Mittwoch, 12. Oktober 2022

12 von 12... (im Oktober)

 Caro sammelt 12 Bilder des 12. eines Monats. Zack - da hat das letzte Quartal begonnen und es ist Herbst.


Während das Kaffeewasser kocht, räume ich die Küche auf und weiche einen Topf ein.

Die Sonnenblumen im Garten geben alles.

Und auch die Feigen am Bäumchen sind beinahe reif.

Ich nutze das herrliche Wetter, der Frühnebel hat sich verzogen.

Überall knallen die Herbstfarben.

Bis ganz nach oben leuchtet es.

Niemand hat den Mohn am Fahrradweg darüber informiert, dass die Blühsaison eigentlich vorbei ist.

Alleinstehender Baum. Mitten auf dem Feld. Der Bauer hat mal erzählt, dass ihn das einiges "kostet", da drumherum das Feld nicht bewirtschaftet werden kann. Aber auch er findet den Baum so schön, dass er dort stehen darf. Toll!

Pilze überall!

Die Jagdsaison ist auch im Gange, aber vormittags ist der Jägerstand nur ein hübscher Kontrast.

Es folgen unfotografiert Mittagessen und Lernen mit den Kindern. Während M mit den danach Kindern Pilze sammeln geht, bin ich in der Schule auf einer Konferenz. Die anderen sind nicht soo erfolgreich beim Sammeln (weil unser Freund H. vor uns da war), aber es reicht für ein leckeres Steinpilzabendbrot.


Nach dem Abendprogramm raffen M. und ich uns nochmal auf. Das eine Auto muss zum TÜV und sollte möglichst früh morgen bei der Werkstatt sein. Also bringen wir es jetzt schon hin und hören währenddessen den aktuellen Streitkräfte (mit AE) Podcast.






Mittwoch, 5. Oktober 2022

WmdedgT... (im Oktober)

 Mittwoch, der 5.Oktober und während Frau Brüllen Tagebucheinträge sammelt und gleichzeitig nach Island fliegt (ich will mit!!!!) - geht es hier etwas ruhiger zu.


Nachdem alle aus dem Haus sind, ich aufgestanden bin und Kaffee habe, steht heute sehr viel Verwaltungskram an. Ich beginne mit der Erstellung eines Emailverteilers, damit ich die anderen Elternräte gut und schnell erreichen kann. Das ist langwieriger als erwartet und gerade, als ich dabei bin aus meinen Listen die letzten Namen abzugleichen, informiert mich mein Emailprogramm, dass diese Verteilerliste nun gelöscht wird. What???

Ich seufze und hole mir mehr Kaffee und mache die ganze ******** Arbeit nochmal. Voll schön. Zwischendurch versuche ich meine Bankfrau zu erreichen, aber die geht nicht ans Telefon. Irgendwann ist der Verteiler aufgesetzt und alle wichtigen Infomails verschickt. Na wie schön auch.

Der Große und der Mann kommen heute früh nach Hause. Das passt gut, d.h. wir können gemeinsam Mittagessen. Der Große bekommt kurz darauf Besuch von einem Schulfreund. Die beiden verkrümeln sich erstmal zum Spanischlernen, nachdem wir die Checkliste nochmal durchgegangen sind und die wichtigsten Punkte besprochen haben. Ich erläutere fix nochmal, was reflexive Verben sind und erinnere die Teenies daran, dass es solche Verben im Spanischen gibt, die es im Deutschen so nicht gibt - und andersrum. Große Augen schauen mich an. Aber die sind groß und lernen gut zusammen, das klappt schon.

Ich schnappe mir den Mann und wir schauen unsere Konten durch, Kassensturz, Überweisungen tätigen. Was so anliegt und worauf man am Wochenende auch eigentlich keine Lust hat. Nebenbei Herbstferienüberlegungen. Es lässt sich alles mit "hhhmmmmmm" zusammenfassen. Ich plane daher erstmal eine Wanderung für's Wochenende. Manchmal fängt man eben ganz klein an.

