an einer Zucchinipflanze NOCH mehr Ertrag?

Nun ja, mein Plan hatte offensichtlich eh Lücken. Zum Beispiel den, dass die Leihoma eine ganze Samenpackung auf ihrem Kompost gesät hat und wir nun alle über Monate hinweg Zucchini essen müssen. Und alle so: yeah!

M. kommt von der Arbeit nach Hause, wirft letzte Sachen in die Tasche, das Auto ist schon beladen. Wir fahren los, es fängt an zu regnen. Innerhalb von Minuten kommt ein gewaltiger, schneller Wolkenbruch runter. Es gibt kaum mehr Sicht, ich fahre sehr sehr langsam die Bundesstraße lang. Instantanes Aquaplaning, riesige Gischtwellen links und rechts der Autos, die über zentimetertiefe Pfützen fahren. In der Stadt laufen die Gullis über und fluten Radweg und Straße. Ganz toll.

Als wir beim neuen Arbeitsplatz von L. ankommen, hört es zum Glück auf. Wir machen gemeinsam Mittagspause im Auto, testen noch den neuen AUX-Eingang, mit dem man per Handy jetzt Musik hören kann. Klappt. Super.

Tankstopp. Dann auf die Autobahn. Zum Glück klart es wieder auf. Ungern wären wir in krassem Regen gefahren. Wir hören alte Forschergeist-Podcastfolgen (Meeres- und Tiefseeforschung, Fischerei) und kommen ganz gut durch. Üblicher zweiter Tank- und Klostopp, heute inklusive überteuertem Eis am Stiel. Durch Dortmund. Über die Grenze. Sofort angenehmeres Fahren dank Tempolimit. Kein Stau. Juhu.

Trotzdem sind fünf Stunden Autofahren anstrengend, wir kommen gegen 20:00 an und sind hungrig. Oma hat zum Glück sehr leckere Wraps vorbereitet, die wir direkt füllen und essen. Klönen, Kinder ins Bett. Erwachsene ins Bett. Vielleicht gehen wir morgen zum Strand, das wäre schön!

Dienstag, 2. August 2022

Back to home... (Tag 36)

 Wir stehen rechtzeitig auf, duschen, Zähneputzen, Rest zusammenpacken. Dann rollern wir alle Koffer per Lift eine Etage nach unten und besetzen eine Bank vorm Hotel. Während ich uns alle Auschecke, machen die anderen unser packed breakfast. Der Minimann sitzt müde draußen und bewacht das Gepäck.

Dann rollkoffern wir voll beladen über Parkplatz, Tankstelle, ein Stück E10 (zum Glück wenig befahren) rüber zum Flughafen. Es ist genug Zeit, um dort zu frühstücken und die Rest der Croissants und Brötchen danach noch in den allerletzten Rucksackecken zu verstauen. Es gab leider keine Getränke zum Mitnehmen, ich brauche Kaffee!!!!

Wir checken unsere Koffer am Automaten ein. Das klappt zum Glück problemlos. Auch die Selbstabgabe-Koffer-Station funktioniert bei allem, außer einem Koffer. Die Radkoffer müssen eh zum Großgepäck. L. rollert mit seinem Koffer zum Serviceschalter, wo eine sehr grummelige Frau keinen Bock auf ihre Arbeit hat. Verstehe ich ja. Es ist zwar noch recht leer am kleinen Flughafen, aber mehr als eine handvoll Mitarbeiter sind nirgends zu sehen. Das ist zu wenig für die vorhandenen Reisenden, die am Ende ja doch alle Arten von Problemen haben, die ein automatischer Eincheck-PC nicht lösen kann. Gäbe es doch nur irgendwas, was wir Menschen als Gegenleistung für ihre Arbeitskraft geben könnten - vielleicht wäre dann alles besser.

