Tag 9 (27.03.)
Es wintert. Auf eine bezaubernde, stürmische Weise. Lange gab es bei uns zu Hause nicht mehr so viel Schnee, wie er hier in nur zwei Nächten gefallen ist. Am Vormittag machen der Patenonkel und ich uns nochmal auf zum Saxholl, da ich ja beim ersten Besuch mit Mini im Auto geblieben war. Diesmal zeigt der Krater sich schneebedeckt, in der Kaldera sammelt sich Schneehaufen und an jedem Überhang wachsen Eiszapfen. Wir machen ein Panoramabild, welches sich später so schön mit dem Panorama vom ersten Tag vergleichen lässt. Die Wetterveränderung ist zwar überall, trotzdem in seiner Geschwindigkeit kaum zu begreifen.
Auf dem Rückweg trauen wir uns ein paar hundert Meter weit in die F-Straße Richtung Snaefells zu fahren. Weit kommen wir nicht, bevor mannshohe Schneewehen uns den Weg versperren. Dafür entdecke ich zwei fast perfekt getarnte Schneehühner. Wir halten in der menschenleeren Schneewüste und machen ein paar Fotos, über die Leihoma sich später sehr freut.
Am Nachmittag geht der Große mit Leihoma und Patenonkel durch das Dorf, sie machen einen großen Spaziergang, der schnell einer Wanderung gleicht. Es geht durch unberührte eingeschneite Lavafelder rings um Hellissandur. Andere Menschen sind nicht zu sehen. Überhaupt ist es die ganze Zeit still, menschenleer. Wohltuend.
Die Kinder spielen im Schnee vor dem Haus und bauen einen Schneemann und eine kleine Schneestadt. Es ist einfach herrlich. Zwischendurch wärmen wir uns mit Heißgetränken und Kuchen.
Sonntag, 27. März 2016
Samstag, 26. März 2016
Vatnshellir Höhle... (Island Teil 8)
Tag 8 (26.03)
Wir durchschlafen eine recht unruhige Nacht, der Wind pfeift über das Haus und lässt die (sowieso schon) angeketteten Tonnen draussen klappern. Es stürmt und beginnt zu schneien.
Am nächsten Morgen erwartet uns ein märchenhaftes Winterwunderland. Der Sturm hat viel Schnee gebracht, auf der Straße liegt Schnee und verdeckt Markierungen und Gehwege, die Häuser sind weiß.
Also rein in die warmen Klamotten und raus in den Winter. Es ist herrlich, das Wetter recht schön und nicht mehr ganz so windig. Der Große fängt draußen gleich an einen Schneemann zu bauen. Derweil buche ich für den Nachmittag eine Höhlentour.
Ganz in der Nähe liegt die Vatnshellir Cave - eine 8000 Jahre alte Lavahöhle.
"The cave itself is an 8000 year old lava tube created by volcanic eruption from a nearby crater in the Purkhólar crater family. As the lava rushed down the hill in a lava river it began to cool on the surface, creating a crust on top of the lava river. As the eruption stopped, all the lava from underneath this crust continued to drain out. That eventually left behind empty tube with roof on top that gradually cooled down."
Mini bleibt mit Leihoma am Nachmittag in der Ferienwohnung, während wir anderen vier uns mit dem Auto aufmachen und an der Westküste entlang nach Süden fahren. Wegen des recht wechselhaften Wetters fahren wir zeitig los und haben so noch die Gelegenheit in der Nähe von Djúpalónssandur zu halten. Das Wetter ist nur als dramatisch zu beschreiben. Riesige Wolkenbänke, die der Sturm vor sich herschiebt und dadurch aufgepeitschte Wellen, die sich an meterhohen Lavaauftürmungen am Strand brechen. Den beiden Männern gelingen tolle Aufnahmen und ein Video. Ich warte mit dem Großen derweil im Auto. Kurz darauf kommen wir bei dem kleinen Häuschen an, welches den Eingang zu Höhle markiert.
Gemeinsam mit drei anderen Familien rüsten wir uns mit Helm und Taschenlampe aus. Unser Führer stellt sich vor. "I am Thor and this (Taschenlampe) is my hammer!" Und im nächsten Augenblick vergeht mir das Lachen auch schon. Der Eingang ist ein Loch im Eis, rutschig und nur sehr notdürftig mit ein paar Gummimatten ausgelegt. Es wird dunkel. Ja, hier könnte tatsächlich die Reise zum Mittelpunkt der Erde beginnen.