M. holt den Minimann samt Freund von der Schule ab. Die beiden bleiben direkt im Garten. Wir Erwachsenen auch. Das Wetter ist schön und trocken, d.h. wir pflanzen heute im Vorgarten Rhododendren ein. Das geht erstaunlich gut, zumindest im Vorgarten besteht der Boden aus Erde und nicht aus einem unkaputtbaren Lehm-Stein-Gemergel. Das Ergebnis gefällt mir gut. Ich hoffe, dass der Vorgarten in einigen Jahren aus vielen schönen Büschen besteht und wir uns wieder ein paar Quadratmeter Rasenmähen sparen.

Der Mann verkrümelt sich zum Abendbrot kochen in die Küche. Die Kinder spielen alle wohlverdient. Ich nutze das Wetter für einen Spaziergang. Sonst ist ja nicht so viel los, so sportlich gesehen. Bleibt momentan gerade nur "Spazieren gehen" auch wenn ich das inzwischen echt - fad finde. Aber gerade ist es so und besser man geht im goldenen Herbst spazieren, als nix zu tun.












Der Wald belohnt mich dafür mit tollen Bildern und beim Gehen höre ich den Jung und Naiv Podcast mit Andreas Voßkuhle zu Ende. Da muss man viel Zeit für haben, dafür lohnt es sich sehr. Ich wusste vorher praktisch gar nichts über das Bundesverfassungsgericht und habe nun interessante Einblicke bekommen. Außerdem die wirklich großartige Wortschöpfung "intertemporaler Grundrechtsschutz" (große Deutsch-Liebe hach). Absolute Hörempfehlung! Als ich zurück im Dorf bin, fange ich gleich mal jede Menge Pokemon und bin dann pünktlich zum Abendessen zurück. Wir schauen gemeinsam eine Folge Die Maus und dann geht es für die Kinder auch ins Bett.

Der Mann und ich schaffen noch eine Folge Elementary, aber dann war der Tag auch wirklich lang.

Montag, 12. September 2022

12 von 12... (im September)

 

Frühstück mit der letzten Honigmelone aus dem Garten - so lecker!

Der Vormittag geht rum mit Arbeit, Arbeit, Arbeit. Und ein bißchen Haushalt. Ist ja immer. Aber dann ist vor dem losradeln zur Schule noch Zeit für eine kleine Gartenrunde. Hier im Bild: blühende Möhre.

Woher diese Schönheiten kommen, weiß ich gar nicht. Aber toll, dass sie da sind.

Die hier sind aus einer letztjährigen Blumenmischung und kommen offenbar wieder.


Späte Himbeeren - wie großartig sind späte Himbeeren? Ich kann jetzt immer noch rausgehen und einfach ein paar pflücken.

Meine Aubergine braucht auf der einen Seite noch etwas mehr Sonne. Aber im Gewächshaus ist es nach wie vor mollig warm.

Der Minimann und ich kommen radelnd von der Schule zurück. Zuerst hängen wir mal seine Lampe zum Laden. Morgens ist es zwar noch nicht dunkel, aber neblig. Dicke Suppe, da ist das Licht besonders wichtig,

Hausaufgaben. Die waren heute eher zäh.

Leider unscharf, aber das Küken ist einfach so schnell. Und immer noch nicht groß genug, als dass es nicht durch kleine Lücken im Zaun in den Garten ausbüxen könnte.

Der Minimann füttert die Hühner mit Löwenzahn und Schafgarbe.

Währenddessen sind M. und der Große nach Hause gekommen. Wir bringen das zweite Rankgitter an. Danach habe ich Gerüstaufsicht. Derweil das Gerüst am Haus noch steht, wird das für Jahrzehnte wohl die einzige Gelegenheit sein, um die Regenrinnen mal sauber zu machen. Also geht M. hoch hinauf. Klappt alles sehr gut. Und die lose Schindel vom Vordach wird auch endlich mal wieder festgenagelt.

Später hole ich noch die neue Felge vom Fahrradreparateur ab und kaufe im "stylischen" Supermarkt etwas Süßkram. Die Tür ist vielleicht künstlerisch wertvoll, aber auch sehr irritierend.







Montag, 5. September 2022

Was machst du eigentlich den ganzen Tag - WmdedgT ... (im September)

 Frau Brüllen sammelt Tagebucheinträge.

Montag, 5. September. Ich habe mir einen Wecker gestellt, denn heute kommt der Elektriker um alle nötigen Vorarbeiten für die Installation der Solarpanels zu machen.