L. wird nach einigem Hin und Her seinen Koffer los, die Radkoffer sind auch sehr schnell abgegeben. Das klappt prima. Wir gehen durch die Sicherheitskontrolle. Das klappt weniger. Der Große piept. Alle Rucksäcke piepen. M. muss seinen Rucksack auspacken, der Große, dann auch der Minimann. Ich habe tatsächlich eine Creme in einer Tüte komplett vergessen, die im Handgepäck lag. Also Koffer auf. Nervig. Natürlich ist nichts seltsames oder gar verbotenes in den Rucksäcken und natürlich gibt es am Großen auch nichts am Körper zu finden.

An Absurdität sind diese Kontrollen eh wenig zu überbieten. Meine Wärmecreme könnte eine gemeingefährliche Waffe sein, aber ob ich wirklich ich bin, checkt keiner. Keine Passkontrolle. Nirgends. Auf dem Hinflug auch schon nicht. Ich freue mich ja über sehr über das Schengenabkommen, aber so ein Mindeststandard echter Sicherheit als fake "Sie haben ihre Zahnpasta nicht in eine durchsichtige Ziptüte gesteckt" wäre mir doch lieber am Airport.

Irgendwann sind wir durch. Ich brauche Kaffee. Mein Kopf hämmert. Na toll. Es ist überall voll, überall lange Schlangen. Hrmpf. Wir spielen Pokemon und warten auf's Boarding. Am Monitor steht "please wait". Wir warten. Der Monitor wechselt auf "Boarding", es ist deutlich zu sehen, dass alle Ankommenden das Flugzeug verlassen haben. Alle Abfliegenden beginnen ihr Handgepäck zusammen zu sammeln. M. denkt, dies wäre nun der beste Zeitpunkt um aufs Klo zu gehen.

Boarding, sitzen. Start, ereignisloser Flug mit toller Aussicht. Tschüss du wunderbare arktische Landschaft. Landung in Oslo.

Fünf Stunden Aufenthalt. Zuerst holen wir Kaffee, aber mein NAcken meldet schon Migräneanzeichen. Tolle Wurst. Heute. Wir suchen uns einen abgelegenen Platz, holen mehr Kaffee, füllen Wasser auf, kaufen Brause und Cola. Essen unsere Vorräte, gucken Lilo & Stitch, beobachten Leute (wer zu Hölle findet, dass ein Jumpsuit ein gutes Reiseoutfit ist???). Ich nehme Triptan. Es schlägt nicht so richtig an. Mist. Alles Triptan ist aufgebraucht.

Ich dämmere in Migränekopfschmerz so vor mich hin. Irgendwann wird unser Gate angezeigt. Wir gehen hin, kaufen noch zwei Zimtschnecken. Das Gate wird gewechselt. Natürlich liegt das neue Gate am anderen Ende des Flughafens. Ist echt nicht so, als könnte man hier nicht gut Schritte machen.

Wir warten nur noch kurz am richtigen Gate. Boarding. Wir sitzen alle. Wir warten darauf, dass wir beladen werden können. Wegen Personalmangels dauert das alles. Gäbe es doch nur irgendwas, was wir Menschen als Gegenleistung für ihre Arbeitskraft geben könnten - vielleicht wäre dann alles besser.  Das Flugzeug fährt los und fährt und fährt um einen Kreisel und bleibt dann wieder stehen. Technische Probleme, aber keine Bange, denn "der Techniker ist schon informiert".

Okay. Wir warten. Der Techniker kommt. Dinge passieren. Nächste Durchsage kommt. Das Problem wurde gefunden und behoben. Jetzt warten wir auf das Papierkram. Also warten wir.

Mit etwa einer Stunde Verspätung starten wir. Damit ist klar, dass M., Freund E. und die Kinder ihre jeweiligen Züge nicht mehr schaffen können. Wir brauchen Plan B. Hotel in Berlin oder kurzfristig einen Mietwagen buchen und nach Hause fahren. Erstmal landen.

