Samstag, 23. Juli 2022

Besuch bei den Sámi... (Tag 27)

 Nach dem recht späten Frühstück heute und dem üblichen Check des Wetterberichts (alles ist möglich!) sind wir heute mal wieder super flexibel und entscheiden ganz spontan, dass wir zu Inga Sámi Siida in der Nähe von Sortland fahren.

Bis wir alle in unseren Pantoffeln Regenklamotten und Schuhen stecken, dauert es wie immer eine ganze Weile. Aber am Ende - oh wunder! - sind wir gegen Mittag bereit zur Abfahrt. Wir fahren also über Myre zurück bis nach Sortland und überqueren dort die Brücke. Am Hurtigrutenkai steht eines der Havila Kystruten Schiffe (Hurtigrute und Havila haben sich 2021 zu zwei Gesellschaften geteilt), die Küstenwachschiffe sind ausgelaufen. Mit dem Auto ist es auch zum Glück gar nicht so gruselig die Brücke zu überqueren, wie mit dem Fahrrad.

Kurz vor der nächsten Brücke entdecken wir auch das Schild und fahren auf den Hof. Dort werden wir sehr nett begrüßt und warten bei Kaffee und Tee in einem großen runden Holzhüttenzelt auf weitere Gäste. Etwa anderthalb Stunden lang erzählt die "Coastal Sami" uns über die Geschichte der Sami, die Kultur, über das heutige Leben hier oben. Sie beginnt mit einem ganz eindringlichen und melodiösen Gesang. Wobei (wie wir lernen) man zwar sagt, dass es die Lieder der Sami sind, aber eigentlich mehr noch eine sehr komplexe Form der Kommunikation und des Ausdrucks von Gefühlen. Wir dürfen (und tun das auch) immer wieder Fragen stellen und erfahren so sehr viel, was wir vorher noch nicht wussten.

Die Geschichte der indigenen Bevölkerung hier hoch im Norden ähnelt leider der, die auch dein allermeisten anderen Indigenen zuteil wurde. Verfolgung, Unterdrückung, Assimilation. Über fast vier Jahrhunderte haben manche Sami ihre Kultur, Geschichte und Tradition mühsam am Leben erhalten. Wer weiß, was alles verloren gegangen ist, als die nichtmehrganz-Wikinger unter dänischer Krone und später die Norweger, Schweden, Finnen und Russen versuchten mit allen Mitteln die Bevölkerung zu assimilieren.

Heute ist das besser. Die Sami sind als indigene Bevölkerung anerkannt und werden geschützt. Sie haben (in Norwegen) ihr eigenes Parlament. Nur sie dürfen Rentiere besitzen und sie pflegen ihre Traditionen, Kultur und Sprache.

Der Wandel macht sich allerdings auch hier bemerkbar. Vor 15 Jahren gab es eine so schlimme Schneelawine, dass die Sami, die hier auf Langøya wohnen sehr sehr viele Tiere verloren. Durch die Klimakrise werden Lawinenabgänge begünstigt. Seit dem holen sie die Tiere teilweise in umzäuntes Gebiet oder versuchen, sie an den Bergen nicht ganz so hoch weiden zu lassen. Durch die veränderten Winter gibt es auch weniger Schnee, dafür mehr Eis, so dass die Rentiere (die keine Krallen haben) nicht mehr genug Futter finden. Daher kaufen sie inzwischen Futter zu und finanzieren diese Mehrausgaben eben durch den Tourismus. Auch interessant: Rentiere haben zwei spezielle Fußknochen, die sie nutzen können, um ihre Füße sehr platt zu machen. Damit können sie im Winter fast wie auf Schneeschuhen laufen. Und nach der Schlachtung - Souvenir ik hör dir trapsen! - werden diese Knochen zu hübschen Ketten verarbeitet.

Wir hören alle gespannt und aufmerksam zu und auch der Minimann, der ja leider nur einzelne englische Worte versteht, bringt die Zeit gemütlich rum. Danach dann das Highlight: Rentiere füttern. Wir gehen zur Weide und dürfen sechs oder sieben Rentiere (männliche Tiere) mit Spezialrentierfutter füttern. Der Minimann ist direkt ganz ohne Brührungsängste dabei und hat sooo viel Spaß. Wir beobachten die großen Tiere und freuen uns. Das ist alles ganz großartig! Am Ende kaufen die Kinder (NEIN! DOCH!!! OHHHHH!!!) eine der besagten Ketten. Ein ganzes tolles, kuscheliges Rentierfell können wir leider nicht mitnehmen (preisliche und fliegerische Gründe).







Auf dem Rückweg halten wir kurz beim Einkaufsladen, um ein paar Besorgungen zu machen. Da keine Saison gerade ist, bekamen wir leider bei den Sami direkt kein Elchfleisch, aber einen guten Tipp, wo man welches bekommen kann.

Als wir zurückkommen ist schon später Nachmittag, aber alle haben Hunger. Daher gibt es superschnelle Burger, die Brötchen dafür hatten wir eh gerade gekauft. Danach hat jeder noch etwas Bewegungsdrang. M., Freund E. und die Kinder gehen an den Strand und bauen Sandburgen. L. und ich erkunden den Küstenwanderpfad, der von Klo nach Langenes führt. Leider schrecken wir dabei den Seeadler etwas zu früh auf, um gute Fotos zu schießen. Schade. Aber wir nutzen die Zeit, um eine mögliche Wanderung für morgen (gutes Wetter angesagt!) zu planen. Was wegen unterschiedlichem Start- und Endpunkt logistisch nicht ganz straightforward ist. Aber wir finden eine Lösung, knipsen eine weitere Robbe (dass es eine zweite ist, sehen wir in der Signalgruppe, die anderen knipsen nämlich auch die Hafenrobbe) und ich bestimme per App noch ein paar Pflanzen. So eine Wiese wie hier hätte ich auch gern zu Hause.



M. kocht heute Abend wieder Fisch. Es gibt Kabeljau (Dorsch) und Schellfisch. Alles wie immer superlecker und ich bin ein bißchen (zu) voll. Wir schauen eine zweite Folge Good Omens mit dem Großen. Der Minimann spielt derweil mit M. Magic. Danach gehen die Kinder ins Bett und wir gucken Fantastische Tierwesen 3 fertig (naja).

Freitag, 22. Juli 2022

Ruhiger Tag - mit Baden... (Tag 26)

 Es ist ein Regentag angesagt. Daher machen wir heute nicht so viel.

Nach dem Frühstück bietet sich erstmal eine kleine Haushalts- und Aufräumrunde an. Das ist mit vier Erwachsenen ja zum Glück schnell erledigt. Und dann darf die WaMa auch mal wieder laufen.

Wir chillen alle in unterschiedlichen Entspannungsstadien. L. muss ziemlich viel Arbeiten. Ich versacke ein wenig im Internet.

Wir spielen alle gemeinsam Sushi Go, M. spielt mit dem Minimann ein paar Runden Magic und dann schauen sie und L. eine Folge Dino-Doku. Dies ist für M. und L. allerdings nur ein Vorwand, um ein kleines Nap zu halten auf dem Sofa. Später wollen die Kinder noch baden. Draußen regnet es gerade nicht. Also pressen wir die Kinder in ihre Neoprenanzüge und gehen kurz zum Strand.