Thor erklärt uns, was es mit den Lavaröhren auf sich hat, die durch unterschiedliche Temperaturen der flüssigen Lava und damit einhergehenden verschiedenen Fließgeschwindigkeiten entstehen. Er zeigt uns Lava-Stalakmiten und die verschiedenen Arten der Lava, die sich durch ihre unterschiedliche Struktur und Farbe auseinanderhalten lassen. Als er auf einem nur sehr dünn scheinenden Stück Lavaboden hopst, drücke ich uns allen die Daumen, dass er nicht durchbricht - er ist der einzige, der den Schlüssel zur Tür hat.
Eine ende Wendeltreppe führt uns 35 m tiefer in die Dunkelheit. Wobei, ganz dunkel ist es nicht. Die Wände reflektieren ein wenig den Schein unserer Taschenlampen und scheinen zu glitzern. Hier existiert eine fluoreszierende Bakterienart, die noch nirgends sonst auf der Welt beschrieben wurde.
Wir gehen mit der Wendeltreppe an einem "Lava-Fall" hinab. Hier stürzte einst die flüssige Lava einige Meter tief in die sich gerade bildende Höhle. Ganz am Ende der 200 m langen Höhle tritt Grundwasser zwischen den Gesteinen empor. Die Kinder dürfen das klare Wasser probieren. Danach bittet Thor uns, die Lampen zu löschen und ganz still zu sein. Uns umfängt eine absolute Dunkelheit, nicht mal die Bakterien von weiter vorn glitzern hier. Es ist eine unglaubliche Finsternis, wie man sie sonst praktisch nie erlebt. Es wird still, wir halten unwillkürlich die Luft an. Für einen Moment hört man nur noch das Plätschern der Wassertropfen.
Dann geht es langsam zurück, alle sind gebannt von dieser Erfahrung. Wir bestaunen die Lavaröhren und klettern die Wendeltreppe wieder hoch. Draußen angekommen ist man von der plötzlichen weißen Weite fast erschlagen. Eine faszinierende Reise liegt hinter uns und es kommt einem sehr viel länger vor, als die 45 Minuten, die die Tour andauert. Wir verabschieden uns von unserem Führer und fahren zurück.
Später ist noch Zeit für einen kleinen Schneespaziergang durch Hellissandur, dann lassen wir auch diesen Tag ruhig ausklingen. Es wird wieder ein spektakulärer, von Wolken durchzogener Sonnenuntergang. Leider zieht es sich dabei schon so zu, dass es auch heute wohl keine Chance auf Aurora gibt.
Wir durchschlafen eine recht unruhige Nacht, der Wind pfeift über das Haus und lässt die (sowieso schon) angeketteten Tonnen draussen klappern. Es stürmt und beginnt zu schneien.
Am nächsten Morgen erwartet uns ein märchenhaftes Winterwunderland. Der Sturm hat viel Schnee gebracht, auf der Straße liegt Schnee und verdeckt Markierungen und Gehwege, die Häuser sind weiß.
Also rein in die warmen Klamotten und raus in den Winter. Es ist herrlich, das Wetter recht schön und nicht mehr ganz so windig. Der Große fängt draußen gleich an einen Schneemann zu bauen. Derweil buche ich für den Nachmittag eine Höhlentour.
Ganz in der Nähe liegt die Vatnshellir Cave - eine 8000 Jahre alte Lavahöhle.
"The cave itself is an 8000 year old lava tube created by volcanic eruption from a nearby crater in the Purkhólar crater family. As the lava rushed down the hill in a lava river it began to cool on the surface, creating a crust on top of the lava river. As the eruption stopped, all the lava from underneath this crust continued to drain out. That eventually left behind empty tube with roof on top that gradually cooled down."
Mini bleibt mit Leihoma am Nachmittag in der Ferienwohnung, während wir anderen vier uns mit dem Auto aufmachen und an der Westküste entlang nach Süden fahren. Wegen des recht wechselhaften Wetters fahren wir zeitig los und haben so noch die Gelegenheit in der Nähe von Djúpalónssandur zu halten. Das Wetter ist nur als dramatisch zu beschreiben. Riesige Wolkenbänke, die der Sturm vor sich herschiebt und dadurch aufgepeitschte Wellen, die sich an meterhohen Lavaauftürmungen am Strand brechen. Den beiden Männern gelingen tolle Aufnahmen und ein Video. Ich warte mit dem Großen derweil im Auto. Kurz darauf kommen wir bei dem kleinen Häuschen an, welches den Eingang zu Höhle markiert.
Gemeinsam mit drei anderen Familien rüsten wir uns mit Helm und Taschenlampe aus. Unser Führer stellt sich vor. "I am Thor and this (Taschenlampe) is my hammer!" Und im nächsten Augenblick vergeht mir das Lachen auch schon. Der Eingang ist ein Loch im Eis, rutschig und nur sehr notdürftig mit ein paar Gummimatten ausgelegt. Es wird dunkel. Ja, hier könnte tatsächlich die Reise zum Mittelpunkt der Erde beginnen.