Wir landen und statt an einem normalen Gate anzukommen, gehen wir durch eine Tür hinter der sehr grantig aussehende Polizisten stehen. Dann geht es durch ein nicht-gestrichenes Treppenhaus (!!!) zwei Etagen nach oben, ein paar Gänge lang weiter, dann wieder nach unten. Wir erreichen die Gepäckbänder und warten auf das Gepäck. Alle haben Hunger. Wir verteilen die allerletzten Reste Essen. Ein Koffer fehlt. Seufz. Der "Lost Baggage Schalter" ist natürlich nicht besetzt. Wir sollen zum Terminal 1. Wir sind an Terminal 2.

Wir rollkoffern los. Freund E. kann online keinen Mietwagen buchen. Wir sammeln uns im Terminal 1. M. geht den "Lost Baggage Schalter" suchen, Freund E. zum Autovermietungsschalter. Ich warte mit den Kindern. Die Gepäckstelle erweist sich als Wand mit Beschriftung und einigen Klingeln, daneben eine verschlossene Tür. Andere Leute haben schon geklingelt, aber vorerst passiert nichts. M. wartet dort, es wird immer wieder geklingelt. Irgendwann öffnet ein Flughafenmitarbeiter und schleust die (teilweise rumbrüllenden Reisenden) durch den Mitarbeiterbereich (WTF???) auf die andere Terminalseite, wo der Gepäckschalter ist. Dort werden Formulare verteilt und alles dauert lange. Irgendwann werden QR-Codes verteilt, damit man seinen Baggageclaim online machen kann. M. nimmt einen QR-Code-Zettel und wird von einem Mitarbeiter über verschlungene Wege zurück auf unsere Terminalseite geführt. Ich kann mir ernsthaft nicht vorstellen, dass das so gedacht ist. Ich fände es auch schön, wenn es auf dem HAUPTSTADT-Flughafen auch nach 20:00 Personal gäbe, dass sich um verlorenes Gepäck kümmern kann. Gäbe es doch nur irgendwas, was wir Menschen als Gegenleistung für ihre Arbeitskraft geben könnten - vielleicht wäre dann alles besser.

In der Zwischenzeit hat Freund E. ein Auto gebucht. Ich habe höllische Migräne und will eigentlich nur noch meinen Kopf in einem dunklen Raum auf einem Kissen ablegen. Schlecht ist mir auch. Es ist inzwischen nach 22:00. Wir müssen mindestens zwei oder zweieinhalb Stunden Autofahren. Ich habe keine Ahnung, wie ich das durchstehen soll. Wir rollkoffern mit allem Gepäck zum Kurzhalteparkplatz. L. und Freund E. holen erst den Mietwagen und fahren dann Ls. Auto aus dem Parkhaus abholen. Dunkel erinnern wir uns, dass es ganz am anderen Ende des Flughafenareals lag und fast 30min zu Fuß entfernt. Wir warten, warten, warten. Wir stehen neben dem Parkticketautomaten, hinter uns eine schmale Straße, vor uns eine breitere Straße von der die Parkplätze abzweigen. Neben uns Behinderten-Parkplätze. Aber hier ist die Hauptstadt. Die StVO scheint hier eher unbekannt. Es wird voller. Leute parken ständig zum Ein- und Ausladen auf den Behindertenparkplätzen oder eben auch auf der Straße, die dann eben "zweispurig" genutzt wird. Entstehende Staus werden durch energisches Hupen versucht aufzulösen, Zebrastreifen konsequent ignoriert. Totales Chaos. Mein Migränehirn ist mit den Stimmen, Menschen, Gerüchen, Lichtern und Bewegungen total überfordert. Wir warten fast eine dreiviertel Stunde, bis die anderen mit den Autos kommen. Da schaffe ich es schon nicht mehr alleine über die Straße. Aber jetzt ist der Mietwagen gebucht, Hotel geht nicht mehr. L. muss eh morgen sehr früh arbeiten. Also verteilen wir uns auf die Autos, beladen alles und fahren los.