Was natürlich dazu führt, dass ich lange vor dem Wecker auf bin. Auch gut. Frühstück, Kaffee, eine Runde Internet lesen, groben Plan für die Woche machen. Nur grob, denn ich weiß nicht, wann und wie lange die Handwerker in dieser Woche da sein werden.

Die beiden Elektriker kommen pünktlich, wir sprechen kurz ab und dann legen sie los. Es müssen Kabelkanäle verbaut werden, der Wechselrichter angebracht und alle Kabellage schon mal vom Dachboden bis zum Keller verlegt werden. Glücklicherweise (siehe letzter Post) funktioniert letzteres sehr praktisch durch den zurück gebauten und inzwischen von Schutt befreitem Schornstein.

Während die Elektriker werkeln, setze ich mich an unser neues Paper. Das Grundgerüst steht, ich lese alles Korrektur und stelle danach eine Liste mit Vorschlägen zusammen, die eventuell noch untergebracht werden müssten, passe das Layout an und schaue, ob alle Grafiken auch wirklich korrekt sind. Wenn der Text erstmal steht ist zwar schon viel geschafft, aber erfahrungsgemäß ändert sich danach auch nochmal einiges.

Als die Elektriker Mittagspause machen, koche ich den beiden nochmal frischen Kaffee, wir schnacken eine Weile und dann schwinge ich mich aufs Rad um den Minimann von der Schule abzuholen. Der ist heute morgen mit den anderen nämlich geradelt. Unser Vorhaben im neuen Schuljahr deutlich mehr Fahrrad zu fahren, funktioniert bisher sehr gut.

Ich radele los, habe dann noch ein paar Minuten Zeit um Pokemon zu spielen und sammele den Minimann ein. Ich nehme seine Schultasche und hänge sie an meinen Gepäckträger und gebe aus, dass wir heute gerne etwas flotter unterwegs sein können, weil ja die Handwerker zu Hause seien. Der Rückweg zurück ins unser Dorf geht nämlich über weite Teile bergauf, teilweise echt steil. Und oh wunder - der Minimann tritt auch am Berg ordentlich in die Pedale und statt "ich schaffe den Berg eh nicht", radelt er mir fast die ganze Strecke davon. Zwischendurch berichtet er mir von seinen Bedenken und Sorgen ob der anstehenden Klassenteilung. Alles nicht so einfach, wenn man acht Jahre alt ist und so eine große Entscheidung (sinnvollerweise) in diesem Fall nicht von oben herab entschieden wird, sondern die Kinder mit einbezogen werden.

Zurück zu Hause freut der Minimann sich, weil einer der Elektriker auch eine große Lockenfrisur hat und er (endlich mal wieder) ein "role model" hat. So ganz in echt zu sehen, dass es andere Männer mit nichtkurzen Haaren gibt, ist eben doch was anderes, als wenn wir ihm das nur sagen. Dann kochen wir uns fix Grießbrei und essen dazu selbst eingekochte Zwetschgen.

Ich gehe nochmal runter, um die Netzwerkanbindung mit den Elektrikern zu klären, dann sind sie für heute auch fertig und machen sich auf den Weg. Da merke ich plötzlich, wie sich mein Kopf anfühlt, als wäre er in einem Schraubstock eingespannt. "Aha" - Spannungskopfschmerz, keine Migräne. Also Ibu einwerfen und mit dem Minimann Hausaufgaben machen.

Leider wirds nicht besser. Leider wird alles ganz seltsam und auf Verdacht nehme ich doch lieber ein Triptan und plane mit M. schnell den Rest des Tages um. Danach schlafe ich einfach auf dem Sofa ein und kriege nur sehr verschwommen mit, dass der Große aus der Schule kommt. Offenbar klappt alles (der Große musste noch zur HPV Impfung) und ich bin einigermaßen wach mit gerade auszuhaltender Migräne solange mein Kopf angelehnt bleibt und eher nicht so auszuhaltenden Nackenschmerzen, als M. und der Große mit Döner und Pommes zurückkommen. Döner mit Falafel statt Fleisch - sehr lecker, weil es auch leckere Falafel waren. Wir schauen die letzte Maus-Sommerfolge (Island!!!), danach räumen die Kinder ihre Schulsachen zusammen und machen sich bald auf ins Bett.