Thor erklärt uns, was es mit den Lavaröhren auf sich hat, die durch unterschiedliche Temperaturen der flüssigen Lava und damit einhergehenden verschiedenen Fließgeschwindigkeiten entstehen. Er zeigt uns Lava-Stalakmiten und die verschiedenen Arten der Lava, die sich durch ihre unterschiedliche Struktur und Farbe auseinanderhalten lassen. Als er auf einem nur sehr dünn scheinenden Stück Lavaboden hopst, drücke ich uns allen die Daumen, dass er nicht durchbricht - er ist der einzige, der den Schlüssel zur Tür hat.
Eine ende Wendeltreppe führt uns 35 m tiefer in die Dunkelheit. Wobei, ganz dunkel ist es nicht. Die Wände reflektieren ein wenig den Schein unserer Taschenlampen und scheinen zu glitzern. Hier existiert eine fluoreszierende Bakterienart, die noch nirgends sonst auf der Welt beschrieben wurde.
Wir gehen mit der Wendeltreppe an einem "Lava-Fall" hinab. Hier stürzte einst die flüssige Lava einige Meter tief in die sich gerade bildende Höhle. Ganz am Ende der 200 m langen Höhle tritt Grundwasser zwischen den Gesteinen empor. Die Kinder dürfen das klare Wasser probieren. Danach bittet Thor uns, die Lampen zu löschen und ganz still zu sein. Uns umfängt eine absolute Dunkelheit, nicht mal die Bakterien von weiter vorn glitzern hier. Es ist eine unglaubliche Finsternis, wie man sie sonst praktisch nie erlebt. Es wird still, wir halten unwillkürlich die Luft an. Für einen Moment hört man nur noch das Plätschern der Wassertropfen.
Dann geht es langsam zurück, alle sind gebannt von dieser Erfahrung. Wir bestaunen die Lavaröhren und klettern die Wendeltreppe wieder hoch. Draußen angekommen ist man von der plötzlichen weißen Weite fast erschlagen. Eine faszinierende Reise liegt hinter uns und es kommt einem sehr viel länger vor, als die 45 Minuten, die die Tour andauert. Wir verabschieden uns von unserem Führer und fahren zurück.
Später ist noch Zeit für einen kleinen Schneespaziergang durch Hellissandur, dann lassen wir auch diesen Tag ruhig ausklingen. Es wird wieder ein spektakulärer, von Wolken durchzogener Sonnenuntergang. Leider zieht es sich dabei schon so zu, dass es auch heute wohl keine Chance auf Aurora gibt.
Freitag, 25. März 2016
Stykkisholmur... (Island Teil 7)
Tag 7 (25.3)
Da das Wetter heute recht unbeständig ist – also unbeständig schlecht und nicht „fünf Minuten warten und es ist wieder schön“, haben wir zwei Ausflugsalternativen. Entweder wir fahren die Westküste runter, um den Snaefells herum. Oder wir fahren zurück ins Innere der Halbinsel und besuchen Stykkishólmur samt Schwimmbad.
Für alle Fälle gerüstet, Rucksäcke und Schwimmzeug ins Auto geladen und los. Die erste Station ist Saxhóll, ein Kegelvulkankrater, den man besteigen kann, um in die Kaldera zu schauen. Da Mini auf den paar Kilometern dorthin einschläft, bleibe ich mit ihm im Auto. Die anderen machen sich an den Aufstieg.
Oben gibt es einen Orientierungsstein und verschiedenfarbige Lava sowie eine grandiose Aussicht zum Snaefells, dem Umland und über das ranrauschende Meer. Ich hingegen sehe dräuendes Unheil in Form von Wolken aufziehen. Kurz darauf sehe ich gar nichts mehr, weil es plötzlich bei Sturmwind anfängt zu schneien und die Scheiben innerhalb von Sekunden von einer zentimeterdicken Schneeschicht überzogen sind. Undeutlich nehme ich dunkle Schemen wahr, die sich im Laufschritt dem Auto näheren.
Aufgrund des Wetters entscheiden wir uns nach Stykkishólmur zu fahren. 70 km Strecke, in denen das Wetter unablässig zwischen Schneesturm und Sonne schwankt. Unser erster Anlaufpunkt ist daher das Schwimmbad. Die Umkleide-Regeln sind etwas anders (erst ausziehen, dann nackt duschen, dann Badesachen anziehen) aber schnell durchlaufen, danach genießen wir abwechselnd Hallenbad und die Hot Pots draußen. Herrlich! Wobei ich aufpassen muss, denn die Hot Pots mit 40-42°C sind so warm, dass mein Kreislauf dabei etwas schlapp macht. Leihoma ist abgehärtet genug, um draußen einige Bahnen zu schwimmen. Die Kinder plantschen und freuen sich, Entspannung pur.