Erster Stopp ein Schnelllader. In zwanzig Minuten ist der Ioniq wieder auf über 80%. Nächster Stopp McD. Ich habe ewig nichts gegessen, aber mir ist unendlich elend und übel. L. muss draußen Essen, ich ertrage den Geruch nicht. Weiter auf der Autobahn. Ich nicke weg, schrecke auf, nicke weg. Irgendwann tun meine Beine total weh. Kurz: eine höllische Fahrt, mehrmals bin ich kurz davor meinen Mageninhalt zu begrüßen. L. meint, die Reichweite des neuen Autos voll ausnutzen zu können und vertraut blind auf die deutsche Ladeinfrastruktur. Ähehem. Wir kommen mit 20km Restreichweite am nächsten Schnelllader an. Drei Säulen. Eine kaputt, zwei leuchten betriebsbereit. Die erste funktioniert nicht. Die zweite nicht mit dem RFID-Kartendingsi. Vielleicht mit der App? Nach einer Viertelstunde rumbasteln, in der ich mir schon vorstelle, wie ich nachts um zwei Uhr ein Taxi rufen muss für den Rest bis nach Hause, klappt es endlich. Weitere 20min später sind wir wieder auf der Autobahn.

Gegen halb drei oder so sind wir zu Hause. M. ist wach geblieben, der Rest schläft. M. und L. laden meine Koffer und den Radkoffer aus. L. fährt weiter nach Hause, ich sinke nur noch ins Bett.

Sonntag, 31. Juli 2022

Abreise... (Tag 35)

 Abreisetag.

Bis 11:00 werden also die letzten Sachen gepackt, die Küche in Ordnung gebracht, der Müll rausgetragen, schon mal gewaschene Handtücher verräumt, die Betten abgezogen, gestaubsaugt, die Tische gewischt, die Spiegel geputzt und der letzte Rest Sand aus den Duschen gespült.

Dann beginnen wir das beliebte Spiel Auto-Tetris. Und auch wenn es am Anfang nie so aussieht - am Ende sind beide Autos bepackt. Und alles ist drin. Die riesigen Fahrradkoffer, die Rucksäcke, sieben Koffer, ein Pelicase und meine kleine Handtasche. Ach - wir selbst passen auch noch rein.

Nach dem Abschiedsgruppenfoto am Haus fahren wir zuerst nach Myre. Tanken, im "Sondagsbua" Snacks für unterwegs kaufen (welcher Crowley aus der Hölle wagt es Berliner mit PUDDING zu füllen????), die letzte Postkarte einschmeißen.

Nächster Stopp: Sortland. Wir halten nochmal in der Innenstadt, der Dönerladen hat zum GLück schon geöffnet. Da essen wir zu Mittag. Wirklich gute Pizza (mit knusprigen Pommes drauf, genial!), die wir auch gegen die sehr neugierigen Möwen verteidigen. Erst am Ende, als wir gehen, kommt eine Jungmöwe und schnappt sich einen Plastikbecher mit Sauce. L. versucht heroisch-komisch der Möwe das Plastikding wieder abzuluchsen. Ist ja nicht so schön, wenn sie lernen, Plastikzeug zu klauen und vielleicht noch zu essen. Aber vergeblich.

Wir fahren die paar Meter zum Busterminal und laden dort die Fahrradkoffer und zwei weitere Koffer, sowie M. und den Großen aus. Sie werden mit dem Flybussen günstig per Familienticket diesen Teil des Gepäcks nach Evenes zum Flughafen transferieren.