Dort wird sofort losgebuddelt. Der Minimann spielt Dino, der Große buddelt sich einen Windschutz. Freund E. ist ja hartgesotten - der geht richtig Schwimmen.










Später macht M. sich an die Arbeit den Seeteufel zuzubereiten. Das dauert eine ganze Weile, dafür essen wir sehr sehr lecker. Seeteufel ist wirklich nur zu empfehlen. Auch der eher pickerige Minimann findet es super lecker und haut rein. Wir schauen noch mit dem Großen Good Omens, dann fangen wir Fantastische Tierwesen Teil 3 an, aber ich bin müde und muss schlafen. Daher stoppen wir den und ich gehe ins Bett. Die Männer bleiben bei Band of Brothers hängen.

Donnerstag, 21. Juli 2022

Wolkenwanderung... (Tag 25)

 Heute soll mal wieder jedes Wetter sein. Aber nicht ganz so regnerisch. Und manchmal sogar nicht ein bißchen blauen Fetzen, womöglich sogar Sonne.

Nach dem Frühstück können wir leider noch nicht zu Aktivitäten aufbrechen, denn Ente ist weg. Ente ist des Minimanns Lieblingskuscheltier und jeder kann sicher nachvollziehen, was es heißt, wenn das weg ist. So ungefähr eine Stunde oder länger stellen wir das Ferienhaus auf den Kopf, durchsuchen jeden Winkel, jede Schublade, schauen hinter jede Schranktür und unter jedes Bett und Sofa. Ganz am Ende, als wir schon Kissenbezüge, Decken und sogar den Müll durchsucht haben, findet sie sich wieder an. Tatsächlich dort, wo der Minimann sie zuletzt gesehen hatte, aber in einen Deckenbezug gerutscht und durch die Deckenplüschigkeit gut versteckt. Puuuuhhhh.

Nach zwei Angeltagen, gehen wir heute wandern. Auf der must-do Liste war eine Wanderung auf den 467m hohen Vetten in der Nähe von Steine in der Kommuno Bø Das heißt vom Nordosten der Vesterålen fahren wir an den südwestlichen Zipfel. Von dort hat man einen tollen Ausblick rüber auf die nördlichen Bergketten der Lofoten, rüber auf die Insel Hadseløya, wo Stokmarknes liegt und rund um auf das Meer und die Fjorde.

Als alle ihre Wanderklamotten beisammen haben und die Rucksäcke gepackt sind, fahren wir los. Der Große fährt im Auto von L. und mir mit. Es entspannt sich eine längliche Infostunde über Energienutzung von der Vergangenheit bis zur potentiellen Zukunft und wir wiederholen kurz noch den Physikstoff des vorherigen Schuljahres (Unterschied von Energieträger und Energiespeicher). So vergeht die Strecke recht schnell. Wir parken auf dem vorgesehenen Parkplatz, wo schon ein paar andere Autos stehen und machen uns auf den Weg. Im Gegensatz zum letzten Mal gibt es auf den ersten paar Hundert Metern bis zur Schutzhütte/Vereinshütte (ich bin da nicht so sicher) einen Schotterweg. Ich sag mal so: Ja, kann man mit Skiern oder Snowmobile/Quad besser fahren. Aber zum Laufen bevorzuge ich doch den weichen Boden oder die treppigen Steine. Vor allem der "typische" norwegische Wanderpfad ist meist so abwechslungsreich, dass ich nicht in den hüftschmerzenden Trab gerate, der sich für einen Schotterweg so gut anbietet. Außerdem ist ein einfacher Schotterweg unendlich langweilig für die Kinder. Während der Große mit L. vorne vor läuft und sie unentwegt reden, kommt der Minimann vor Langeweile auf die Idee, dass es ja netter wäre, alle anderen anzumaulen. Yeah. *Augen rollen*

Ich bin ja eh raus, die ersten Höhenmeter werden gleich zu Anfang gemacht. Ich bin also mit atmen und gehen völlig ausgelastet. Egal, welcher Untergrund.

Hinter der Hütte endet der Schotterweg und wir gehen auf dem "Kamm" oder besser dem großen Plateau zwischen den einzelnen Gipfeln weiter. Das ist zwar nicht anstrengend, macht den Kindern aber mehr Spaß. Da können sie rennen und spielen und mehr rennen. Außerdem verteilt der Minimann eine Runde Lembasbrot, vor allem an sich selbst. Der (angeblich nicht vorhandene, wie YT mir erzählt) Zuckerschock hebt die Laune.

Außerdem haben wir die oben beschriebene wunderbare Sicht in alle Richtungen. Wir sehen wie eins der neuen Havila Schiffe in Stokmarknes angelegt hat und die große Halle des Hurtigrutemuseums.

Wir gehen weiter, es zieht zu. Kurz sehen wir unser Ziel, die Schutzhütte auf dem Gipfel des Vetten. Doch schnell ziehen aus dem Westen vom Meer her Wolken auf. Noch sind wir unter den Wolken, doch unser Ziel wird schnell verdeckt, der Gipfel liegt im Nebel der Wolken. Keine Sicht mehr. Wir gehen weiter und treffen auf ein Wandererpaar, die mit uns zusammen losgegangen sind und jetzt schon wieder auf dem Rückweg. Sie bestätigen uns, dass es immer genug Sicht gibt, so dass man gefahrlos hochgehen kann. Nur Sicht ist halt nicht.






Wir queren das Plateau, es folgen weitere Höhenmeter im Nebel, der Untergrund wird auch schwieriger zu gehen. Zum Glück längst nicht so schwierig, wie damals im Oktober, nach dem ersten Schneefall. Wir legen eine sinnvolle Reihenfolge fest (M., Kinder, Freund E., ich, L.) und wandern weiter hoch. Konzentriert. Man sieht zwar ein paar Meter weit, so dass man immer sicher treten kann, aber drumrum ist nichts außer grauen Wolken. Ich bin am langsamsten. Als ich die Hütte erreiche, sitzen die anderen schon drin und der Minimann hält uns einladend die Tür auf.

M. und L. gehen raus und schmeißen die Gaskocher an. Der Minimann trägt Reis, Thunfisch und eine Dose rote Bohnen nach draußen. Während die Männer kochen, drehen der Große und ich mal die hiesige Pokearena auf blau und stellen Pokemon rein. Dann essen wir alle gemeinsam mit großem Appetit, denn durch die Suche nach Ente und der späten Abfahrt, ist es inzwischen schon später Nachmittag. Leider klart es während der ganzen Zeit, die wir auf dem Gipfel verbringen nicht mehr auf. Wie schade. Vier Jahre habe ich darauf gewartet den anderen diese tolle Aussicht zu zeigen. Wollte selbst nochmal hier oben stehen und zu den beradelten Lofoten rüberschauen. Nun: grau. Wolken. Nichts.

Klar, weiter unten hatten wir schon eine fantastische Rundumsicht, aber die Gipfelsicht ist meist doch nochmal anders. Oben zieht der Wind ordentlich an, die Temperatur fällt um mehrere Grad. Wir packen zusammen, ziehen eine Lage mehr an und beginnen den Abstieg. Alles klappt ganz wunderbar. So satte Kinder, die auch noch Spaß an den schwierigen Teilen der Strecke haben, wandern viel motivierten, als auf öden Wanderstraßen.