Da ich eh mit dieser Art (Rest)migräne nicht schlafen kann, schauen M. und ich noch eine Weile Elementary. Der Tag kann dann weg, morgen bitte ohne Kopfschmerzen.


Freitag, 12. August 2022

12v12... (im August)

Caro sammelt zwölf Bilder vom 12.


Gleich morgens GROSSE Freude! Unser verloren gegangener Koffer wurde endlich nachgeliefert. Heil und vollständig. Eine Erleichterung.

Ich räume schon die ganze Woche im Keller. Heute soll der Vorratsraum fertig werden. Immer dabei: Altpapier.

Ich habe mich bis zu den weihnachtlichen Keksdosen vorgearbeitet.

Und irgendwann dann - fertig. Alle Regale sortiert und ausgemistet. Aller Müll draussen. Alles auffindbar mit einem Griff.

Mit M. zusammen den Koffer ausgeräumt.

Den Hänger mit Müll und Bauschutt beladen. Da ging der Arme in die Knie. Also erstmal Luft aufpumpen.

Ordentliche Ladungssicherung. Und dann kann es losgehen zur Deponie.

Hänger leer, wir sind zum Glück nur wenig ärmer, dafür aber umso durchgeschwitzer. Fast alles los geworden, nur die Mikrowelle wird an einem anderen Standort angenommen.

Viel später: Essen mit L. bei einem Italiener, wo wir vorher noch nie waren. Gutes Essen.

Kurzer Packstation / Einkaufsladenstopp nach dem Essen. Ich wollte ja nur mal gucken!!!! Ganz viele sehr günstige Pflanzen, weil abgeblüht. Mehrjährige Pflanzen. Habe jetzt: ein Lavendel, zwei minikleine Rhododrendron, zwei große Rhododrendron, eine Kletterrose und eine weitere Feige.

Kleines Problem: das Auto war aus anderen Gründen schon sehr sehr vollgeladen. Daher alle Tetris-Fähigkeiten aktiviert, um die Pflanzen sicher und gut verstaut zu transportieren.

Gute Nacht!





Freitag, 5. August 2022

WmdedgT... (im August)

 Frau Brüllen sammelt Tagebucheinträge.


Es ist Freitag. M. arbeitet. Die Kinder gammeln. Oder versuchen es zumindest. Denn: wir fahren heute die Kinder nach Holland, d.h. es muss gepackt werden. Und da können die Kinder gerne auch ihre sieben Zwetschgen selbst packen.

Die kleine übers-Wochenende-Tasche für M. und mich ist ja schnell zusammen geräumt. Die Kinder suchen Bücher und Spielzeug und packen ihren kleinen Unterwegskoffer. Ich helfe gerne bei den Klamotten. Denn wir sind durch den nach wie vor fehlenden Koffer (der Stand heute noch nicht mal gefunden wurde, sehr unschön!) etwas gehandicapped. Die meisten Klamotten der Kinder sind dort drin und so furchtbar viel haben sie nicht. Wir haben akuten Mangel an Badehosen und kurzen Hosen. Tshirts gehen gerade so, sind aber auch knapp. Naja. Hilft alles nix. Oma hat zum Glück je eine Bade- und kurze Hose noch fix gekauft.

Gegen Mittag schmieren wir belegte Brötchen und packen den Korb mit den Lebensmitteln. Ich lege auch die wunderbare gelbe Zucchini rein. Wer hätte nicht eine leckere, große Zucchini? Und überhaupt. Es gibt ja soooo viele Zucchini. Ich habe ja mit voller Absicht dieses Jahr nur eine Zucchini je Garten vorgezogen. Die auch super kommen und sehr ertragreich sind. Wenn man die hochbindet soll der Ertrag ja sogar noch gesteigert werden, aber wer bitte möchte an einer Zucchinipflanze NOCH mehr Ertrag?

Nun ja, mein Plan hatte offensichtlich eh Lücken. Zum Beispiel den, dass die Leihoma eine ganze Samenpackung auf ihrem Kompost gesät hat und wir nun alle über Monate hinweg Zucchini essen müssen. Und alle so: yeah!