Als wir zwei Stunden später das Schwimmbad verlassen erwartet uns strahlender Sonnenschein mit blauem Himmel, der nur von wenigen harmlosen Wattewölkchen durchbrochen wird. Herrlichstes Wetter, die Sonne wärmt unsere Gesichter. Also machen wir uns zu einem Ortsrundgang auf.
Wir besichtigen die architektonisch an ein Schiff angelehnte Kirche. Papa und der Große erklettern dort einen Cache, danach spazieren wir weiter durch den kleinen, idyllischen Ort. Unten am Hafen angekommen ist der Große sichtlich beeindruckt von einigen sehr großen Baumaschinen und der Hafenmauer. Die dort verbauten Steinblöcke haben eingeschlossene Kristalle und Geoden, die im Sonnenlicht funkeln. Wir steigen eine steile Treppen zum Hochplateau auf und genießen den weiten Ausblick über das blaue Meer, welches von Hunderten von kleinen Inselchen durchzogen ist, den Ort und das Umland. Im Hintergrund erheben sich schneebedeckte Bergzüge.
Ein winziger rotgestrichener Leuchtturm lässt in sein Inneres blicken, während um uns herum Möwen kreischen. Langsam machen wir uns an den Abstieg, es ist inzwischen spät nachmittags. Der sich meldende Hunger führt uns auf dem Rückweg noch zu einer kleinen Bäckerei, in der wir Kanelbollen und andere Kuchen kaufen. Das Wetter bleibt uns währenddessen recht hold, trotzdem brauchen wir gute 1,5 Stunden für die Fahrt zurück nach Hellissandur.
Ich stelle eine Maschine Badewäsche an, Papa kocht und wir wärmen uns alle auf. Einer steht immer mit dem Fernglas an der verglasten Außenwand und beobachtet die Vögel, bis es zu dunkel dafür wird. Während des Sonnenuntergangs ziehen Wolken auf und lassen Himmel und Meer in einem faszinierenden Farbenspiel leuchten.
Da das Wetter heute recht unbeständig ist – also unbeständig schlecht und nicht „fünf Minuten warten und es ist wieder schön“, haben wir zwei Ausflugsalternativen. Entweder wir fahren die Westküste runter, um den Snaefells herum. Oder wir fahren zurück ins Innere der Halbinsel und besuchen Stykkishólmur samt Schwimmbad.
Für alle Fälle gerüstet, Rucksäcke und Schwimmzeug ins Auto geladen und los. Die erste Station ist Saxhóll, ein Kegelvulkankrater, den man besteigen kann, um in die Kaldera zu schauen. Da Mini auf den paar Kilometern dorthin einschläft, bleibe ich mit ihm im Auto. Die anderen machen sich an den Aufstieg.
Oben gibt es einen Orientierungsstein und verschiedenfarbige Lava sowie eine grandiose Aussicht zum Snaefells, dem Umland und über das ranrauschende Meer. Ich hingegen sehe dräuendes Unheil in Form von Wolken aufziehen. Kurz darauf sehe ich gar nichts mehr, weil es plötzlich bei Sturmwind anfängt zu schneien und die Scheiben innerhalb von Sekunden von einer zentimeterdicken Schneeschicht überzogen sind. Undeutlich nehme ich dunkle Schemen wahr, die sich im Laufschritt dem Auto näheren.
Aufgrund des Wetters entscheiden wir uns nach Stykkishólmur zu fahren. 70 km Strecke, in denen das Wetter unablässig zwischen Schneesturm und Sonne schwankt. Unser erster Anlaufpunkt ist daher das Schwimmbad. Die Umkleide-Regeln sind etwas anders (erst ausziehen, dann nackt duschen, dann Badesachen anziehen) aber schnell durchlaufen, danach genießen wir abwechselnd Hallenbad und die Hot Pots draußen. Herrlich! Wobei ich aufpassen muss, denn die Hot Pots mit 40-42°C sind so warm, dass mein Kreislauf dabei etwas schlapp macht. Leihoma ist abgehärtet genug, um draußen einige Bahnen zu schwimmen. Die Kinder plantschen und freuen sich, Entspannung pur.
Als wir zwei Stunden später das Schwimmbad verlassen erwartet uns strahlender Sonnenschein mit blauem Himmel, der nur von wenigen harmlosen Wattewölkchen durchbrochen wird. Herrlichstes Wetter, die Sonne wärmt unsere Gesichter. Also machen wir uns zu einem Ortsrundgang auf.