Etwa auf halber Strecke auf dem Plateau entscheiden wir uns einen anderen Weg zurück zu gehen, als hin. So als kleiner Rundwanderweg. Der Rückweg ist auch direkt viel spannender. Erst geht es über Bohlen über morastige Wiesen, dann recht steil durch einen kleinen Nadelwald, der durch niedrigen Birkenwald abgelöst wird. Es riecht nach Holz und nassem Gras. Die Wolken sind abgezogen und das Wetter viel besser.





Wir sehen viele Pilze, Moltebeeren und (immerhin!) Elchlosung. Leider keine Elche. Warum? Naja, erstens Mal, weil es Wildtiere sind, die uns sicher viel früher hören und riechen, als wir sie sehen. Und zweitens, weil wir in regelmäßigen Abständen ein seltsames Geräusch hören, dass sich später beim näherkommen als Schüsse deuten lässt. Wir kommen direkt an der Schießanlage vorbei. Ein Teil des Weges, knapp oberhalb von Steine sieht etwas seltsam aus. Plötzlich gibt es überall strategisch angebrachte Lampen. Auch sind auf dem Weg keine Steine mehr, nur Gras und der Weg ist deutlich breiter. Was im Sommer seltsam anmutet, wird im Winter eine (wahrscheinlich richtig tolle) Langlaufloipe. Der folgen wir bis ins Dorf hinunter und erreichen nach 11km Wanderung unsere Autos. Wir haben alle schon wieder ein bißchen Hunger. Aber die Fahrt zurück dauert fast eine Stunde. Ein bißchen durchhalten müssen wir noch.

Diesmal möchte der Große wieder bei den anderen mitfahren. Daher entscheiden L. und ich uns die beiden Streikräfte (mit ae!) Podcasts der Woche nachzuhören. Da niemandem mehr nach langem Kochen ist, schiebt L. eine Pizza in den Ofen, während M. die restlichen Nudeln von gestern anbrät. Das geht schnell und alle sind bald satt.

Ich habe über den Tag allerdings viel zu wenig getrunken. Ich fange zwar noch an, mit dem Rest einen Film zu gucken, muss mich aber kopfschmerzig dann ins Bett verabschieden. Die Männer bleiben bei Band of Brothers hängen und gehen alle (viel zu) spät ins Bett.






Mittwoch, 20. Juli 2022

Mehr Anglerlatein... (Tag 24)

 Auch heute haben wir das Boot gemietet und das Wetter sieht sogar ganz schön aus - mit blauem Himmel! Temperatur ist geradezu warm mit 17°C.

Also Frühstücken, rumräumen und dann direkt aufs Boot. Wir fahren zu der Stelle von gestern und stellen direkt mal fest: Schönes Wetter von oben heißt nicht automatisch schönes Wetter auf dem Meer. Das ist nämlich deutlich welliger und rauer, als gestern. Wir werfen zwar kurz die Angel raus, aber da nicht nur ich mit dem Gleichgewicht kämpfe, holen wir lieber schnell wieder ein.

Wir checken Sonar, Karte und Sicht und fahren dann ein bißchen weiter auf die andere Seite Richtung Andøya. Dort sind überall kleinere und größere Inseln und Felsen, man muss also ein bißchen genauer die Karte beobachten, damit man nicht in Untiefen treibt. Dafür ist es viel windgeschützter und das Meer deutlich ruhiger. Leider nicht ruhig genug, als dass ich auch die Angel auswerfen würde. Aber ich bin ja auch sehr zufrieden, die in fünfer oder siebener Gruppen vorbeiflitzenden Puffins zu beobachten und zu schauen, wie die anderen angeln.

Bald schon ruft L. Kontakt und fängt an, hochzuholen. Als der Fisch an die Oberfläche kommt, sehen wir sofort die Barten am Maul. Dorsch / Kabeljau / Cod / Torsk. Einer der häufigsten Speisefische, die hier in großen Mengen professionell gefischt (überfischt) und verarbeitet werden. Daher rühren auch die vielen Holzständer-Trocknungsbauten, die überall in der Gegend stehen.




Wir treiben recht fix und fahren nochmal um. Eine kurze Weile später hat M. Kontakt und zieht einen weiteren Dorsch raus.



Allerdings wird unser Angelglück etwas davon getrübt, dass die Wellen doch rauer werden. Und da beide Fische gut Gewicht haben (3 und 4 kg), fahren wir zurück. M. will die Fische gleich filetieren, doch die Messer aus dem Filetierraum sind gerade zum Schärfen gebracht. Also nimmt er die beiden Dorsche nur aus und wir tragen sie im Falteimer erstmal zurück zum Haus und lagern sie im Kühlschrank.

Der Minimann, L. und ich gehen auf der Hafenmauer noch so weit, wie es geht. Denn wir haben beim Rein- und rausfahren in den Hafen wieder die Robbe gesehen. Tatsächlich entdecken wir sie nur ein paar Meter vor der Hafenmauer und können Bilder machen. Der Minimann findet außerdem die Schale eines Seeigels.



Freund E. und der Große waren zuerst zurück ins Haus gegangen und haben einen schönen Obstsalat geschnippelt. Den Essen wir als Mittag mit Eis und den restlichen Zimtschnecken.

Danach überkommt mich eine sehr schwankende Müdigkeit und während die M., Freund E. und die Kinder sich in Badehose (Freund E.) und Neoprenanzüge (der Rest) quetschen, um baden zu gehen, schlafe ich einfach ein.

Baden ist dann ganz toll. Alle trauen sich in der eisekalte (12°C vielleicht) Wasser. Es ist inzwischen wieder bewölkter, aber noch regnet es nicht. Und "warm" ist es trotzdem. Die vier haben viel Spaß am Strand und im Wasser. M. und der Große schnorcheln auch ein bißchen.

Ich kriege nur im Dösen mit, dass sie zurückkommen, entsanden und duschen. Danach versacken die Kinder eine Weile, Freund E. liest und ich schlafe schwankend weiter.

M. und L. hingehen fahren nochmal raus. Die Zeit und die Miete wollen ja genutzt werden. Sie fahren auch weiter raus, wieder mehr Richtung Andøya. Sie fischen zwei Dorsche und einen Leng, die das Mindestmaß hier oben im Norden nicht erfüllen und wieder in die Freiheit entlassen werden.

Dann glaubt M., dass er sich im Boden verhakt hätte. Der Boden entpuppt sich jedoch als stark kämpfender Fisch. Es entspannt sich die ganze Dramatik zwischen Angler, Angel und einem sich stark wehrenden Fisches. Beide denken: Heilbutt! M. kämpft, holt Leine ein, die Angel biegt sich unter der Last. Nur der geduldige Angler kriegt den Fisch. Also etwas Leine lassen, dann wieder hochholen, ruhig bleiben. Sich nicht vom zappelnden Fisch aus selbst aus der Ruhe bringen lassen. Und einholen. Meter um Meter ziehen sie einen wirklich großen Brocken raus. Der auch noch platt aussieht. Heilbutt!?