M. kommt von der Arbeit nach Hause, wirft letzte Sachen in die Tasche, das Auto ist schon beladen. Wir fahren los, es fängt an zu regnen. Innerhalb von Minuten kommt ein gewaltiger, schneller Wolkenbruch runter. Es gibt kaum mehr Sicht, ich fahre sehr sehr langsam die Bundesstraße lang. Instantanes Aquaplaning, riesige Gischtwellen links und rechts der Autos, die über zentimetertiefe Pfützen fahren. In der Stadt laufen die Gullis über und fluten Radweg und Straße. Ganz toll.

Als wir beim neuen Arbeitsplatz von L. ankommen, hört es zum Glück auf. Wir machen gemeinsam Mittagspause im Auto, testen noch den neuen AUX-Eingang, mit dem man per Handy jetzt Musik hören kann. Klappt. Super.

Tankstopp. Dann auf die Autobahn. Zum Glück klart es wieder auf. Ungern wären wir in krassem Regen gefahren. Wir hören alte Forschergeist-Podcastfolgen (Meeres- und Tiefseeforschung, Fischerei) und kommen ganz gut durch. Üblicher zweiter Tank- und Klostopp, heute inklusive überteuertem Eis am Stiel. Durch Dortmund. Über die Grenze. Sofort angenehmeres Fahren dank Tempolimit. Kein Stau. Juhu.

Trotzdem sind fünf Stunden Autofahren anstrengend, wir kommen gegen 20:00 an und sind hungrig. Oma hat zum Glück sehr leckere Wraps vorbereitet, die wir direkt füllen und essen. Klönen, Kinder ins Bett. Erwachsene ins Bett. Vielleicht gehen wir morgen zum Strand, das wäre schön!

Dienstag, 2. August 2022

Back to home... (Tag 36)

 Wir stehen rechtzeitig auf, duschen, Zähneputzen, Rest zusammenpacken. Dann rollern wir alle Koffer per Lift eine Etage nach unten und besetzen eine Bank vorm Hotel. Während ich uns alle Auschecke, machen die anderen unser packed breakfast. Der Minimann sitzt müde draußen und bewacht das Gepäck.

Dann rollkoffern wir voll beladen über Parkplatz, Tankstelle, ein Stück E10 (zum Glück wenig befahren) rüber zum Flughafen. Es ist genug Zeit, um dort zu frühstücken und die Rest der Croissants und Brötchen danach noch in den allerletzten Rucksackecken zu verstauen. Es gab leider keine Getränke zum Mitnehmen, ich brauche Kaffee!!!!

Wir checken unsere Koffer am Automaten ein. Das klappt zum Glück problemlos. Auch die Selbstabgabe-Koffer-Station funktioniert bei allem, außer einem Koffer. Die Radkoffer müssen eh zum Großgepäck. L. rollert mit seinem Koffer zum Serviceschalter, wo eine sehr grummelige Frau keinen Bock auf ihre Arbeit hat. Verstehe ich ja. Es ist zwar noch recht leer am kleinen Flughafen, aber mehr als eine handvoll Mitarbeiter sind nirgends zu sehen. Das ist zu wenig für die vorhandenen Reisenden, die am Ende ja doch alle Arten von Problemen haben, die ein automatischer Eincheck-PC nicht lösen kann. Gäbe es doch nur irgendwas, was wir Menschen als Gegenleistung für ihre Arbeitskraft geben könnten - vielleicht wäre dann alles besser.

L. wird nach einigem Hin und Her seinen Koffer los, die Radkoffer sind auch sehr schnell abgegeben. Das klappt prima. Wir gehen durch die Sicherheitskontrolle. Das klappt weniger. Der Große piept. Alle Rucksäcke piepen. M. muss seinen Rucksack auspacken, der Große, dann auch der Minimann. Ich habe tatsächlich eine Creme in einer Tüte komplett vergessen, die im Handgepäck lag. Also Koffer auf. Nervig. Natürlich ist nichts seltsames oder gar verbotenes in den Rucksäcken und natürlich gibt es am Großen auch nichts am Körper zu finden.

An Absurdität sind diese Kontrollen eh wenig zu überbieten. Meine Wärmecreme könnte eine gemeingefährliche Waffe sein, aber ob ich wirklich ich bin, checkt keiner. Keine Passkontrolle. Nirgends. Auf dem Hinflug auch schon nicht. Ich freue mich ja über sehr über das Schengenabkommen, aber so ein Mindeststandard echter Sicherheit als fake "Sie haben ihre Zahnpasta nicht in eine durchsichtige Ziptüte gesteckt" wäre mir doch lieber am Airport.

