Der Minimann wacht um 6:44 auf. Uff. Ich hingegen kriege kaum meine Augen auf. Aber, er ist ja nicht mehr ganz so miniklein und deshalb ist er noch eine ganze Weile ruhig im Bett, weckt dann erst den Großen und dann auch endgültig mich. Um kurz nach Acht gehe ich duschen und um kurz vor Neun sind wir alle bereit zum Frühstücken.
Frühstück ist lecker und reichlich, da wird jeder satt. Wir brauchen die Kraft heute wohl auch, denn während wir noch beim zweiten Kaffee sitzen fängt es draußen an zu schneien. Nagut. Ist halt April. Windig ist es auch. Wir müssen eh erstmal unsere Siebensachen zusammenpacken und die Packroutine inklusive zwei Kindern dauert ja auch eine Weile.
Als wir die Räder beladen scheint immerhin gerade die Sonne und wir radeln im Trockenen die 2,5km bis nach Pieterburen. Dort gibt es eine große Seehundauffangstation, wo verletzte Seehunde (Kegelrobben) verarztet und aufgepäppelt werden, bis sie stark genug sind, um wieder im Wattenmeer ausgesetzt zu werden.
Man kann alles anschauen und es gibt natürlich viele Informationen über Plastik in den Meeren, der immense Aufwand, der jetzt betrieben werden muss, um die verlorenen Container der MSC Zoe zu bergen und den Müll einzusammeln. Und natürlich gibt es superniedliche Heuler zu beobachten.
Wir kaufen auch zwei ganz winzige Schlüsselanhängerplüschrobben und spenden unser Kleingeld.
Gegen Mittag geht es dann weiter. Erstmal ist der Weg wirklich schwierig, denn wir müssen uns gegen den Ostwind stemmen, um zurück zum Deich zu kommen. Das sind drei sehr lange Kilometer, die viel Kraft brauchen und wir kommen nur langsam voran. Sturmradler heute.
Danach geht es besser, rechts der schützende Deich mit Schafen, links Polder. Eine Weile später führt der Fietspad allerdings auf den Außendeich und dort stürmt es natürlich wieder ordentlich. Dafür fahren wir nun direkt am Meer entlang. Auch sehr schön. Am Horizont liegt Schiermonnikoog, eine Watteninsel, die sich immer weiter nach Osten verschiebt.
Ein bisschen kalt wird uns schon und wir sind alle froh, als wir wieder vom Deich geschützt weiter innen fahren. Wir haben auch Hunger, aber leider gibt es keine geschützte Stelle oder einen Unterstellplatz, an dem wir den Kocher anschmeißen könnten. In Lauwersoog halten wir daher am Hafen und essen eine Kleinigkeit in einem Schnellrestaurant, außerdem wärmen wir uns mit Kakao und Kaffee.
Gutes Timing, denn draußen tobt der nächste Hagelschauer über uns hinweg. Als wir satt und warm sind, scheint draußen auch wieder die Sonne und auf uns warten die letzten knapp 15km. Unser B&B liegt kurz hinter Oosternijkerk und wir sind doch froh, den Wind nun aussperren zu können.
Naja, fast zumindest. Der Patenonkel muss doch nochmal aufs Rad, um in Anjum einzukaufen, denn wir brauchen neue Vorräte und auch etwas für's Abendbrot.
Strecke heute: 37 Kilometer - was für mich genug war, denn der Minimann hat irgendwann nicht mehr viel mit getreten. Der Große fand es zwar anstrengend, aber "ausgetobt" sind die Kinder nicht wirklich.
Samstag, 13. April 2019
Freitag, 12. April 2019
12 von 12... Nordseeroute (im April)
Caro sammelt.
Der dritte Kaffee des Tages von zweifelhafter Fährenqualität, aber am Ende ist Koffein drin. Wir (der Große, Minimann, der Patenonkel und ich) sitzen nach zwei sehr schönen Tagen auf der Fähre von Borkum nach Eemshaven. Nach der wattenmeerigen Eingewöhnung auf Deutschlands westlichster ostfriesischen Insel beginnen wir heute unsere Nordseeroutentour von Eemshaven nach Texel.
Das Wetter ist kalt, windig, ein wenig bewölkt. Aber der Wind soll aus Osten kommen und uns damit anschieben.
Wir schippern mit der "Münsterland" über das Ems-Delta.
Auf dem Autodeck warten unsere beladenen Räder. Der Patenonkel mit dem Lastenmule, der Große mit zwei Packtaschen und ich mit dem Streamliner samt Minimann hintendrauf.
