Freitag, 4. Januar 2019

Oma Ellis Zitronenkuchen

Wenn's mal schnell gehen muss, backe ich gerne einen fixen Blechkuchen in dem für mich ganz viele frühkindliche Erinnerungen stecken. So einen Kuchen machte nämlich Oma Elli in ihrer kleinen Greifswalder Plattenbau-Küche.

Viele Erinnerungn sind da nicht. Dieser Zitronenkuchen, in kleinen Stückchen, die auch Kinderhände gut fassen können. Eine grüne Tagesdecke über dem Bett, auf dem immer ein Plüschhase saß. Eine Wohnwand mit allerlei Zinnsoldaten und der Opa, der vom Krieg erzählte, während ich auf dem Sofa saß und Kuchen aß.



Der Kuchen ist schnell gemacht, saftig und schmeckt auch am nächsten Tag noch lecker.

Zutaten:

350g Butter
350g Zucker
350g Mehl
3 unbehandelte Zitronen
6 Eier, getrennt
1 Pck. Backpulver
200g Puderzucker
1 Prise Salz

Eier trennen und das Eiweiß mit einer Prise Salz steif schlagen.

Zitronenschale abreiben und die Zitronen auspressen. Saft einer Zitrone für den Guss zurückstellen.

Butter mit Zucker schaumig rühren und Eigelb nach und nach einrühren. Danach Mehl, Backpulver und Zitronenschale und -saft hinzufügen bis ein geschmeidiger Teig entsteht. Eischnee unterheben.

Alles auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech streichen und ca. 20 Minuten bei 180°C backen. Der Kuchen sollte oben leicht gebräunt sein. Aus dem Ofen nehmen, abkühlen lassen.

Aus Zitronensaft und Puderzucker Guss herstellen und gleichmäßig über dem Kuchen verteilen.

Mittwoch, 2. Januar 2019

2019

Hallo 2019 - vielleicht wirst du nicht ganz so achterbahnig, wie 2018. Aber die kommenden Ereignisse, lassen jetzt schon vermuten, dass dieser Wunsch eher nicht in Erfüllung geht. Nun ja.

Rückblick auf 2018, bevor das neue Jahr mich voll in Beschlag nimmt.


Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war Dein Jahr?


Im Schnitt vielleicht eine 3-4 mit Amplituden von -5 bis 8. Muss ich jetzt nicht nochmal haben.


Das Jahr begann mit einem wunderbaren Aufenthalt in Riksgränsen, der aber schon von der Krankheit des besten Freundes überschattet war. Schnell noch den Minimann-Geburtstag auf dem Pferdehof gefeiert. Dann kam der Rest des Januar, an den ich nur vage Erinnerungen an Wartezimmer habe. Der Februar, in dem ich (meist mit Leihwagen, immerhin) jeden Tag erst ins Krankenhaus und dann zur Rehaklinik fuhr. Der März, in dem der beste Freund die ersten Schritte zurück ins "normale" Leben tapste. Der April, als wir wieder begannen zu arbeiten und einen sehr tollen Geburtstag des Großen im Bergwerk feierten. Kaum zurück im Labor hat der Chef ganz dunkle Nachrichten.


Ende Mai der Versuch eines "Befreiungsschlags". Der beste Freund und ich radeln nach Cuxhaven und verbringen dort Sommertage am Strand mit der Familie. Wir füllen die Wochenende mit Wanderungen, greifen nach jedem Strohhalm, der den "das Leben ist schön" Label trägt.


Der Sommer kommt, der Urlaub auf Römö ist sehr durchwachsen. Eine geplante Radtour im Süden Norwegens fällt wegen krank aus, eine hinterhergeschobene Last-minute-Radtour am Lago Maggiore ebenso. Auf Arbeit wankt es weiterhin, wir setzen alle Hebel in Bewegung und versuchen trotzdem unser Laborprogramm durchzuziehen. Ein Schatten liegt über allem.


Der Sommer geht gar nicht in Herbst über. Kurzentschlossen muss ich nochmal weg. Weg, weit weg, lange. Alles fügt sich. Der beste Freund und ich fliegen auf die Lofoten zum Radfahren. Vier Wochen absolute Auszeit von allem Stress. Mann und Minimann bekommen zeitlich passgenau doch noch einen Kurplatz, beide Kinder können eine Woche Urlaub bei Oma und Opa in Holland machen.