Der Fisch treibt am Haken im Wasser. Schnell schauen sie, ob der wohl die 80cm Mindestmaß erfüllt. Und schauen sich den Brocken nochmal an. Riesiges Maul. Sehr gruselig. Es ist kein Heilbutt. Es ist ein Seeteufel, der auf Grund lag und mit seinem überbreiten Maul auf Beute hoffte - und selbst die Beute wurde. Das Viech ist riesengroße und wiegt 8kg. WOW. Was für ein Fang!



Die Männer angeln weiter, tatsächlich verhakt sich M. noch am Grund an einer betonfesten Alge, sie fummeln, fahren um, ziehen. Befreien den Köder samt Alge vom Grund. M. befreit daraufhin den Köder mühsam von der Alge. Das Rumeiern mit Köder und das doch immer schwankendere Boot lässt auch M. langsam etwas mulmig werden. Daher fahren sie zurück. Der Bootsvermieter bietet an nach dem Abendbrot beim Filetieren zu helfen. Was ganz gut ist, denn einen Seeteufel zu filetieren ist gar nicht so einfach. Das Angebot nimmt M. dankend an.

Wir essen erstmal Abendbrot. Es ist auch schon recht spät geworden. Ich hatte rechtzeitig Nudeln gekocht und daher gibt es sehr zur Freude vom Minimann einfach mal Pasta mit Tomatensauce und Parmesan.

Wir stiefeln zurück zum Filetierraum am Hafen, die Kinder wollten den Seeteufel auch noch ansehen. Als wir ankommen ist allerdings alles schon fertig filetiert und wir erhalten ein wunderbares Stück Seeteufel. Da das meiste an dem Fisch Maul ist, bleibt da gar nicht so viel übrig. Trotzdem sieht es ganz prachtvoll aus. Wir unterhalten uns eine Weile mit dem Vermieter, die Kinder entdecken einen herumwuselnden Nerz und rennen über die Felder. Gut gut, müde Kinder sind gute Kinder.



L. und Freund E. sind nochmal zum Geld abheben und Kleinkram einkaufen gefahren. Als wir alle wieder beisammen sind, ist es spät und der Abend neigt sich dem Ende.


Dienstag, 19. Juli 2022

Petri Heil ... (Tag 23)

 Vor einigen Tagen sah der Wetter bericht für heute und morgen ganz okay aus. Und es gab die Möglichkeit ein Boot zu mieten. Also steht für heute Bootsangeln auf dem Plan.

Das Wetter heute ist auch interessant. Je nachdem aus welchem Fenster man schaut, gibt es mehr oder noch mehr sich auftürmende Wolken unter einer hoch liegenden hellgrauen Wolkenschicht. Der Wetterbericht sagt Sonne-Wolken-Mix. Wo auch immer hierbei die Sonne ist. Nach Norden raus ist allerdings tatsächlich ein Band blauen Himmels zu sehen.

Schon um 7:00 klingelt der Wecker. M. und L. gehen runter zur Bootsvermietung. Der Vermieter hatte uns zu um 8:00 einbestellt (so früh!!!). M. und L. stellen fest, dass jeder der Beteiligten auch mit 9:00 gut zurecht gekommen wäre, denn der Bootsvermieter muss sich auch erstmal in Klamotten schmeißen.

Gegen 8:30 sind sie wieder zurück. Wir bereiten Frühstück vor, ich stelle eine zweite Maschine Kaffee an und nach dem Frühstück machen wir uns alle Angel-bereit. Es ist recht frisch, so 12°C wohl, wir ziehen alle mehrere Lagen an, denn auf dem Wasser ist es erfahrungsgemäß noch frischer. Dafür weht heute praktisch kein Wind. Und alle Wolkentürme bleiben an den Bergen hängen, so dass es über dem Fjord tatsächlich ganz schön ist.

Es dauert eine ganze Weile, bis wir dann auch wirklich losfahren. Unter anderem beweist der Teenager mal wieder, dass sein ganzes Gehirn neu verdrahtet wird. Wir ziehen die Schwimmwesten über. L. sagt: "Nicht an dem Plastiknupsi ziehen, der ist für den Notfall. Dann bläst sich die Schwimmweste auf."

Der Große: "pppppfffffffttttttt" - Schwimmwestenaufblasgeräusch.

M. besorgt also eine zweite Schwimmweste, was dazu führt, dass ich gerne vor Peinlichkeit im Hafenbecken versinken möchte. Denn die andere Schwimmweste, die noch vorhanden ist, ist auf dem anderen Boot, dass kurz vor uns rausgefahren ist. Die drei Angler kommen nun zurück. Angeblich wären sie eh zurückgekommen, weil sie nur eine Krabbenkiste geholt haben. Naja, ob ich das glaube.

Wir fahren los, gar nicht so weit raus. Auf dem Sonar / Kartenmonitor sieht man die Wege, die Angler vor uns gefahren sind und daran orientieren wir uns. Wir werfen alle aus und schon bald meldet L. einen Kontakt. Ruckzuck ist der erste Schellfisch, so 1,5kg etwa, (wir dachten erst, es wäre ein Pollack, werden aber später eines besseren belehrt) rausgezogen und in einer (riesigen) Fischkiste verstaut.

Eine Weile später meldet der Große einen Biss und kämpft ziemlich mit irgendwas tief unter uns. Er ist aber sehr geduldig beim einholen und gibt genau richtig Leine, bzw. zieht ein. Nach und nach kommt ein recht großer Fisch unter der Wasseroberfläche zum Vorschein. Die Männer holen ihn mit zu kleinem Kescher und Enterpike rein. Der Fisch wehrt sich ziemlich, selbst als er schon im Boot liegt. Wir können es kaum glauben, uns glotzt ein bösartig aussehender, zahnbewehrter Steinbeißer (Seewolf) an. Mehr als 3kg, was für ein Fang! Alle sind ganz aus dem Häuschen.

Wir fahren um, es sind fast keine Wellen. Ich kann also auch angeln. Zwischendurch gebe ich eine Runde Lembasbrot aus (bzw. der Minimann übernimmt die Verteilung). Köder werden mal gewechselt. Immer wieder sehen wir Puffins in irrer Geschwindigkeit vorbeirasen. Über uns hängt zwar eine hohe Wolkendecke, aber die Regenwolken bleiben über Land. Von der laut Wetterbericht scheinenden Sonne sehen wir aber nix.

M. ruft Kontakt. Wieder hektisches Angel sichern, dann schauen, was M. rauszieht. Ein weiterer Schellfisch, etwas über 2kg. Kurz darauf zippelt es auch an meinem Sandaal-Puffin-Gummifisch, ich glaube erst, dass ich mich am Boden verhakt habe. Aber es ist dann doch definitiv ein kämpfender Fisch. Puuh, gar nicht so einfach, den hochzuziehen. Aber es klappt ganz gut und beinahe kriege ich ihn auch - dann plötzlich nichts mehr. Ich ziehe einen leeren Köder hoch, an dem ein Haken des Drillings fehlt. Öhem. Naja, kann ja mal passieren.

Ich schaue einigen Möwen nach und wundere mich plötzlich, dass es ein paar Meter vom Boot entfernt seltsam blubbert und etwas schimmerndes an der Oberfläche zu treiben scheint. Eine gefräßige neugierige Möwe landet genau daneben. AHHHH das ist MEIN FISCH!