Am Eemshavener Hafen lese ich die Einweihungsplakette, während ich in der "Frauen-Toilettenschlange" warte. 1985. Bundespräsident Richard v. Weizäcker. Lange her. Fast so alt wie ich.
Tschüss Schiff.
Hallo Holland!
Nach über drei Monaten zweier Vollzeitjobs ohne einen Tag Pause (Arbeit, Baustelle, am Wochenende mehr Baustelle) brauchte ich dringend etwas mit wenig Reizen um meinen vollen Kopf mal zu leeren. Gut - Reizüberflutung gibt es hier schon mal nicht. Links Polder, in der Mitte der Radweg, rechts der Deich. Dahinter Salzwiesen, riesige Vogelbrutstätten, das Wattenmeer und die westfriesischen Inseln.
An einem schönen kleinen Vogelbeobachtungspunkt machen wir Mittagspause gemeinsam mit ganz vielen Graugänsen (und ähhh.. wahrscheinlich Nonnengänse), Austernfischern, Enten und Blesshühnern.
Für die Deichbefestigung braucht man Schafe (habe ich mal bei der Sendung mit der Maus gelernt). Hier gibt sehr viele Kilometer Deich und sehr sehr viele Schafe. Im Hintergrund Schiermonnikoog und die Salzwiesen.
Nach etwa 37 gefahrenen Kilometern heute kommen wir in Westernieland in einem netten Hotel unter (De Oude Smids), die Sonne kommt nochmal richtig raus und ich habe einen Platz an der Heizung - zusammen ein Hauch von Sommer.
Und frühlingshafte Spargelsuppe zum Abendessen. Rechtschaffen müde höre ich jetzt im Hotelzimmer mit den Kindern noch Haferhorde.
Morgen geht es weiter. Immer gen Westen am Deich entlang.
Der dritte Kaffee des Tages von zweifelhafter Fährenqualität, aber am Ende ist Koffein drin. Wir (der Große, Minimann, der Patenonkel und ich) sitzen nach zwei sehr schönen Tagen auf der Fähre von Borkum nach Eemshaven. Nach der wattenmeerigen Eingewöhnung auf Deutschlands westlichster ostfriesischen Insel beginnen wir heute unsere Nordseeroutentour von Eemshaven nach Texel.
Das Wetter ist kalt, windig, ein wenig bewölkt. Aber der Wind soll aus Osten kommen und uns damit anschieben.
Wir schippern mit der "Münsterland" über das Ems-Delta.
Auf dem Autodeck warten unsere beladenen Räder. Der Patenonkel mit dem Lastenmule, der Große mit zwei Packtaschen und ich mit dem Streamliner samt Minimann hintendrauf.
Am Eemshavener Hafen lese ich die Einweihungsplakette, während ich in der "Frauen-Toilettenschlange" warte. 1985. Bundespräsident Richard v. Weizäcker. Lange her. Fast so alt wie ich.
Tschüss Schiff.
Hallo Holland!
Nach über drei Monaten zweier Vollzeitjobs ohne einen Tag Pause (Arbeit, Baustelle, am Wochenende mehr Baustelle) brauchte ich dringend etwas mit wenig Reizen um meinen vollen Kopf mal zu leeren. Gut - Reizüberflutung gibt es hier schon mal nicht. Links Polder, in der Mitte der Radweg, rechts der Deich. Dahinter Salzwiesen, riesige Vogelbrutstätten, das Wattenmeer und die westfriesischen Inseln.
An einem schönen kleinen Vogelbeobachtungspunkt machen wir Mittagspause gemeinsam mit ganz vielen Graugänsen (und ähhh.. wahrscheinlich Nonnengänse), Austernfischern, Enten und Blesshühnern.
Für die Deichbefestigung braucht man Schafe (habe ich mal bei der Sendung mit der Maus gelernt). Hier gibt sehr viele Kilometer Deich und sehr sehr viele Schafe. Im Hintergrund Schiermonnikoog und die Salzwiesen.
Nach etwa 37 gefahrenen Kilometern heute kommen wir in Westernieland in einem netten Hotel unter (De Oude Smids), die Sonne kommt nochmal richtig raus und ich habe einen Platz an der Heizung - zusammen ein Hauch von Sommer.
Und frühlingshafte Spargelsuppe zum Abendessen. Rechtschaffen müde höre ich jetzt im Hotelzimmer mit den Kindern noch Haferhorde.
Morgen geht es weiter. Immer gen Westen am Deich entlang.