In unserer Wohnung wird derweil saniert, die Schäden werden mit jedem Tag schöner. Irgendwann bekomme ich im hohen Norden die Meldung: wir ziehen in eine Ferienwohnung, wahrscheinlich bis Weihnachten.


Tiefenentspannt komme ich dennoch zurück. Und falle in einen Alltag, der absolut anders ist und viel und an einem anderen Ort und seit dem konnte man keinen Tag mehr durchatmen. Nach der Kur beginnt der Mann mit seinem neuen (fast Vollzeit-) Job. Wieder wird der Alltag neu hingeruckelt. Trotzdem treffen der Mann und ich eine folgenschwere Entscheidung. Wir haben die allerlängste Zeit in der Wohnung gelebt. Die Sanierung ist nur husch husch gemacht. Wir kaufen ein Haus. Zu dem turbulenten Alltag, in dem leider sehr viel wichtiges für mich hinten runterfällt, halsen wir uns jetzt also noch eine große Renovierung, zig Bank-, Anwalts-, Handwerkertermine auf. Weil es die bessere Lösung ist.


Zum Nikolaus gibt es endlich die gute Nachricht vom Chef. Wir haben es geschafft genügend Drittmittel für eine Weiterbeschäftigung einzuwerben. Endlich. Seit April hingen wir in der Luft.


Wenige Tage vor Weihnachten können wir in eine komplett verstaube Wohnung zurückziehen. Nicht. Magen-Darm bricht aus, der Mann arbeitet, danach putzt er die Wohnung. Meine heldenhafteste Tat ist "aufstehen". Noch bevor wir eine Nacht in unserer Wohnung schlafen können, sind die Weihnachtsferien da und wir fahren nach Holland. Ein paar Tage aufatmen. Heiligabend am Strand. Bescherung bei meiner Schwester - wunderbar.


Die Kinder bleiben, wir fahren und beginnen mit Hilfe vom besten Freund und einem weiteren guten Freund mit den großen Arbeiten im Haus.


Der Minimann wird krank und ich fahre Silvester die Kinder aus Holland abholen. Das Jahr endet. Endlich.


Zugenommen oder abgenommen?


Erst "dank" Gastritis abgenommen, dann wieder zugenommen. In Summe abgenommen. Ein kleines bißchen weniger dürfte es gerne noch sein.


Haare länger oder kürzer?


In etwa gleich lang. Sie könnten ein Stück kürzer werden. #2019todoListe


Kurzsichtiger oder weitsichtiger?


Unverändert.


Mehr Geld oder weniger?


Familiär mehr seit der Mann eine neue Stelle angetreten hat. Für mich "nur" die Tariferhöhung.


Mehr ausgegeben oder weniger?


Etwa gleich viel.


Der hirnrissigste Plan?


Ein Haus kaufen.


Die gefährlichste Unternehmung?


Hm. Die meiste Angst hatte ich auf dem Rückweg vom Vetten, weil es sehr steil und rutschig und schneeig war. Ansonsten mache ich eigentlich nichts gefährliches.


Die teuerste Anschaffung?


Das neue Fahrrad für den Mann.


Das leckerste Essen?


Ich habe dieses Jahr sehr häufig sehr gut gegessen. Mein Favorit: Das Beef Stew in Ringstad.


Das beeindruckenste Buch?


Robert J. Oppenheimer von Kai Bird und Martin J. Gershwin. Und Born a crime von Trevor Noah.


Der ergreifendste Film?


Ich gucke keine ergreifenden Filme. Aber ich war seit langem mal wieder im Kino und habe Grindelwald gesehen.


Die beste Serie?


Dr. Who


Die beste CD?


Öhem...


Das schönste Konzert?


War bei keinem.


Die meiste Zeit verbracht mit…?


Sein.


Die schönste Zeit verbracht mit…?


Mit meiner Familie und dem besten Freund. Am schönsten, wenn wir irgendwo unterwegs sind.


Vorherrschendes Gefühl 2018?


Dunkelheit.


2018 zum ersten Mal getan?