Wir fahren ganz langsam dorthin, M. vorn am Bug mit dem Kescher bereit. Und er schafft es, meinen Schellfisch (ebenfalls so 1,5kg) rauszuholen, bevor die Möwe sich entscheidet, dass der auch für sie ein sehr einfach zu bekommendes Mittagsmahl hätte werden können. Habe ich also eher einen Fisch erlegt, als gefangen.

Wir fahren noch ein paar Mal um. Der Große entscheidet sich auf Ls großen Bergemann Köder zu wechseln. Und schon kurz darauf biegt sich seine Angel beachtlich. Er hat sichtlich Mühe mit dem Fisch etwa 30 Meter unter ihm zurechtzukommen. M. löst ihn ab und kämpft ebenfalls, die Angel biegt sich bei jedem Zug stark durch. Als der Fisch nach oben kommt, versucht M. ihn an der Angel zu halten, während L. sich mit zwei Enterpiken bewaffnet über die Reling hängt und versucht den großen Steinbeißer so zu treffen, dass er ins Boot gehievt werden kann. Was gar nicht so einfach ist, bei einem Fisch, der ordentlich zubeißen kann und sich wirklich seiner Haut wehrt. Unser großer Kescher passte nicht in den Koffer und der kleine tut es hier nicht.

Es klappt aber alles und stolz hält der große einen echt riesigen, über 6kg schweren Steinbeißer an der Waage hoch. Was für ein Fang!







Der ist dann auch das Zeichen, dass wir unsere erste Runde an dieser Stelle beenden. Alle sind müde und gleichzeitig so erfreut und voller Adrenalin und hungrig. Wir fahren zurück und entdecken eine Robbe an der Hafeneinfahrt, die schnell wegtaucht, als wir angefahren kommen.

Ich gehe schon zum Haus zurück, L. folgt mir kurz darauf. M. und Freund E. nutzen den professionellen Filetierraum, den es bei der Bootsvermietung gibt. Mit glänzenden Stahltischen, Wasserschläuchen, die von oben von der Decke hängen, einem guten Satz Messer und einer Vakuumiermaschine.




Ich decke den Tisch für Zimtschnecken mit Eis und Tee. Die Kinder flitzen noch etwas zwischen Hafen und Haus hin und her. Dann sitze ich eine Weile und versacke auch mal im Internet. L. ist instantan eingeschlafen. Freund E. kommt zwischendurch, um Schalen für die Filet zu holen. Es dauert eine ganze lange Weile bis wir alle am Tisch sitzen. Drei Tüten Fischfilet frieren wir ein, den Rest gibt es heute Abend. M. ist ziemlich erschöpft. Innereien entfernen, Haut abziehen und richtig filetieren sind gar nicht so einfach, wie man vielleicht annimmt. M berichtet, dass man richtig Armkraft braucht, um die Schellfischhaut abzuziehen. Der Große möchte einen Zahn oder noch lieber den Kopf des großen Steinbeißers behalten. Den müssen wir dafür auskochen.

Nach der gar nicht mal so richtigen Pause, teilen wir uns auf. L., der Minimann und ich fahren nochmal raus. Der Minimann, der ja am engagiertesten und motiviertesten angelt, hat ja bisher nichts gefangen. Und bei einem 8-Jährigen gibt es einen schmalen Grat zwischen "Ich bin der tollste Angelprofi" und "Alles ist ganz furchtbar, ich angele nie wieder".

Auf spiegelglatter See fahren wir diesmal etwas weiter raus Richtung Anda Fyr / Stø. Wir haben ja schon vormittags so viele Puffins gesehen, da müssten es doch nur mehr werden, wenn man Richtung Puffin-Brutgebiete fährt. Dem ist auch so und wir sehen nicht nur viele Puffins und Möwen, sondern auch weitere Trottellummen. Leider keinen Adler. Ich versuche zu fotografieren, stelle aber fest, dass ich dafür nicht seefest genug bin. Es sind fast gar keine Wellen, aber durch das kleine Kameraguckloch zu schauen, während es schwankt und sehr schnell Vögel vorbeihetzen - das ist doch nicht so gut. Dazu kommt vom offenen Meer eine lange, halbmeterhohe, ganz ruhige Dünung. Dünung ist aber nix für mich.

Ich schaue also nur weit nach draußen, während L. und der Minimann auswerfen. Schon ein paar Minuten später ruft der Minimann, er hätte Kontakt. Und zieht sehr konzentriert und professionell einen weiteren Schellfisch raus. Er ist sooo glücklich und total außer sich vor Freude. Er hat den Fisch selbst hochgeholt und sich dafür richtig angestrengt und ihn dann mit L. zusammen ins Boot geholt und betäubt / getötet.

Guter Punkt für mich, einzuwerfen, dass die Dünung doch zu viel für mich ist. Wir fahren nochmal dahin, wo wir vormittags waren. Aber es ist nicht mehr gut mit mir und mein Magen und Gleichgewichtssinn konkurrieren, wer zuerst aufgibt. Schnell bringt L. mich zurück an Land. Dann fahren die beiden nochmal raus.

Ich wanke zurück zum Ferienhaus und lege mich eine Weile aufs Sofa, bis das schlimmste Schwanken wieder aufhört. M. und Freund E. kochen gemeinsam - wobei M. kocht und E. dies hauptsächlich fotografiert. Als L. und der Minimann zurückkommen, haben wir ein sehr sehr superleckeres Steinbeißer-Abendessen. Yummi!



Zum Abend hin wird es tatsächlich wolkenlos(er) und richtig toll draußen. Die Männer planen daher eine spätabendliche Sonnen-nichtuntergangs-Aktivität. Davor gucken wir mit dem Großen eine Folge Good Omens, M. und Minimann spielen derweil Magic.

Gegen 23:00 muss ich leider einsehen, dass ich viel zu erschöpft und müde bin, um noch mit zufahren und gehe ins Bett. Die Kinder schlafen schon lange. Die Männer fahren nach Stø, finden mit Mühe einen Parkplatz und setzen sich, wie viel andere) mit Blick nach Norden auf einen Hügel und bewundern das Farbenspiel der Sonne, die jetzt schon fast wieder den Horizont berührt, aber erst am Samstag Nacht das erste Mal wieder für eine halbe Stunde untergehen wird.





Montag, 18. Juli 2022

Hurtirutemuseet... (Tag 22)

 Heute morgen ist das Wetter mal wieder anders, als noch gestern angesagt. So ist es in den polaren, arktischen Regionen nun mal.

Inzwischen soll es heute einfach mal jedes Wetter geben. Zum Frühstück ist es sogar trocken und man kann kleine Flecken mit blauem Himmel zwischen schnell durchziehenden Regenwolken entdecken. Erstmal Frühstück und Kaffee.

Wir entscheiden dann, dann es mit Ms uralten Wanderschuhen, in denen er schon länger Beschwerden beim längeren Gehen bekommt, so nicht weitergehen kann. No pun intended. Jahaaaa, innerlich rolle ich etwas mit den Augen und frage mich, ob ich zu Hause innerhalb von drei Minuten seine anderen, neueren, besseren Wanderschuhe finden werde, die M. ÜBERALL gesucht, aber nicht gefunden hatte.