Dann nochmal zurück zur Autovermietung, dort das erste Auto abgeben und umziehen in den Mietwagen von Freund E. Über die Brücke verlassen wir Sortland und folgen der E10 etwas über zwei Stunden lang bis nach Evenes zum Flughafen, bzw. zum Hotel gegenüber. Das Wetter ist wunderbar, es ist fast zu warm (20°C, jahhaaaaa, ich hörte von der Hitzewelle im Rest von Europa). Die Seen und Fjorde schimmern in brillanten türkis-blau Tönen, auf den hohen Bergen und Gipfeln hält sich der Schnee. Noch ein bißchen und er wird in zwei Monaten vom ersten Neuschnee bedeckt. Die E10 (durchgängig mit Mittelstreifen, quasi riesig!) schlängelt sich bergauf und bergab und lässt dabei keine Kurve aus. Trotz dem ich vorne sitze, wird die letzte halbe Stunde - schwierig.

Etwas früher als Check-in kommen wir im Hotel an. Es sind zwei der drei Zimmer fertig, so dass wir schon mal ausladen können. Der Minimann sinkt samt Tablet aufs Bett. Freund E. macht sich nach kurzer Pause mit dem Auto rüber zum Flughafen, um dort M. und den Großen, sowie das Gepäck einzusammeln. Dafür muss er zwei Mal fahren, aber es klappt.

L. versucht (zum Zeitpunkt des Schreibens erfolglos) ein Taxi für morgen zu organisieren, so dass wir den Kilometer nicht an der recht viel befahrenen Straße mit den ganzen Gepäckmengen bewältigen müssen. Mal sehen, ob sich da noch etwas auftut.

Dann fällt kurzentschlossen die Entscheidung, dass fünf von sechs Personen nach Riksgränsen fahren. Da mir schon auf der Fahrt hierher schlecht geworden war, biete ich mich zum im Hotel bleiben an. Der Rest folgt der E10 bis fast nach Narvik, um dort auf die E6 abzubiegen. Bis zur Zollstation fahren sie, denn mit dem Mietwagen darf man keine Grenze queren.

Von dort geht es zu Fuß weiter nach Schweden. Nochmal das schöne Ferienhaus sehen. Im ICA Milchreiscreme und Süßigkeiten kaufen. Über den See schauen, den wir nicht sahen, weil er eine riesige, tief gefrorene, verschneite Langlauffläche war.






Ich sitze derweil gemütlich im Hotel und lese das ganze Internet leer. Morgen fliegen wir. Gedanklich offen wir alle Variationen von "funktioniert perfekt, in der Nacht zum 02.08. sind wir zurück zu Hause" bis "wir stranden in Evenes, Oslo oder Berlin".

Samstag, 30. Juli 2022

Pack die Badehose ein... (Tag 34)

 Brilliantes Wetter weckt uns. Blauer Himmel, Sonnenschein in alle Richtungen, keine Wolke. Yeah!

But...

Da die Abreise näher rückt, vergeht der Vormittag damit, dass wir schweren Herzens die Fahrräder zerlegen und wieder in ihren Koffern verstauen. Auch sonst ist jeder für eine ganze Weile im Packmodus. Die WaMa rumpelt, der Wäscheständer ist voll behängt.

Ich bin doch etwas sehr gestresst davon, wie all das Zeug, dass wir ja offensichtlich irgendwie hier her bekommen haben, auch wieder in den Koffern zurück kann und kurz davor 60€ für ein weiteres Gepäckstück auszugeben.

Freund E., M. und die Kinder möchten gerne an den Strand. Ich denke, dass sie nach Skipssand fahren (ist ja nah dran) und L. und ich nach dem Rad-Basteln nachkommen. Aber sie entscheiden sich, nochmal an den tollen Strand bei Hovden zu fahren. Außerdem muss ich packen. Überall liegt irgendwas rum, es ist sooo viel zu tun.

Kurzum: ich möchte eigentlich ungern abends auf den letzten Drücker erst die Koffer packen. Also fahren sie ohne mich und verbringen einen wunderbaren Tag am Strand. Das "Monument" steht auch noch.