Jemanden durch eine sehr schwere Zeit begleitet.


Über die Lofoten geradelt.


Nordlichter gesehen. Und Elche.


2018 nach langer Zeit wieder getan?


Da fällt mir nix ein.


3 Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?


Krankenhaus.

Rehaklinik.
Banges Warten.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?


Mich selbst davon, dass es weitergeht.


Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?


Das Minecraft-Dorf von Lego für den Großen. Ansonsten muss das wohl eher der Beschenkte beurteilen.


Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?


Am Leben sein.


Besseren Job oder schlechteren?


Gleicher Job.


Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was?


Nix.


Mehr bewegt oder weniger?


Mehr auf dem Fahrrad. Weniger beim Laufen.


Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr?


Ein heftiger zwei Tages-Fieber-Infekt und ein Magen-Darm-Virus. Außerdem hatte ich Anfang Januar einen echt fiesen Hexenschuss. Und eine monatelange Gastritis.


Davon war für Dich die Schlimmste?


Davon will ich nichts nochmal, aber Magen-Darm ist mein Endgegner.


2018 war mit 1 Wort…?


Zuviel.



Donnerstag, 13. Dezember 2018

Lofoten by bike Review...

Nachdem nun ein paar Wochen vergangen sind, der Alltag jeden wieder fest im Griff hat, sind die unmittelbaren Eindrücke langsam sortiert (genauso wie die Fotos). Und da man zum Ende des Jahres nicht nur nach vorn, sondern auch zurückschaut, ist es Zeit für einen Rückblick.

Rückblick auf die unvergessliche Radreise über die Lofoten und der übliche Disclaimer: wenn ich hier etwas verlinke, dann nur, weil ich es wirklich weiterempfehle. Keine Werbung, alles selbst gezahlt.


(Klick öffnet Link zu Google Maps)


Die Strecke:

Wir sind mit Norwegian von Berlin via Oslo nach Bodø geflogen, haben dort unsere Koffer und Radkoffer nach Tromsø verschickt (mit der norwegischen Post) und sind dann mit der Fähre nach Moskenes gefahren.

Dort war unser Lofoten Startpunkt. Von Moskenes fuhren wir am selben Abend noch weiter bis auf die kleine Insel Hamnøya (Reine) und übernachteten in einem Rorbu. Am nächsten Tag ging es weiter nach Ramberg, wo wir Unterschlupf in einem kleinen B&B fanden. Am Nachmittag radelten wir zurück nach Fredvang und wanderten von dort zum Kvalvika Beach (bzw. wegen Wetter bis auf den Hügel, so dass wir auf den Strand hinunterschauen konnten).

Von Ramberg aus führte die Strecke weiter nach Nusfjord, ein winziges Museumsdorf im Süden von Flakstadøya und von dort wieder zurück und weiter durch den Nappstraumentunnel nach Vestvagøy. Dort blieben wir drei Tage in der Offersøyveien, ganz kurz hinter dem Tunnel. Ein hervorragender Platz, um von dort aus in alle Richtungen die Lofoten zu erkunden (mit dem Auto). Direkt hinter dem Haus führt ein Wanderweg auf den Offersøykamen, eine Wanderung, die man auf gar keinen Fall auslassen sollte.

Von dort aus radelten wir nach Leknes, nach Haukland und Uttakleiv Beach. Wer nicht mit dem Auto unterwegs ist, dem empfehle ich wärmstens den alten Küstenweg zwischen den Stränden zu nehmen, statt des Tunnels.

Nach den drei sehr entspannenden Tagen fuhren wir weiter nach Eggum. Dort campten wir am Nedre Heimredalsvatnet. Am nächsten Tag führte der Weg weiter nach Kvalnes, wo wir ein kleines Ferienhaus für eine Nacht bezogen. In der Nacht wurde es stürmisch, das Wetter schlug um und für den Folgetag war schwerer Sturm angesagt.