Einkaufen müssen wir auch schon mal wieder. Immerhin denke ich daran, Pfandflaschen und Glasmüll einzupacken. Wir legen eine strategisch geschickte Route von Sportladen zu Sportladen fest, die im allerschlimmsten Fall in Svolvaer endet, im besseren Fall in Stockmarknes am Hurtigrutenmuseum.

Sportladen Myre: M. und L. gehen rein und kommen nach recht kurzer Zeit ohne neue Schuhe wieder raus.

Also fahren wir durchs dramatische Wetter weiter nach Sortland. Dort waren die anderen ja auch noch gar nicht. Also gehen wir ins Einkaufszentrum. Ich stöbere mit den Kindern durch den Spielzeugladen und wir fummeln drölfzig Lego-Minifiguren-Packungen an, bis der Große endlich die mit dem Delfin ertastet. Als wir bezahlen, kommen die anderen uns schon entgegen. Der Mann ist pleite hat sehr schöne, hervorragend passende Wanderschuhe bekommen. Dann fragt er so ganz ins Blaue, ob die eigentlich imprägniert sind.

L. und ich gehen also nochmal in den Sportladen. Ich liebäugele mit einem Camping-Waffeleisen - aber 845g. Puuhh, zu schwer. Dafür finde ich für den Minimann noch ein gutes Shirt und zwei Leggings. Die meisten seiner wunderbaren Beinkleider haben nämlich immer mehr Löcher, als eigentlich vorgesehen.

Die Hälfte der Mannschaft schaut noch durch den Angelladen. Freund E. hat bei Peppe's Pizza bestellt. Wir drehen ein paar Pokestops, schauen die vielen blauen Häuser an. Irgendwann ist die Pizza fertig und wir setzen uns an den Anleger mit Blick über den Fjord und stärken uns erstmal.

Dann fahren wir weiter nach Stockmarknes und kommen zufällig gleichzeitig mit der "Kong Harald" Hurtigrute am Hafen / Museum an. Ich kaufe Tickets für uns alle und dann spazieren wir durch das Museum.

Als wir 2018 hier waren, war das Museum noch nicht um die Finnmarken herum gebaut, sondern in einem angrenzenden Gebäude. Es war klein und gedrungen und vollgestopft, aber schon damals sehr schön und super informativ und gut gestaltet.

Inzwischen wurde um das Schiff herum eine riesige Halle gebaut, in der es die Infotafeln und Ausstellungsstücke zu sehen gibt. Man kann versuchen ein großes Tau über einen Poller zu werfen und Knoten üben. Die Geschichte der Hurtigrute wird ganz ausführlich beschrieben und bebildert.

Im zweiten Teil geht man dann durch ein herausgeschnittenes Stück der alten Finnmarken von 1912 - durch den edlen Herren-Rauchersalon und den Damensalon.





Daran schließt sich der Zugang zur Finnmarken von 1956 an - also das große, intakte Schiff. Man kann in die Kabinen schauen, in der Schiffsmesse Kaffee und Kuchen haben, auf der Brücke am Steuerrad drehen. Sehr schön gemacht!

Wir spazieren sicherlich über zwei Stunden durch das Museum und fühlen uns danach sehr gut über die Hurtigrute, die Bedeutung der Schiffe für die norwegische Gesellschaft und (natürlich) über die Verwicklungen während WW2 sehr gut informiert. Schönes Museum, sollte man sich anschauen, wenn man hier ist.

Wir fahren durch dramatisches Wetter zurück, es regnet aber nur auf der anderen Seite des Fjordes. Auf dem Rückweg halten wir am Einkaufsladen an. Freund E., der Große und ich sind offenbar die drei Einkäufer. Freund E. lebt ja allein und für sich. Er nimmt einen Einkaufswagen und fragt noch, ob ein Körbchen es nicht auch tut. Schon beim Obst stellt er fest, dass die Menge von Lebensmitteln, die man für sechs Personen im Urlaub kauft offensichtlich nicht linear ansteigt.

Als wir wieder im Ferienhaus sind, ist bei allen erstmal die Luft raus. Freund E. und die Kinder verschwinden nach oben und spielen. M. setzt Kartoffeln und Blumenkohl zum Vorkochen auf. Wir diskutieren ein bißchen das Für und Wider und die Komplexität einzelner politischer Themen - da verliert man sich schnell vom Hölzchen zum Stöckchen. Ich blogge.

Irgendwann ist das Abendbrot fertig. Gequetschte Kartoffeln mit Blumenkohl, Parmesan und Pesto aus dem Ofen. Sehr yummi! Unser "Corona-Essen", weil es das während des Home-Schooling so oft gab.

Die Kinder verschwinden ins Bett. M. und L. ziehen sich um, um eine Runde zu radeln. Sie wollen nochmal zum Einkaufsladen, denn wir haben Taschentücher (schon wieder!) vergessen und inzwischen wird es dringend, die Reserven sind praktisch nicht mehr vorhanden.

Freund E. liest gemütlich ein Buch auf dem Sofa, ich blogge weiter und hole schonmal den schlafenden Hefeteigansatz aus dem Kühlschrank und stelle ihn in den abkühlenden Ofen. Über den Abend bis nach Mitternacht verarbeite ich den Hefeteig zu wirklich ganz wunderbaren, innen fluffig-zimtigen, außen krossen Zimtschnecken.

Die Radelmänner hatten derweil ein Erlebnis der ganz eigenen Art. Während L. stehenbleibt, um ein Foto zu machen (so viel Landschaft!), fährt M. schon langsam weiter.



Langsam. Und dann immer schneller und schneller. Diese schön spiegelnde flache Wasserfläche ist nämlich Küken-Aufzuchtgebiet. Als M. dort gemächlich entlangradelt, scheucht er zuerst die Austerntaucher auf. Die alamieren durch lautes Gekreische und Gepfeife die anderen Vogeleltern und schon passiert M., was auch schon dem Adler neulich zum Verhängnis wurde. Zwei Möwen steigen auf und verfolgen M. mit lautem Gekreisch und Drohgebärden. Deshalb tritt der ordentlich in die Pedale, um den Möwen wegzuradeln. Was gar nicht so einfach ist, denn natürlich sind die aufgescheuchten Möweneltern sehr motiviert, jede vermeintliche Bedrohung, von ihren Küken fernzuhalten.

Letztendlich schüttelt M. die aufgeregten Möwen ab. Sie drehen bei und widmen sich wieder der allgemeinen Luftraumüberwachung. l. schafft es, M. einzuholen. Auf den Schreck gönnen sie sich direkt ein Eis beim Einkaufsladen. Und vergessen auch die TaTüs nicht. Ein Glück.

Ich backe derweil. Totschlagargument: Es wird ja nicht dunkel. Da kann man also auch Mitternachtszimtschnecken machen. Und es riecht die ganze Nacht sooo lecker!



Sonntag, 17. Juli 2022

Dronningsstien - Coastal Path... (Tag 21)

 Für heute ist Dauerregen angesagt. Aber nach dem Frühstück regnet es gar nicht. yr.no sagt, es soll auch gar nicht mehr regnen.

Was für ein Glück, dass wir alle so flexibel sind und uns schnell umentscheiden können. Wir überlegen also, ob wir heute den Küstenpfad von Klo nach Langenes abwandern oder von Stø rüber zum wunderschönen Skipssand Strand. Da haben die Kinder natürlich eine klare Meinung zu.