Als die vier viel später und müde geschwommen zurückkehren, hat sich die Packsituation leider nicht so richtig gebessert, denn ich habe die vielen Sachen irgendwie nicht so gut verstaut bekommen. Also essen wir erst Abendbrot. Der letzte Fisch (Dorsch), paniert. Dazu Erbsen und Möhren und Nudelreste. 

Dann bin ich eigentlich müde. Aber jetzt müssen wir packen. Das klappt zum Glück ganz okayish, wenn man das wirklich viele Kram bedenkt, dass wir mit haben. L. geht danach noch eine große Runde spazieren und hofft auf eine letzte Adlersichtung. Leider nichts.

Die Kinder toben rund ums Haus. Dann ist der Große müde und geht schlafen. Der Minimann (der große Schwierigkeiten mit der Abreise hat) und ich gehen nochmal an den kleinen Strand von Klo. Er möchte dann lieber auch nicht schlafen gehen, was unsere Streaming-Auswahl deutlich schmälert. Und so landen wir bei herzerwärmendem Clarkson's Farm, auch wenn wir das schon gesehen haben. Freund E. kennt es noch nicht und rollt erst etwas mit den Augen, weil er denkt, wir schauen irgendeinen Top Gear Verschnitt.

Freitag, 29. Juli 2022

Nonskollen... (Tag 33)

So langsam neigt sich unsere Reise ihrem Ende entgegen. Daher steht heute nochmal Wandern an und da wir ja so fit (ha ha) geworden sind, geht es ein wenig höher hinauf.

Nach dem Frühstück packen wir unsere Wanderausrüstung und ein paar eher mickrige Snacks. Der Kühlschrank leert sich. Was nicht so viel ausmacht, denn jemand kommt auf die grandiose Idee, dass wir ja beim Thai take-away Frühlingsrollen holen können. Das macht Freund E., während L. und der Große noch Brot kaufen. Ich bringe derweil die Postkarten in den Briefkasten.

Wir fahren nur ein Stückchen heute, die Ostküste von Øksnes nach Süden weiter bis nach Alsvåg. Dort geht es auf einem grünbewachsenen runden Berg bis auf 611m hoch. Wir parken am Wanderparkplatz bei der Schule und laufen erstmal am Feldweg, der zum Weg führt vorbei und irren etwas durch das Dorf. Letztendlich finden wir den Weg aber und machen uns durch eine morastige Wiese los bis zum einem Zaun. Hinter dem sieht man den Trampelpfad. Da ich dagegen bin, den Zaun einfach so zu übersteigen folgen wir diesem etwas weiter. Ha. Schon kurz darauf finden wir ein Tiergatter und gehen hindurch.

Es folgen ein paar hundert Meter sehr sehr steiler Anstieg (immer an den Lampen entlang) nach oben. Neben uns ist eine große freie Fläche - ich nehme an, dass ist der waghalsige hiesige Rodel- und Abfahrtskihügel. Auf der anderen Seite scheint es auch beleuchteten Feldweg aka Langlaufloipe zu geben.

Mit viel Atmen und schwitzen erklimmen wir den steilen Anstieg und beschließen, dass  dort oben am Ski-Abfahrspunkt ein toller Platz ist, um über das Dorf zu schauen und dabei die Frühlingsrollen zu essen. Mittag auf dem Berg, oder naja, zumindest auf dem ersten Bergabschnitt.

M. und der Große stellen unterdessen fest, dass sie heute eigentlich gar nicht in Wanderlaune sind. Der Große möchte lieber Flechten (WTF??). Also teilen wir uns auf. M. und der Große bleiben an dem Platz und bauen aus Stöckern und geflochtenem Gras einen mini Unterstand. Dann fahren wir zurück ins Ferienhaus und spielen dort ein paar Runden Magic. Es ist ja Urlaub, da ist ja das tolle, dass man sich immer entscheiden kann, was man machen möchte.