Deshalb brachen wir schon recht früh morgens auf und pedalierten von einer Bushaltestelle zur nächsten, bis eine dunkle Wasserwand und eine hohe, lange Brücke uns beschließen ließen, den Bus zu nehmen. Ein paar Kilometer Bus, dann wieder rauf auf die Räder. Es waren nur ein paar Kilometer bis nach Hennigsvaer, aber die hatten es in sich, führte die Straße doch direkt an der Küste entlang. Links Bergswand, rechts Fjord, zum Glück mit wenig Verkehr. Als Abschluss, während es wirklich schon heftig stürmte, noch zwei Brücken. Die Erste war gerade noch so befahrbar, bei der Zweiten schob ich mein Rad lieber.

Ziemlich erschöpft checken wir im Bryggehotell ein und freuen uns riesig über das frei nutzbare Waffeleisen, samt Teig und Topping. Ein sehr professionell geführtes Hotel, in dem man sich sehr wohlfühlt. Nach einer langen, warmen Dusche trotzen wir noch mal dem Sturm und laufen das Dorf ab, das exponiert auf einigen Schären liegt. Gerade groß genug, um ein paar Häuser (und einen Fußballplatz) zu beherbergen.

Der nächste Tag, das nächste Ziel. Svolvaer, die Hauptstadt der Lofoten. Es stürmte immer noch, aber inzwischen hatte der Wind gedreht und wehte aus Nordwesten heran. Das ist streckenweise ganz angenehm, da wir Rückenwind hatten oder geschützt von Bergketten radelten. Außerdem gibt es einen großen Streckenabschnitt mit Radweg. Ein paar Mal aber drückte es uns fast gegen die Leitplanken und nur achtsames Bremsen und Absteigen half.

Mit nur einem kurzen Fotostopp in Kabelvåg erreichten wir in Svolvaer unsere Campinghütte. Zwei Nächte blieben wir dort. Eigentlich hätten wir gern eine Seeadler- / Trollfjordtour gebucht, aber der Wind hielt mich davon ab, ein Boot zu besteigen. Statt dessen ein Tag lang Stadtbummeln, Lebensmittel kaufen, Schuhe kaufen (mit intakter Goretex-Membran, endlich trockene Füße!).

Die letzte längere Strecke wartete nun auf uns. Wir entschieden uns wegen des angekündigten Wetters und meines immer mehr belasteten Knies dafür, auf der E10 zu bleiben, um so Kilometer zu sparen und fuhren mit einem längeren Stopp am Austenesfjorden Rastplatz nach Fiskebøl zur Fähre, um nach Melbu überzusetzen. Das Wetter versöhnlich, teilweise sonnig, wunderschön.

Fakten, Fakten:

Streckenlänge: 335 km Radstrecke mit stattlichen 3364 Höhenmetern

Dauer: 10 Tage

Wetter: überwiegend ein ständig wechselnder Mix von Regen und Trocken. Ab und an Sonne, zwei Tage heftiger Sturm

Übernachtungen: 6 verschiedene Unterkünfte - FeWo, Zelt, Hotel, B&B, zweimal mehrtätiger Aufenthalt, ich kann alles weiterempfehlen, daher die Links im Text.

Verkehr: Wir sind hauptsächlich auf der E10 gefahren, off-season. Die einhellige Meinung aller Einheimischen war: super im September mit dem Rad, während der Sommersaison wegen der Touristenmassen (und dem sehr hohen Wohnmobilaufkommen) praktisch nicht mehr machbar. Die Straße ist schmal, gerade so zweispurig, hat nicht überall einen Mittelstreifen und ist absolut nicht für dichten Verkehr ausgelegt. Radwege gibt es nur um Leknes und Svolvaer herum. Ich würde jedem dringend empfehlen eine Radtour ausschließlich off-season zu planen und so häufig es geht, aus kleinere Straßen auszuweichen, von denen es aber wenige gibt.

Camping:  Ich spare mir hier mal den Sermon darüber, dass man sich an geltende Regeln halten          soll. Ich finde das ist eine Selbstverständlichkeit und unsäglich, was die Lofoter während der Saison offensichtlich an touristischem Danebenbenehmen so erleben. Wir haben wegen des Wetters leider nur einmal gezeltet. In der Nähe eines Wohnmobil-Campingplatzes, weitab von bewohntem Gebiet und außerhalb des angrenzenden Naturschutzgebietes.