Wir suchen also die Wanderklamotten raus, das dauert naturgemäß etwas, bis sechs Personen wirklich abmarschbereit sind. Ich fülle derweil Getränkeflaschen auf und packe ein paar Snacks zusammen. Wir haben heute kleine Zimtschnecken, Pickup-Bruch, Äpfel und Snackmöhren.

Da es irgendwie zu dauern scheint, bis alle in die Hufe kommen, schmelze ich Butter und mische diese mit Milch und Hefe. Ich denke mir ja, da bin ich Fuchs. Mache ich schonmal Hefeteig für Kanelsnurr und wenn wir von der kleinen Wanderung (das Wetter!) zurückkommen, brauche ich die nur noch formen und in den Ofen schieben. Leider sind unsere Mehlreserven kleiner, als erwartet. Eine große Packung, die ich Mehl zuordnete, sind Haferflocken. Mist. Ich stelle das Hefe-Butter-Milch-Gemisch also in den Kühlschrank und hoffe, dass es bis morgen frisch bleibt und die Hefe dann trotzdem noch aufgeht.

Tatsächlich sind irgendwann alle abmarschbereit. Wir fahren die 6km nach Stø und parken dort. Zuerst gehen wir über den Campingplatz und die Hafenmauer und hoffen, dass auf den Inseln davor irgendwo Adler sitzen. Tun sie aber nicht. Ich entdecke drei Adler hoch oben über der Radarstation kreisen. Es regnet etwas. Der Regen. Der Wetterbericht. HURZ.

Naja, egal. Wir sind ja alle gut eingepackt und wir können das Wetter ja live und in Farbe sehen. Wobei es gar nicht so farbig ist, denn die Wolken spielen 50 shades of grey. So über dem offenen Nordmeer ja auch ganz hübsch zu betrachten.

Wir spazieren zum Wandereinstiegspunkt. Skipssanden liegt auf dem einfachen (grünen!) Teil des Dronningsstien. Alles ist sehr sehr matschig und teilweise auch rutschig. Aber doch noch gut gehbar mit entsprechendem Schuhwerk. Wir wandern bis zum Strand und lesen interessiert die vielen neuen Infotafeln. Hier gibt es noch (für Laien eher nicht erkennbare) Reste von steinzeitlichen Gebäuden. Was Steinzeitmenschen in diese verlassene, wir weitwege Gegend verschlagen hat, will ich mir gar nicht vorstellen. Auch etwas weniger alte, trotzdem hunderte Jahre alte Fischerdorfreste kann man wohl erspähen.

Der Strand selbst ist gut zu finden. Wir kommen über eine Kuppe und bleiben genauso begeistert stehen, wie damals. Unter uns erstreckt sich ein großer, wunderbarer Strand. An den auch eine tote Robbe angespült wurde, ich beschönige nichts. Das gehört eben auch dazu. Hier kommt kein norddeutsches Räumteam jeden Morgen und Abend, um den Strand zu harken und von Hinterlassenschaften aller Art zu räumen. Die Bewohner und Touristen hier scheinen glücklicherweise  eine Evolutionsstufe erreicht zu haben, die es ihnen ermöglicht, Müll wieder einzustecken und mitzunehmen.





Die Kinder spielen am Strand sofort los, vor allen an den kleinen Einschnitten, von deinen Süßwasser von den Bergen runter an den Strand läuft. Die mini Canyons, die sich dabei im Sand bilden, sehen an manchen Stellen aus, wie ein winziges Grand Canyon Modell. Ich gucke aufs Wasser, wo zwei Vögel, die ich nicht gleich zuordnen kann (es sind recht junge Trottellummen) herumdümpeln und immer wieder abtauchen. Und ein kleiner Vogel mit sehr charakteristischem Schnabel. Synapse eins feuert los: Puffin! Eine andere Synapse: Haha, nee. Das kann ja keiner sein. Die sind doch weiter draußen. Synapse eins: DOHOCH!!!

Und weil Doohhhooochh! ein absolut valides Argument in jeder Diskussion ist, gewinnt Synapse eins. Unter Umständen, weil ich alles aus meinem 12-35mm Objektiv raushole und dann noch in der wirklich recht verschwommene Bild reinzoome.

Zack, zack! Ich treibe L. an, aus seinem Rucksack in nullkommanix das Vogelobjektiv zu kramen und an die Kamera zu schrauben. Wir laufen den Strand auf und ab um den Puffin zu verfolgen und kriegen tatsächlich ganz bezaubernde Bilder. Dafür muss man aber schon ständig hin und her, denn der Puffin taucht, fängt Sandaale und legt erstaunliche Strecken dabei zurück. Man weiß nie, wo an dem wirklich langen Strand er wieder auftaucht. Adleraugen wären da sicher ganz hilfreich. Aber die Seeadler kreisen immer noch hoch oben über der Radarstation.

Während wir knipsen, kommt eine weitere Familie mit einigen Kindern an, die sofort beginnen ein Stand-Up-Paddleboot aufzupumpen. Ich tippe mal auf Finnen oder Norweger, denn die Kinder sind ruckzuck samt Paddelboot auf und im Wasser. Naja, das Wasser wird sowas zwischen 10 und 12°C Grad haben, wärmer ist die Luft auch nicht (der Regen hat vorerst aufgehört). Da ist der Unterschied zwischen im Wasser sein und draußen ja praktisch nicht vorhanden. Der Minimann und der Große wollen auch baden.

Weil die Wolken sich weiter draußen auf dem Meer austoben und es Richtung Nyksund beinahe freundlich aussieht (nur Wolken in hellem Grau), entscheiden wir uns den Coastal Path noch etwas weiter zu wandern. Bis zur Schutzhütte ist der Weg gangbar, aber es ist wirklich gar nicht so einfach auf dem durchgematschten Trampelpfad zwischen den Felsen sicheren Tritt zu finden. Der Minimann mault, er wäre ja so ein Draufgänger und liebte Herausforderungen, aber er hätte ja Angst.

Ich tippe eher auf nasse Schuhe und wenig Lust und so gehen wir weiter, nur eben begleitet von Maulebert. Bis zur Hütte ist es auch gar nicht so weit, vielleicht einen Kilometer. Dort machen wir eine Snack- und Pokestop Pause. Das Wetter hält sich und L. schlägt vor, dass wir uns aufteilen.

Nein, hier beginnt jetzt kein Horrorfilm, sondern die supererwachsene, vernünftige Verteilung der Personen. Denn: wenn wir bis nach Nyksund wandern und dabei herausfinden, ob wir uns über den Berg trauen, sind wir 19km Straße von Klo entfernt und kommen von Nyksund nicht einfach so wieder weg. Und zweimal über den Berg ist wahrscheinlich auch etwas zu viel.

M. will wegen seines lädierten Fußes eh lieber zurück und der Minimann mault ja eh. Der Große ist teenagerlich unentschieden und einsilbig und macht alles mit. Freund E. lässt sich auch motivieren. Also gehen L., Freund E., der Große und ich weiter.





Der Küstenpfad hinter der Schutzhütte ist auch erstmal wirklich flach und gerade und darüber hinaus mit Bohlen ausgestattet, so dass wir eine ganze Weile zügig voran kommen. Einige andere Wanderer sind auch unterwegs. Da fühlt man sich gleich nicht so allein.