Wir besichtigen die architektonisch an ein Schiff angelehnte Kirche. Papa und der Große erklettern dort einen Cache, danach spazieren wir weiter durch den kleinen, idyllischen Ort. Unten am Hafen angekommen ist der Große sichtlich beeindruckt von einigen sehr großen Baumaschinen und der Hafenmauer. Die dort verbauten Steinblöcke haben eingeschlossene Kristalle und Geoden, die im Sonnenlicht funkeln. Wir steigen eine steile Treppen zum Hochplateau auf und genießen den weiten Ausblick über das blaue Meer, welches von Hunderten von kleinen Inselchen durchzogen ist, den Ort und das Umland. Im Hintergrund erheben sich schneebedeckte Bergzüge.
Ein winziger rotgestrichener Leuchtturm lässt in sein Inneres blicken, während um uns herum Möwen kreischen. Langsam machen wir uns an den Abstieg, es ist inzwischen spät nachmittags. Der sich meldende Hunger führt uns auf dem Rückweg noch zu einer kleinen Bäckerei, in der wir Kanelbollen und andere Kuchen kaufen. Das Wetter bleibt uns währenddessen recht hold, trotzdem brauchen wir gute 1,5 Stunden für die Fahrt zurück nach Hellissandur.
Ich stelle eine Maschine Badewäsche an, Papa kocht und wir wärmen uns alle auf. Einer steht immer mit dem Fernglas an der verglasten Außenwand und beobachtet die Vögel, bis es zu dunkel dafür wird. Während des Sonnenuntergangs ziehen Wolken auf und lassen Himmel und Meer in einem faszinierenden Farbenspiel leuchten.
Donnerstag, 24. März 2016
Ruhe... (Island Teil 6)
Tag 6 (24.3.)
Nach der langen Fahrt gestern und den doch sehr vollen Tagen
in und um Reykjavik machen wir heute einfach mal nichts. Entspannung pur,
ausruhen, spielen, ein wenig spazieren gehen. Zuerst geht Leihoma mit dem Großen an
den Strand, später geht Papa mit beiden Kindern eine Runde durchs Dorf –
Spielplätze erkunden. Patenonkel nutzt die Gelegenheit, um die Laufschuhe zu schnüren und die Gegend zu erkunden. Wir essen, spielen, schlafen, halten mit dem Fernglas
nach Walen Ausschau und kommen richtig an.
Mittwoch, 23. März 2016
Hellissandur... (Island Teil 5)
Tag 5 (23.03.)
Abreisetag. Heute geht es für uns weiter ins 200km entfernte
Hellissandur. Vorher jedoch steht packen und putzen an. Leiohma kommt vorbei, um Mini zu bespaßen, während Papa und der Große sich zu einer Cache-Tour aufmachen.
So kann ich ungestört unsere Sachen zusammensuchen und wieder in den Koffern
verstauen, Spielzeug unter dem Sofa hervorklauben, Lebensmittel verpacken und
die Ferienwohnung putzen. Patenonkel lässt es sich derweil nicht nehmen, der
örtlichen Zahnklinik einen Besuch abzustatten. Gut, es gibt immer Menschen mit
ausgefallenen Hobbys – Zahnarztbesuche in weit entfernten Ländern gehören für
mich nicht zu den attraktivsten Freizeitbeschäftigungen.
Wir sind pünktlich fertig und verlassen die Ferienwohnung.
Die Wartezeit bis Patenonkel zum Zahnarzt zurück ist, überbrücken wir im Hotelzimmer.
Gegen 11:00h sind wir alle aufbruchsbereit. Die Autos werden beladen und wir
fahren zum Bonus in Mosfellsbaer, um Lebensmittel für die Woche einzukaufen.
Gar nicht so einfach das Essen für sechs Personen auszusuchen, einzuteilen, zu
überlegen, was es überhaupt geben soll. Dazu eine Ladung Süßkram und für uns
vier in der Ferienwohnung auch Frühstückszutaten. Dementsprechend dauert der
Einkauf doch etwas länger. Mit vollgeladenen Autos geht es weiter Richtung
Norden. Wir fahren den Fjord entlang und sehen Reykjavik von der anderen Seite
der Bucht, das Wetter ist richtig schön und ich versuche mich an einigen
Bildern aus dem fahrenden Auto heraus. Wir überqueren den Hvalfjödur und
unterqueren den Atlantik in der nächsten Bucht durch einen fast 5km langen
Tunnel. Am anderen Ende werden wir mit einer Mautstation überrascht.