Leute: Wir können nur positives berichten. Praktisch jeder spricht Englisch, wir wurden überall freundlich aufgenommen, haben tolle Tipps bekommen, jeder war sehr gastfreundlich und auch mit den wenigen Touristen, die wir kennengelernt haben, haben wir uns gut verstanden und hilfreiche Tipps ausgetauscht. Und natürlich mögen norwegische Geschäfte unsere Kreditkarte genauso gern, wie uns. Wir bekamen sehr viel positives Feedback bezüglich unser Radtour.

Über das kulturelle Leben auf den Lofoten kann ich wenig sagen. Wir haben eigentlich nur Outdoordinge getan, waren "nur" im Hurtigrutenmuseum, in keiner der vielen Galerien. Es scheint aber der Fall zu sein, dass (zumindest während der Saison) ein breites Spektrum an Kultur geboten wird.

Und am Ende bleibt die Hoffnung, dass es kein "once in a lifetime" Trip war, sondern sich noch einmal die Gelegenheit bieten wird zurückzukehren. 






Mittwoch, 12. Dezember 2018

12 von 12... (im Dezember)

Caro sammelt zum letzten Mal in diesem Jahr 12 Bilder vom 12.

Es ist Advent und jeden Tag öffnet sich ein Türchen. Das habe ich heute zum Anlass genommen, mal all die Türen zu fotografieren, die mir heute begegnet sind.

Morgens zuerst die Schranktür in der Ferienwohnung, hinter der sich ein paar meiner Klamotten verbergen. 

 Das schokoladige 12. Adventskalendertürchen.

Kühlschranktür, schnell ein paar Sachen zurück geräumt, die noch vom Frühstück der Kinder draußen standen.

 Die hübsch dekorierte Ferienwohnungstür verlassen.

Und kurz zu Hause gewesen, um Dinge zu räumen und Wäsche anzustellen.

Labortür mit den obligatorischen Sicherheitshinweisen.

Gasflaschentür, hinter der sich die Wasserstoffflasche verbirgt.

Vollbepackt lieber den Aufzug statt der Treppe genommen.

Rein ins Auto.

Und kurz in den Supermarkt gegangen, um ein paar Kleinigkeiten zu holen.

Geheimnisvolle Tür, hinter der unser heutiger Termin beim Rechtsanwalt stattfand.

Mittwoch, 5. Dezember 2018

WmdedgT... (im Dezember)

Noch einmal fragt Frau Brüllen in diesem Jahr: Was machst du eigentlich den ganzen Tag?

Nicht so viel Spannendes - aber es ist eben auch mitten in der Woche.

Halb aufstehen mit den Kindern, d.h. ich treibe beide zum Anziehen - Zähneputzen - Ranzen mit Frühstück und Getränk bestücken - Anziehheeennn bitteeeee an.

Als um 7:40 alle das Haus verlassen haben, schlafe ich noch eine Runde weiter. Kurz darauf stehe ich selbst unter der Dusche, anziehen, schnell alle Rollos hoch, durchlüften, minimal räumen und dann los. Schwer bepackt mit Sportzeug, Arbeitstasche, Unterlagentasche und zwei riesigen Paketen wanke ich zum Auto.

Ich fahre heute mit dem Z-Auto, weil es betankt werden muss und die nächste CNG-Tankstelle in der Stadt ist (Infrastrukturapokalypse made in Germany, aber das ist ja alles auch nichts neues). Das Z-Auto möchte erstmal freigekratzt werden (Kratzer im Auto fehlt). Ich fahre los, parke auf dem Schotterparkplatz in der Nähe des Instituts und stelle fest: Tanken war ich jetzt nicht. Egal.

Erstmal das übliche. Kaffee anstellen und während die Maschine durchläuft, alles im Labor hochfahren. Beim ersten Kaffee alles Papierkram abarbeiten und dann auch gleich noch ein paar wichtige Mails rumschicken.

Dafür muss ich einen Antrag einscannen. Ich klettere also auf meinen Schreibtisch, hebe den Scanner vom Regal, stöpsele alles zusammen und - die Software stürzt ab. Wiederholt. Nagut. Ich versuche den anderen Scanner, der kann immerhin Dokumente auf den Server scannen und von dort kann der Kollege sie mir kopieren. Verbindung mit Server nicht möglich. Wiederholt. Grummel. Ich gehe rüber ins Sekretariat und netterweise scannt mir die gute Frau Q. alles ein und schickt die Dokumente per Mail.