Auf dem letzten der drei obigen Bilder sieht man den "Dip" - dort müssen wir recht steil hoch, rüber und auf der anderen Seite dann wieder runter. Das wird sicher nicht ganz einfach, vor allem mit all dem Matsch. Unten am See gibt es ein paar Hütten, die genau am Weg liegen. Dort kommt man nur über einen kleinen Bach rüber. Der zum Glück von vielen auch größeren Steinen durchsetzt ist, so dass wir trockenen Fußes rüberkommen.

Die Hütten markieren den Beginn des Aufstiegs. Was erstmal recht gut geht, auch wenn es steil ist und die Höhenmeter zackig zulegen. Aber noch sind links und rechts kleine, gedrungene Birken überall, an denen man sich festhalten kann.






Dann wird es nochmal steiler und wir sind froh über jeden Absatz, an dem man sicher stehen und atmen kann. Wir sind alle sehr froh, dass es nur 11°C oder so sind, bei 25°C und mehr, würde man einfach nur zerfließen.

Wir hangeln und klettern weiter hoch. Zum Glück findet man überall genug Halt. Doch in guter Sichtweite von "nicht mehr viele Höhenmeter bis zum Durchgang auf die andere Seite" erreichen wir zuerst mal die Baumgrenze. Keine Birken mehr, an deren Stämmen man sich abstützen kann. Ein paar Meter weit schmiegt sich der schmale Pfand an den Berg und folgt dessen Verlauf, so dass wir auf einer Höhenlinie etwas "um die Biegung" kommen. Doch dann bleiben die letzten, an Steilheit nochmal zunehmenden Höhenmeter. Wir machen langsam und vorsichtig. Einen Fuß vor den anderen. Immer erst treten, testen, sicher stehen. Dann weiter. Teilweise gehe ich etwas in die Hocke, damit ich mich mit den Händen an vorstehenden Felsen abstützen kann. Zurückschauen möchte gerade keiner von uns, auch wenn die Aussicht zurück Richtung Stø wirklich fantastisch ist. Aber die Steilheit eben auch krass sichtbar und nicht mehr verschleiert durch immerhin halbhohe Vegetation.

Wir erreichen die Anhöhe, die uns das Queren des Berges erlaubt und sind umgeben von noch höheren Bergen. Wir genehmigen uns einen schnellen Snack aus Möhren, Wasser und Keksen. Dann schauen wir in Richtung Süden, dort wo der schwierige Teil des Dronningsstien weiter geht. Und sehen graue Wolkenschwaden die schnell auf uns zutreiben und die ersten Bergspitzen schon verschluckt haben. Bergselfie von uns vieren und dann weiter.

Um runter nach Nyksund zu kommen, erklimmen wir erst noch ein paar Meter der Spitze neben uns. Und sehen dann den Pfad runter. Keine "Treppen" im Sinne von Trampelpfad, der durch Felsen, Steine und ausgetretene Pfade Schritt für Schritt gangbar ist. Sondern ein matschiger, nasser Erdpfad ohne Absätze, der ziemlich direkt nach unten führt. Man sieht, wo andere Wanderer kleine Erdrutsche ausgelöst haben, wo Erde und Kiesel weggerollert sind. Ich sehe L. an, dass er mit sich und seiner Höhenangst kämpft. Ich horche in mich rein, bin aber zu erschöpft, als dass mein Gehirn in den Panikmodus schalten würde, den er sonst sicherlich hätte. Freund E. schaut nur und lässt die Szenerie auf sich wirken - grandiose Aussicht rüber aufs Meer, eingefasst von schroffen, abweisenden Felszacken, die sich -obwohl wir schon einigermaßen hoch sind - noch höher um uns herum drängen. Unter uns ein paar rote Hüttendächer, ein See. Der Große kämpft viel mehr mit seiner Höhenangst, es fließen die ersten Tränen.

Laaange Wander- und Kindererfahrung lassen uns in den Erwachsenenmodus schalten, der beim Großen am besten wirkt, auch wenn es nicht sehr nett ist. Aber ich weiß, wenn ich ihn jetzt tröste und zu nett bin, lässt er sich komplett gehen in all seinem Urvertrauen. Dann kommen wir aber unter keinen Umständen den Berg runter, weil er dann erstmal alle Tränenschleusen öffnet. L. denkt das gleiche wie ich. Wir reden also auf den Großen ein, dass er jetzt nicht weinen soll, sich zusammenreißen und das wir das jetzt gemeinsam schaffen. Eher militärischer Drill - aber ich weiß, das hilft ihm gerade mehr.

Tatsächlich beißt er literally die Zähne zusammen und im Gänsemarsch, einer hinter dem anderen krabbeln wir im Krabbengang und teilweise auf allen Vieren poporutschend den Hang runter. Immer schön langsam, immer mit Bedacht. Jeder mit einer Aufgabe. Immer nach hinten fragend, ob alles okay ist.

Da es sehr steil runtergeht sind die Höhenmeter zum Glück auch bald hinter uns. Fünfzehn Minuten sehr anstrengende und konzentrierte Minuten später erreichen wir die erste Hütte. Ab dort wird der Weg wieder besser, es gibt Felsen, die Höhenmeter liegen fast hinter uns, es gibt Birken. Man findet mit den Füßen überall Halt. Uff. Atmen. Viel atmen.

Ich suche ein Taschentuch raus, damit der Große sich die Nase putzen kann und sage automatisch: Und jetzt putz dir mal die Zähne.

Ähem ja. Das bricht aber immerhin beim Großen die Anspannung. Ein Apfel und eine Möhre füllen die Kraftreserven wieder auf und bald plappert er wieder jedem von uns einen Knopf an die Backe. Puuuuuhhhhh - Höhenangst besiegt, Moment überwunden. JETZT kann man ihn in den Arm nehmen und loben. Jetzt freut er sich, es geschafft zu haben, auch wenn das mulmige Gefühl sicher noch nicht ganz abgeebbt ist.






Wir erreichen Nyksund. Ich habe M. bereits Bescheid gesagt, dass er losfahren kann, um uns einzusammeln. Um uns die Zeit zu vertrieben, drehen wir noch einen Pokestop und schauen, was sich seit 2018 verändert hat (sehr viel!) und freuen uns an den bunten Häusern in Nyksund. Es ist richtig was los, die Restaurants gut gefüllt und überall riecht es so lecker!

M. sammelt uns ein. Im Auto ist es eine Weile sehr sehr still, denn die Straße nach Nyksund ist nach wie vor nicht geteert und sehr schmal.


Später erzählt M. dann aber, dann er und der Minimann auf dem Rückweg ganz viele Möwennester entdeckt haben und eine spannende Rückwanderung erlebten. Ganz ohne Gemaule by the way.

Wir essen alle zusammen leckeres Abendbrot (Reis und Stew), dann verschwinden die müden Kinder und auch Freund E. im Bett. M., L. und ich bleiben ein bißchen bei Youtube hängen. Als ich ins Bett gehe, zieht L. sich um, um Laufen zu gehen. Heute hat er ja eine gute Motivation, denn der Mietwagen steht ja noch in Stø.