Wartezeiten gibt es dort nicht, die Straße wird mit jedem Kilometer, den wir
zurücklegen leerer. Wir machen eine kurze Pause in Borganes und erreichen
irgendwann die Snaefells-Halbinsel. Wir bleiben auf der südlichen Straße,
vorbei an rauher, schneebedeckter Landschaft, kleinen Kirchen, Gehöften und
Wasserfällen. Die Passstraße ist geöffnet und wir schlängeln uns die Berge
hoch. Kein Problem… oder?
Plötzlich nehmen Schnee, Eis und Wind deutlich zu. Patenonkel
funkt, dass wir mehr Abstand halten sollen. Innerhalb weniger Meter wird es
tief verschneit, die Straße ist nicht mehr richtig sichtbar. Wir orientieren
uns an den verlängerten Leitpfählen, die Sicht beträgt kaum 25m. Kurz darauf
klart es wieder auf, die Sicht verbessert sich und mit jedem Höhenmeter, den
wir weiter hinunter kommen werden auch die Straßenverhältnisse wieder
ungefährlicher. Wir fahren hinab in ein großes Tal mit kleineren und größeren
Flüssen und folgen der einsamen Straße. Der nächste Ort ist dann schon Olafsvik,
es folgt Rif und kurz darauf erreichen wir Hellissandur. Gegen 16:00 sind wir
da. Patenonkel und Leihoma im Hotel und wir betreten unser Domizil für die nächste
Woche. Der Vermieter ist auch da, begrüßt uns und zeigt uns gleich, wo wir
Kaffee & Tee machen können. Das kriege ich aber nur halb mit, denn ich bin
völlig verzaubert von der Wohnung.
Wir betreten einen hellerleuchteten, großen Raum. Mein Blick
fällt zuerst auf die Bücherregale, die die Wände einnehmen. Zur linken Hand
eine super ausgestattete Küche, ein großer Garderobenschrank, in den problemlos
alles reinpasst, was vier Leute im Winter so anziehen. Zur rechten Seite hin
das Wohnzimmer – Sofa, Tisch, Sessel, Lampen und eine Fensterfront über die
gesamte Seite mit einem grandiosen Ausblick auf’s Meer, welches bei Flut bis
unter die Terrasse gischt. Bad mit Waschmaschine und Trockner – dafür werden
wir noch jeden Tag sehr dankbar sein. Eine kleine Büroecke mit hauseigenem IPad
– denn es ist in Island unverzichtbar morgens die Straßenverhältnisse und das
Wetter zu checken. Es schließt sich ein riesiges Schlafzimmer an. Die
Kinderecke ist durch große Kleiderschränke abgetrennt. Der Große entdeckt sofort
die große Legobox. Ein Babybett für Mini steht auch parat. In der Ecke mit
Ausblick über zwei Seiten stehen um einen kleinen Tisch zwei unglaublich
bequeme Ledersessel und ein Fernglas, um Wale, Robben und Vögel zu beobachten.
Alles ist liebevoll hergerichtet und ich finde neben vielen isländischen, auch
ein paar deutsche und englische Bücher in den Regalreihen.
Wir packen aus, räumen unsere Sachen in die Schränke, kommen
an. Die Kinder spielen mit dem Spielzeug, wir kochen Kaffee und Tee und Patenonkel
und Leihoma kommen vorbei. Von der Terrasse aus kann man auf den Strand blicken.
Strand! Also nix wie rein in die warmen Klamotten und raus in die eisige Kälte. Mini und Papa bleiben drinnen und bereiten das Abendessen vor.
Wir spazieren über einen tollen Sandstrand, nur unterbrochen
von erstarrten Lavatürmen, sammeln Muscheln, beobachten Vögel. Ob man hier im
Sommer baden kann?
Dienstag, 22. März 2016
Ab in den Süden... (Island Teil 4)
Tag 4 – Im Süden (22.3.)
Nach dem eher ruhigen Stadttag soll es heute in den Süden
gehen. Wir wollen der Ringstraße nach Vík í Mýrdal folgen und an den diversen
Wasserfällen Rast machen. Wir starten bei strahlendem Sonnenschein, welcher
sich in mit jedem Höhenmeter über den Pass zu einem Schneegestöber entwickelt.
Vorbei am Nesjavellir-Kraftwerk und den
Gewächshäusern im Tal geht es durch Selfoss hindurch zum Urridafoss. Selfoss
ist ein kleiner Ort direkt an der Ringstraße mit gefühlt einem Kreisel. Diesen
allerdings inspizieren wir ganz genau, da wir jede Abfahrt einmal testen –
Patenonkel redet sich später mit Konzentrationsschwierigkeiten heraus.
Angeblich wäre es ja schwierig Auto zu fahren, wenn ein 6-jähriger ohne Punkt
und Komma redet. NEIN! DOCH! OH!!!