Irgendwann sind wir durch. Ich brauche Kaffee. Mein Kopf hämmert. Na toll. Es ist überall voll, überall lange Schlangen. Hrmpf. Wir spielen Pokemon und warten auf's Boarding. Am Monitor steht "please wait". Wir warten. Der Monitor wechselt auf "Boarding", es ist deutlich zu sehen, dass alle Ankommenden das Flugzeug verlassen haben. Alle Abfliegenden beginnen ihr Handgepäck zusammen zu sammeln. M. denkt, dies wäre nun der beste Zeitpunkt um aufs Klo zu gehen.

Boarding, sitzen. Start, ereignisloser Flug mit toller Aussicht. Tschüss du wunderbare arktische Landschaft. Landung in Oslo.

Fünf Stunden Aufenthalt. Zuerst holen wir Kaffee, aber mein NAcken meldet schon Migräneanzeichen. Tolle Wurst. Heute. Wir suchen uns einen abgelegenen Platz, holen mehr Kaffee, füllen Wasser auf, kaufen Brause und Cola. Essen unsere Vorräte, gucken Lilo & Stitch, beobachten Leute (wer zu Hölle findet, dass ein Jumpsuit ein gutes Reiseoutfit ist???). Ich nehme Triptan. Es schlägt nicht so richtig an. Mist. Alles Triptan ist aufgebraucht.

Ich dämmere in Migränekopfschmerz so vor mich hin. Irgendwann wird unser Gate angezeigt. Wir gehen hin, kaufen noch zwei Zimtschnecken. Das Gate wird gewechselt. Natürlich liegt das neue Gate am anderen Ende des Flughafens. Ist echt nicht so, als könnte man hier nicht gut Schritte machen.

Wir warten nur noch kurz am richtigen Gate. Boarding. Wir sitzen alle. Wir warten darauf, dass wir beladen werden können. Wegen Personalmangels dauert das alles. Gäbe es doch nur irgendwas, was wir Menschen als Gegenleistung für ihre Arbeitskraft geben könnten - vielleicht wäre dann alles besser.  Das Flugzeug fährt los und fährt und fährt um einen Kreisel und bleibt dann wieder stehen. Technische Probleme, aber keine Bange, denn "der Techniker ist schon informiert".

Okay. Wir warten. Der Techniker kommt. Dinge passieren. Nächste Durchsage kommt. Das Problem wurde gefunden und behoben. Jetzt warten wir auf das Papierkram. Also warten wir.

Mit etwa einer Stunde Verspätung starten wir. Damit ist klar, dass M., Freund E. und die Kinder ihre jeweiligen Züge nicht mehr schaffen können. Wir brauchen Plan B. Hotel in Berlin oder kurzfristig einen Mietwagen buchen und nach Hause fahren. Erstmal landen.

Wir landen und statt an einem normalen Gate anzukommen, gehen wir durch eine Tür hinter der sehr grantig aussehende Polizisten stehen. Dann geht es durch ein nicht-gestrichenes Treppenhaus (!!!) zwei Etagen nach oben, ein paar Gänge lang weiter, dann wieder nach unten. Wir erreichen die Gepäckbänder und warten auf das Gepäck. Alle haben Hunger. Wir verteilen die allerletzten Reste Essen. Ein Koffer fehlt. Seufz. Der "Lost Baggage Schalter" ist natürlich nicht besetzt. Wir sollen zum Terminal 1. Wir sind an Terminal 2.