L., Freund E., der Minimann und ich folgen dem nun sanft ansteigenden Wanderweg durch ein wunderschönes Birkenwäldchen weiter nach oben. Der Bergrücken ist breit und in alle Richtungen ist viel Platz. Ganz anders, als bei den anderen Wanderungen, wo man sich teilweise am Hang mit Festhalten fortbewegt oder es schlicht steil (und senkrecht zu den Höhenlinien) nach oben geht. Der Minimann bindet uns dabei in sein Rollenspiel ein und wir verzaubern mit Moos ein Stück Rinde zu einer mächtigen Rüstung, während der übliche Stock dabei zum Trollschwert umgeschmiedet wird.

Eine Weile später erreichen wir die Baumgrenze und es eröffnet sich ein fantastischer Blick über die Ebene, den Fjord und die umliegenden Berge.




Der Bergrücken bleibt breit und ist nun mit Wiesengräsern und Moos bewachsen, dazwischen Steine. Ein gut sichtbarer Trampelpfad führt weiter hinauf. Von unten sah es aus, als ob man auf einem schmalen Grat gehen müsste (was wir wohl nicht gemacht hätten), aber in Wirklichkeit gibt es ausgedehnte Schafweide. Das Läuten der Schafe begleitet uns die gesamte Wanderung und dann und wann sehen wir auch ein paar grasende Schafe.

Irgendwie scheint aber nicht der beste Tag zum Wandern zu sein. Ich schätze so etwa 100 Höhenmeter unter dem Gipfel wird es L. und dem Minimann komisch und höhenangstig. Wir machen eine kleine Snackpause und teilen uns danach wieder auf.

L. und der Minimann gehen auf eine angenehme Höhe zurück und warten dort auf uns. Freund E. und ich gehen weiter. Den Pfad kann man jetzt leicht aus den Augen verlieren. Den wandern sicher häufiger Schafe, als Menschen. Aber es ist an keiner Stelle wirklich steil und es gibt soo viel Platz in jede Richtung. Manchmal ist es etwas steiler, wenn man zurückblickt sieht es dann aus, als würde es über eine Kante gehen. Tut es aber nicht.

Kurz nach dem wir uns aufgeteilt haben, scheuchen E. und ich eine Schneehuhnfamilie auf. Sorry, Schneehüher, aber ihr seid mit dem dunkel-gemusterten Federkleid auch im Sommer bestens getarnt. Wir stampfen weiter und eine Zeit lang scheint es, dass sich der Gipfel immer zehn Meter weiterbewegt, wenn wir doch zehn Meter näher gekommen sein müssten. Aber das täuscht natürlich und schließlich sehen wir den obligatorischen Steinhaufen samt Schild. Und erreichen den Gipfel auf 611m Höhe.

Nochmal wird die Aussicht rundum spektakulärer. Was für eine Belohnung! Und wem das zu langweilig war (dies war als blauer Wanderweg ausgeschildert), der kann vom Gipfel aus einen roten Weg weiter zu einem Bergsee wandern. Nur 2,1km über dann doch sehr steiles und schmales Terrain.




Wir machen Fotos und beginnen dann den Abstieg. Auch auf dem Rückweg schrecken wir die Schneehühner auf. Bald erreichen wir L. und den Minimann. Von weiter oben sah es aus, als ließen sie ihre Beine über eine Kante baumeln - beim näherkommen verschwindet diese optische Täuschung.

Da der Weg so einfach zu gehen ist, kommen wir zügig runter, spazieren wieder durch den Birkenwald und zurück über die Moorwiese zum Auto. Dabei kommen wir wieder am Frühlingsrollenplatz vorbei uns entdecken, was M. und der Große gebaut haben.


Am Auto angekommen, schicke ich schnell eine Infonachricht, so dass M. schon mal das Nudelwasser aufsetzen kann. Wir essen gemeinsam Nudeln mit zweierlei Sauce und Parmesan war auch noch da. Yummi! Nach dann am Ende doch vielen Höhenmetern und über 10km Strecke habe ich richtig Hunger!