Wir erreichen
schließlich unsere erste Station den Urridafoss. Laut Informationstafel der
Wasserfall mit dem größten Wasservolumen. Das wechselhafte Wetter ist während
unseres Stopps einfach herrlich, wir erkunden den kleinen Spazierweg, bestaunen
das unglaublich klare Wasser, dass in mehreren Stufen den Höhenunterschied
überwindet und entdecken ein großes Stück Eis, das wie ein Eisbär geformt ist.
Mini sitzt derweil
selig zwischen dem Kies des Weges und spielt mit den Steinen, als gäbe es kein
schöneres Spielzeug. Als sich weitere dicke Regenwolken ankündigen fahren wir
weiter. Ich fotografiere aus dem Auto heraus, wie eine düstere Wolke ein paar
Kilometer entfernt abregnet. Kurz danach hat uns die Wetterfront erreicht und
eine weitere Weile später scheint die Sonne wieder herrlich über das
erstaunlich platte Land.
Wir nähern uns dem
Seljalandsfoss gemeinsam mit dem nächsten (oder übernächsten) Regengebiet und
warten auf dem Parkplatz erstmal im Auto, stärken uns ein wenig und ziehen noch
eine extra Schicht Regenkleidung über, bevor wir aussteigen. Einige Minuten
später strahlt die Sonne, als wäre nie etwas gewesen. Seljalandsfoss ist ein
etwa 60m hoher Wasserfall mit einer Besonderheit – man kann hinter den Wasserfall
klettern. Da ich den Mini trage, kommt der doch sehr matschig-rutschige Weg,
der teilweise übereist ist, für mich nicht in Frage. Leihoma und ich
besichtigen den Wasserfall lieber von der Außenseite. Die anderen drei machen
sich tief in die Regenklamotten eingemummelt auf den Weg, um einen einmaligen
Blick durch den Wasserfall hindurch nach draußen zu genießen. Der kleine Hang,
auf dem man sich entlang hangelt ist schmal und rutschig, aber die Aussicht
belohnt die Mühen. Ich bin aber doch froh, als sie alle auf der anderen Seite
wohlbehalten und sicher die Treppenstufen hinabsteigen.
Wir folgen dem Weg
vorbei an einigen kleineren Wasserfällen bis zum Gljúfurárfoss. Ein Wasserfall, von dem man nicht allzu viel sieht, da
er in eine Höhle fließt. Während Patenonkel über einen rutschigen Weg und eine
wackelige Holzleiter nach oben klettert und von dort den Wasserfall nach unten
rauschen sieht, traut sich der Große mit Papa durch eine enge Schlucht an den
Grund des Wasserfalls. Über einzelne Steine geht der Weg über das Wasser -oder auch durch das Wasser, wenn man eben
abrutscht bis hinein in die Höhle. Leihoma ist zurück im Auto und wartet dort
und wir wollen uns gerade auf den Rückweg machen, da zieht es sich innerhalb
von Minuten zu und beginnt zu hageln. Zum Glück liegt neben dem Gljúfurárfoss
ein kleiner Einschnitt ins Bergplateau mit einer alten Schafhöhle. Dort warten
wir Hagel und Regen ab und kehren danach ebenfalls zu den Autos zurück.
Weiter geht’s zum Skógafoss. Der Wasserfall fällt über eine
Breite von 25m über 60m in die Tiefe und liegt unterhalb des Eyjafjallajökull.
Mann und Leihoma betrachten das Spektakel von unten, während Patenonkel mit
Mini, der Große und ich die etwa 400 Treppenstufen zum Bergplateau steigen und
von der Aussichtsplattform einen grandiosen Blick über das Tiefland und die
Meeresküste genießen. Wieder zurück unten machen wir vor dem Wasserfall noch
ein paar Fotos und begeben uns dann auf den Rückweg. Wir halten noch kurz am Eyjafjallajökull
Besucherzentrum, sind aber schon zu spät, da es im Winter um 16:00 schließt.
Wegen der Uhrzeit fahren wir auch zurück und nicht mehr weiter bis nach Vík í
Mýrdal. Unterwegs halten wir für eine kurze Essenspause an einer kleinen Höhle.
Dort erfahren wir, wie man Island in 48h schafft. Hinter uns hält ein
asiatischer Tourist, springt aus dem Auto, macht ein Selfie vor der Höhle und
braust weiter – so schafft man natürlich viel mehr Sehenswürdigkeiten in
kürzerer Zeit.
Der Rückweg streckt sich ziemlich, das Wetter ist
zwischendurch richtig schlecht und es regnet/schneit sich ein. Dementsprechend
lange brauchen wir einige Stunden, bis wir zur in Reykjavik sind. Leif hat
leider im Auto mehr geweint, als geschlafen und ist topfit, als wir in der
Ferienwohnung ankommen. Papa zaubert aus den Resten ein kleines Abendbrot für
alle (auch der Große isst diesmal mit). Ich räume derweil schon ein bißchen zusammen.