"Mal kurz" heißt in diesem Fall also: 20 Minuten später ist alles erledigt. Mittagessen. Ich mag was Warmes, weil es draußen kalt ist, aber die Schlange in der Mensa ist so lang wie der Bart vom Weihnachtsmann. Also doch Salat mir ein paar drübergeworfenen Nudeln. Dafür längerer Spaziergang durch den winterschlafenden botanischen Garten bei blauem Himmel und frostklarer Luft. Herrlich.

Ab ins Labor, Messungen. Die Messungen sind langsam, sehr langsam. Bei "dicken" Mischungen mit sehr viel (ha ha 2500 ppm) Iod setzen sich die Wände zu und man muss dauernd mit Ethanol putzen und bis das alles wieder zufriedenstellend abgepumpt ist, dauert es natürlich.

Pause genutzt, um Schnittmuster zu kleben und zu schneiden.

Der Chef kommt mit einem Ordner rein. Das Spinnenmolekül. Ööhhhh... ja, haben wir mal annodazumal gemessen. Ich krame in meiner Erinnerung. Chef beschließt, die aktuelle Messreihe erstmal liegen zu lassen und sich um das Spinnenmolekül zu kümmern. Da kann man eventuell ein Paper zwischenschieben, denn das aktuelle Molekül ist komplexer und wahrscheinlich müssen wir noch ein anderes Molekül zum Vergleich messen.

Zwei Stunden später kommt der Chef wieder freudestrahlend rein. Spinnenmolekül ist toll, das funktioniert alles so und so und die Thermochemie hat er schon mal überschlagen und die Kinetik ist dann nur noch ein Klacks und den Titel für das Paper hat er auch schon. Aus Gründen etwas skeptisch fragen wir nach fehlenden Messungen und kommen zu dem Schluss, dass man die Beweislage mit einer wirklich kurzen Messreihe bei bestimmten Bedingungen deutlich verbessern kann. Schön. Wissen wir also, was als nächstes dran ist.

Kurz vor Feierabend packe ich noch fix die Nikolausgeschenke ein, stelle fest, dass ich zwar die richtigen Bücher für den Mann bestellt habe, aber in der falschen Sprache. Ist nun so. Bessert man eben nebenbei sein Englisch auf.

Auf der Nachhausefahrt bemerke ich gerade noch rechtzeitig, dass ich ja das Z-Auto fahre, damit ich es tanke und fädele mich auf die Linksabbiegerspur ein. Tanken, warten, bezahlen und weiter.

Zuhause gibt es Nudelauflauf und ich merke, dass ich den Tag über zu wenig gegessen habe. Der Mann und ich tauschen müde alle wichtigen Infos des Tages aus, planen den morgigen Tag und schauen dann noch schnell zwei Folgen Dr. Who, obwohl es wie jeden Abend eigentlich schon viel zu spät ist.

Montag, 12. November 2018

12 von 12... (im November)

 Frau Kännchen sammelt.

Wenn kleine Menschen mit im Bett schlafen, wacht man morgens schon mal nicht alleine auf.


Und wenn man schon dabei ist, kann man auch gleich Wäsche machen.


Gesundes Frühstück - geknipst, bevor die Milch rein kam und alles matschig aussehen lässt.


Lieben Überraschungsbesuch bekommen, der mir Nervennahrung mitbrachte.



Baustellenbesprechung die x-te. Ich stelle meine Badplanung vor. Spoiler: Nope - 2000€ für ein modernes Bad sind der Vermieterin zu viel. So be it.


Draußen immerhin herbstliche Wolkenwelt.


Warten auf den Großen, damit ich ihn mit zur Uni nehmen kann.


Endlich Abendbrot! Ich bin am Verhungern. Und da es gestern take-away gab, gibt es eben heute den Sonntagsbraten.


Abendliches Vorlesen. Ich mag ja Klassiker.


Als die Kinder im Bett sind, gönne ich mir einen Schokobon aus der Martinssingen-Ausbeute.


Schnell noch Sachen für morgen packen und dann ab ins Bett. Zu den Kuscheltieren.