Wir schauen die letzte Folge Good Omens mit dem Großen. Und gehen dann auch bald alle ins Bett.

Donnerstag, 28. Juli 2022

Hovden - Strandtag... (Tag 32)

 Heute hat es sich ausgeregnet und weiter im Westen soll es sogar noch schöner sein. Daher steht der Plan für heute gleich nach dem Frühstück fest: wir fahren nach Hovden. Das ist zwar eine Stunde Fahrt, aber dafür wissen wir ja, dass es dort einfach unglaublich schön ist.

Wir packen nach dem Frühstück unsere Badesachen ein und fahren los an den nordwestlichsten Zipfel der Vesterålen. Unterwegs ist Zeit mal die aufgelaufene Podcast-Liste anzuhören, oder zumindest ein bißchen davon.

Wir kommen am Strand an und eigentlich würde ich gerne den Berg hoch laufen. Aber natürlich lockt zuallererst der Strand. Ich denke mir dann aber auch, dass wir den kleinen Berg oberhalb des Strandes auch als "die Kinder müssen mehr ausgetobt werden"-Punkt strategisch günstig an das Ende des Tagesausflugs legen können.








Das Wetter ist herrlich, auch wenn zwischendurch kurz Wolken durchziehen. Wir genießen ein paar richtig wunderbare Stunden am Strand. M. und Freund E. gehen richtig viel Schwimmen, die Kinder tollen im Wasser rum und wollen kaum rauskommen. Der Große verliert zwischendurch seinen Schnorchel, findet ihn in der reinlaufenden Flut aber zum Glück wieder. Wir fotografieren und sitzen und relaxen. Beim über die Bucht schauen bemerke ich plötzlich eine größere Ansammlung von Möwen (und anderen Vögeln?), die wir irre über eine Stelle im Wasser kreisen. Schnell wechselt L. auf das Vogelobjektiv. Dort hinten scheint ein Fischschwarm angekommen zu sein und der wird nun von hungrigen Möwen attackiert. Immer wieder stürzen sie sich ins Wasser, tauchen, steigen wieder auf. Auch wenn wir weit weg sind, ein beeindruckendes Schauspiel. Die Kinder bauen ein "Monument" aus dem Balken, den sie gleich am Strandrand gefunden hatten und tapfer über die ganze Strandlänge getragen und gerollt haben.


Später haben alle Hunger. Wir packen die nassen Sachen zusammen und verlassen den wunderbaren Strand. Für's Protokoll: zusammen mit uns war genau noch eine andere Familie da. Eine. Sehr angenehm.

Wir folgen der schmalen Straße, erst nach Nykvåg und dann auf der noch schmaleren Straße weiter nach Hovden. Dann stürmen wir hungrig das Café.




Nachdem wir uns mit Waffeln, Kuchen und Kaffee gestärkt haben, spazieren wir noch durch den Ort zum Hafen. Dort suchen M. und die Kinder einen Cache und finden ihn auch. Ich merke leider, wie mein Hirn sich etwas ausklinkt und eine Hand stahlhart in meinen Nacken greift. Mist. Migräne. Wir drehen ein paar Pokestops, gucken nach Adlern (einer, ganz am Ende, als wir schon auf dem Rückweg sind) und machen uns dann auf den Rückweg. Mit Aura und aufziehenden Kopfschmerzen streichen wir "zum tollen Strand von damals gehen" und "auf den Berg kurz" und fahren gleich zurück.

Trotz der Migräne entdecke ich auf dem Rückweg Elche.


Zurück im Haus, schmeißen die Männer den Grill an, die Kinder duschen und ich sinke mit Triptan auf dem Sofa zusammen. Zum Abendessen gibt es heute gegrillten Schellfisch mit Salat und Reis.


Später macht L. sich noch zu einer Laufrunde raus (Klodalstrimmen!) und entdeckt weitere Elche gleich gegenüber vom Haus.