Montag, 21. März 2016
Reykjavik... (Island Teil 3)
Tag 3 – Reykjavik
Nach zwei Tagen mit langen Fahrten gönnen wir uns und den
Kindern heute einen Tag ganz ohne Auto / Zug / Flugzeug und erkunden
stattdessen Reykjavik. Nach dem Frühstück machen wir uns gemütlich auf den Weg
Richtung Hafen, wieder an Solfar vorbei und auf die Harpa Concert Hall zu. Dort
finden im Winter zwar keine Konzerte statt, dafür aber das EVE Online
Fantreffen, wie uns große Plakate und Fahnen mitteilten. Weiter ging es am
Hafen entlang, wo einige größere und kleine Schiffe lagen. Vorbei an dem
letzten Stück Schiene auf Island und rüber in eine Seitenstraße – der
Mittagshunger meldete sich und da durfte ein Besuch bei Baejarins beztu pylsur
– dem besten Hot-Dog-Stand Islands natürlich nicht fehlen. Wir beschließen: Ja,
die Hot-Dogs sind wirklich lecker!
Ein Cache führte uns weiter im Hafengebiet entlang bis zu
einem wirklich wundervollen Spielplatz aus altem „Schrott“ – Reifen, Paletten,
einem kleinen aufgebockten Fischerboot, Netzen und Seilen. Ein Traum und
natürlich wollte der Große dort gar nicht mehr weg. Patenonkel war unterdessen
ein wenig die Umgebung erkunden und fand damit eher zufällig auch die EVE
Online Statue. Kurz darauf, der erste Cache war gerade gefunden, zog es sich
plötzlich zu, dicke Regenwolken rauschten heran. Patenonkel, Leihoma, Mini und
ich warteten vor dem Aurora Visitor Center, während Mann und der Große sich
durch den plötzlich einsetzenden Regensturm weiterkämpften um den zweiten Cache
zu finden. Wir wurden beim Warten mit einem wunderschönen Regenbogen belohnt –
die anderen beiden mit einem gefundenen Cache und mehr oder minder
durchweichten Hosen.
Es ging inzwischen auf den Nachmittag zu, die Hot-Dogs
hielten nicht allzu lange vor und wir machten uns hungrig und ein bißchen müde
auf, weiter in die Stadt zu kommen. Vorbei an den Botschaften machte der Große
langsam schlapp – bis mein Mann sich eine kleine Fotoserie ausdachte und ihn
gemeinsam mit jedem der erstaunlich unterschiedlichen Hydranten fotografierte.
Arg schwächelnd bogen wir in die Skólavörðustígur ein und konnten einen ersten
Blick auf die majestätische Hallgrimskirkja erhaschen. Bevor wir diese
allerdings eingehender inspizieren, machen wir Rast im Café Babalu. Der Gatte
hatte es beim Planungs-Stöbern im Internet entdeckt und wir wurden nicht
enttäuscht. Das Café ist unglaublich gemütlich, stuffy und urig eingerichtet,
das Essen ist wunderbar (selbstgemachte Tomatensuppe, Nutella-Cheesecake) und
das Bad (schade, kein Foto gemacht!) in einem liebevollen Vintage-Look
hergerichtet. Absolut empfehlenswert!
Frisch gestärkt gehen wir nun auf die Hallgrimskirkja zu und
ich krame die Fotoutensilien aus dem Rucksack. Häkelbart für den Großen,
Hörner-Mütze für den Mini und so machen wir Familienfotos vor der Statue von
Leif Eriksson. Damit der Mini später auch weiß, woher sein Name stammt.
Wir betreten die Kirche, lassen und von der äußerlichen
gewaltigen Silhouette beeindrucken und von der inneren Kühle und Askese
beruhigen. Mann und der Große kaufen ein Ticket für den Lift und fahren nach
oben um die Stadt aus der Vogelperspektive zu bestaunen. Derweil krabbelt der
Mini zwischen den Kirchenbankreihen rum und lacht mit anderen Touristen. Ich
bewundere die aufwendige Orgel mit ihren unglaublichen 5275 Pfeifen.
Wir schlendern langsam zurück, noch ein Stück die
Laugavegur entlang, vorbei am Chuck Norris Grill und sind am frühen Abend
zurück in der Ferienwohnung. Heute gibt es warmes Essen und wir sind alle
irgendwie richtig froh drum, auch wenn es „nur“ Nudeln mit Tomatensauce und
einer „Salami-mein Mann zaubert aus nix unglaublich leckere“-Sauce ist.
Abonnieren
Posts (Atom)