Montag, 5. November 2018

WmdedgT... (im November)

Novembertagebuchbloggen bei Frau Brüllen.

Montag. Und ich kann ausschlafen! Nach drei Wochen kann ich endlich mal ein bißchen länger liegenbleiben und schlafen.

Nagut, ein bißchen. Aber eine schöne Dusche morgens macht ja auch wach. Ich habe den Vormittag noch frei, weil ich heute der Kinderfahrdienst bin. Also nutze ich den Vormittag, um zum Hausarzt zu radeln, dort für meinen Mann eine Akte zu beantragen und gleich mal die Grippeimpfung machen zu lassen.

Dieser schöne Plan mit viel Frischluft klappt genau so lange, bis ich in voller Fahrradmontur vor meinem Rad stehe, das allerdings nicht mit meinem Schloss, sondern mit dem vom Mann angeschlossen ist - wofür er den Schlüssel hat.

Also alles zurück, aus den Klamotten gepellt, umgezogen und dann doch mit dem Auto los. Hausarzt ist erstaunlich schnell abgehandelt, ich bin grippegeschützt, habe alle wichtigen Unterlagen dabei und fahre meine Runde gleich weiter zur Bibliothek, um Bücher abzugeben.

Zurück in der Ferienwohnung mache ich eine Haushaltsrunde, recherchiere schon mal den Erwachsenenpart für einen Kindervortrag (hm... ich muss wohl mal in der Chemikalienausgabe fragen gehen), lese beim Kaffeetrinken (um 12:00 ganz ganz dringend nötig!) einmal durchs Internet und genieße die völlige Ruhe. Und den Kaffee. Rømø-Kaffee, den mein Mann aus seinem DK-Kurzurlaub mitgebracht hat und der einfach megasuperleckertoll ist. Ich hoffe sehr, dass das Café Hattesgaard doch mal einen Onlineshop eröffnet.

Dann packe ich Notebook für mich, für den Großen und meine restlichen Arbeitssachen zusammen und fahre los, um den Großen an der Schule einzusammeln. Das mache ich ja praktisch nie, aber wegen der Kur kam es in den letzten Wochen doch zweimal vor. Jetzt parke ich immer weiter weg, diese Autoschlange direkt vorm Schultor GEHT GAR NICHT.

Den Großen eingeladen, los zur Uni. Erstmal noch ein später Mensaessen und wir waren wirklich spät, weshalb die Essensauswahl doch sehr spärlich war. Nagut, man wird auch mal von trockenen Nudeln und etwas Salatresten satt. Auf dem Rückweg stand auch schon die frische Biokiste parat, damit konnte man dann doch eine vollständige Mahlzeit zusammenpuzzeln.

Hausaufgaben, Labwork. Der Große surft durchs Internet um etwas Vorabrecherche für seinen Vortrag zu machen. Dann fahren wir auch schon los, in die Innenstadt zum YLab. Da wir nicht wussten, wie der Termin abläuft, hatte ich erstmal für "mit Eltern" geplant. Stellt sich jedoch raus, dass die Kinder alle groß sind und das ganz alleine können. Also bleiben mir anderthalb Stunden, die ich für Kaffee und Kuchen, sowie Schulbesorgungen nutze. Das Kind verbraucht seit neuestem echt viele Patronen, außerdem muss ein neues Stück Kreuzstichstoff (heißt das so?) und ein hübsches Multicolorstickgarn für den Textilunterricht her.

Um 18:00 hole ich den Großen wieder ab. Alles lief prima, er möchte auf jeden Fall dabei bleiben. Was ich erwartete war so etwas wie 2-3 Treffen und in der Zwischenzeit erarbeiten sich die Kinder ihren Vortrag mit Hilfe der Eltern zu Hause. Das hätte auch gerade noch in den doch sehr vollen Alltag gepasst.

Pustekuchen. Jeden Montag ist nun Treffen, u.a. zur Literaturrecherche in der Stadtbibliothek. So viele Montagstermine einzupassen wird - spannend.

Erstmal fahren wir nach Hause, Abendbrot mit allen gemeinsam, Vorlesen, Kuschelrunde (bei der ich mal ganz kurz wegnicke) und dann stehe ich doch nochmal auf, um zwei Folgen Travellers zu schauen.