Wir rollkoffern los. Freund E. kann online keinen Mietwagen buchen. Wir sammeln uns im Terminal 1. M. geht den "Lost Baggage Schalter" suchen, Freund E. zum Autovermietungsschalter. Ich warte mit den Kindern. Die Gepäckstelle erweist sich als Wand mit Beschriftung und einigen Klingeln, daneben eine verschlossene Tür. Andere Leute haben schon geklingelt, aber vorerst passiert nichts. M. wartet dort, es wird immer wieder geklingelt. Irgendwann öffnet ein Flughafenmitarbeiter und schleust die (teilweise rumbrüllenden Reisenden) durch den Mitarbeiterbereich (WTF???) auf die andere Terminalseite, wo der Gepäckschalter ist. Dort werden Formulare verteilt und alles dauert lange. Irgendwann werden QR-Codes verteilt, damit man seinen Baggageclaim online machen kann. M. nimmt einen QR-Code-Zettel und wird von einem Mitarbeiter über verschlungene Wege zurück auf unsere Terminalseite geführt. Ich kann mir ernsthaft nicht vorstellen, dass das so gedacht ist. Ich fände es auch schön, wenn es auf dem HAUPTSTADT-Flughafen auch nach 20:00 Personal gäbe, dass sich um verlorenes Gepäck kümmern kann. Gäbe es doch nur irgendwas, was wir Menschen als Gegenleistung für ihre Arbeitskraft geben könnten - vielleicht wäre dann alles besser.

In der Zwischenzeit hat Freund E. ein Auto gebucht. Ich habe höllische Migräne und will eigentlich nur noch meinen Kopf in einem dunklen Raum auf einem Kissen ablegen. Schlecht ist mir auch. Es ist inzwischen nach 22:00. Wir müssen mindestens zwei oder zweieinhalb Stunden Autofahren. Ich habe keine Ahnung, wie ich das durchstehen soll. Wir rollkoffern mit allem Gepäck zum Kurzhalteparkplatz. L. und Freund E. holen erst den Mietwagen und fahren dann Ls. Auto aus dem Parkhaus abholen. Dunkel erinnern wir uns, dass es ganz am anderen Ende des Flughafenareals lag und fast 30min zu Fuß entfernt. Wir warten, warten, warten. Wir stehen neben dem Parkticketautomaten, hinter uns eine schmale Straße, vor uns eine breitere Straße von der die Parkplätze abzweigen. Neben uns Behinderten-Parkplätze. Aber hier ist die Hauptstadt. Die StVO scheint hier eher unbekannt. Es wird voller. Leute parken ständig zum Ein- und Ausladen auf den Behindertenparkplätzen oder eben auch auf der Straße, die dann eben "zweispurig" genutzt wird. Entstehende Staus werden durch energisches Hupen versucht aufzulösen, Zebrastreifen konsequent ignoriert. Totales Chaos. Mein Migränehirn ist mit den Stimmen, Menschen, Gerüchen, Lichtern und Bewegungen total überfordert. Wir warten fast eine dreiviertel Stunde, bis die anderen mit den Autos kommen. Da schaffe ich es schon nicht mehr alleine über die Straße. Aber jetzt ist der Mietwagen gebucht, Hotel geht nicht mehr. L. muss eh morgen sehr früh arbeiten. Also verteilen wir uns auf die Autos, beladen alles und fahren los.

Erster Stopp ein Schnelllader. In zwanzig Minuten ist der Ioniq wieder auf über 80%. Nächster Stopp McD. Ich habe ewig nichts gegessen, aber mir ist unendlich elend und übel. L. muss draußen Essen, ich ertrage den Geruch nicht. Weiter auf der Autobahn. Ich nicke weg, schrecke auf, nicke weg. Irgendwann tun meine Beine total weh. Kurz: eine höllische Fahrt, mehrmals bin ich kurz davor meinen Mageninhalt zu begrüßen. L. meint, die Reichweite des neuen Autos voll ausnutzen zu können und vertraut blind auf die deutsche Ladeinfrastruktur. Ähehem. Wir kommen mit 20km Restreichweite am nächsten Schnelllader an. Drei Säulen. Eine kaputt, zwei leuchten betriebsbereit. Die erste funktioniert nicht. Die zweite nicht mit dem RFID-Kartendingsi. Vielleicht mit der App? Nach einer Viertelstunde rumbasteln, in der ich mir schon vorstelle, wie ich nachts um zwei Uhr ein Taxi rufen muss für den Rest bis nach Hause, klappt es endlich. Weitere 20min später sind wir wieder auf der Autobahn.

Gegen halb drei oder so sind wir zu Hause. M. ist wach geblieben, der Rest schläft. M. und L. laden meine Koffer und den Radkoffer aus. L. fährt weiter nach Hause, ich sinke nur noch ins Bett.