Donnerstag, 11. April 2019
Borkum
Wofür braucht man einen schwer beladenen Mule? Klar - für eine längere Radtour nach so vielen Wochen Baustelle. Mit Kindern.
Der Plan: mit den beiden Kindern von Eemshaven ganz im Osten Hollands bis nach Texel der westlichsten der westfriesischen Inseln radeln.
Da wir alle jedoch müde, erschöpft und wenig fit sind urlauben wir erst ein wenig auf Borkum. Außerdem fährt die Fähre von Emden nach Delftzijl erst ab Mai. Aber von Borkum kommt man prima nach Eemshaven.
Wir laden morgens früh die Räder samt Gepäck in den Nahverkehrszug nach Hannover und nach etwa einer Stunde "OMG, der Zug ist spät, der Anschluss doof, die Fähre fährt ohne uns!"-Panik, von der uns eine nette Pendlerin erlöste, steigen wir pünktlich in Hannover in den nächsten Regionalzug ein. Da darf man wenigstens ohne Probleme Räder mitnehmen.
Fünfeinhalb Stunden später steigen wir in Emden aus, radeln zum Hafen und steigen dort auf die Fähre. Sehr modern mit LNG-Antrieb. Bei wunderbarem, wenn auch kalten Wetter kommen wir auf Borkum an. Ich sags mal so: SUPER! Tolle Insel, tolle Lage und absolut verliebt war ich, als ich direkt gegenüber vom Hauptstrand die Seehundsbank entdecke.
Die Kinder buddeln sofort glücklich los und ich beglückwünsche mich kurz Gummistiefel und Schaufeln noch irgendwie ins Gepäck geschmuggelt zu haben. Es kommt manchmal eben doch nicht auf jedes Kilo an, sondern eben auch auf "was Kinder glücklich macht",
Wir haben ein schönes kleines Apartment in der Nähe der Einkaufsstrasse, leckeres Frühstück und zwei volle Tage, um Borkum zu erkunden. Und die nutzen wir auch aus. Es sind zwar nur etwas 10 oder 12°C und der Wind ist kalt, aber wir sind ja warm eingepackt und der herrliche Sonnenschein verspricht Frühling und Wärme.
Den ersten Tag verbringen wir deshalb mit einer langen Strandwanderung, schauen den Kitesurfern zu, essen leckeren Kuchen, schauen uns die schönsten Muscheln an (aber nehmen keine mit), erkunden den Spielplatz und beobachten Vögel. Es ist einfach sehr sehr herrlich und nach 18000 Schritten sind die Kinder abends auch rechtschaffen müde - wir auch.
Am zweiten Tag testen wir das Radeln über eine längere Strecke mit den Kindern - erstmal ohne Gepäck. Dafür erkunden wir das Ostland von Borkum. Die Dünenlandschaft ist wunderschön, auch wenn das Gras vom letzten Jahr noch gelb ist. Die Flora ist aber doch sehr vielfältig, außerdem entdecken wir einen Auerhahn und gaaaaaanz viele Kaninchen. Nach 20km auf dem Rad und einem 6km Spaziergang zum Oststrand sind wir voller Eindrücke. Eine so schöne Insel, so vielfältig mit Dünenlöandschaft, Strand, guten Radwegen und abendteuerlichem Wanderweg durch Marschland, das zur Zeit die Kinderstube von sehr vielen Seevögeln ist.
Nebenbei finden wir heraus, wer diesmal eine kaputte Goretex-Membran in den Schuhen hat (der Minimann und zum Glück bekamen wir superduper Halbschuhe gekauft, oh und Socken für beide Kinder und einen warmen Pulli für den Großen). Wir haben lecker Fisch gegessen, Nudeln mit Tomatensauce gegessen. Jede Menge Tiere entdeckt und beobachtet, waren lang spazieren, viel radeln, buddeln und spielen.
Borkum ist absolut empfehlenswert und ganz ganz schön für Kinder.
Dienstag, 12. März 2019
12 von 12... (im März)
Caro sammelt die 12 Bilder vom 12.
Deshalb exemplarisch, was hier so passiert... z.B. Fenstereinbau. Da hatte ich nämlich echt Respekt vor.
Ging nach Anleitung mit Keilen und Unterleghölzchen aber ganz gut.
Sitzt, passt, wackelt nicht!

Dann ins Auto, huch - nicht getankt. Gut, dass es eine LPG Tankstelle im Dorf gibt, inklusive kurzem Wetter-Renovierung-Dorf-Smalltalk.
Auf dem Weg zur Mensa zwischen all den grauen Wolken trotzdem Frühling entdeckt.
Salat und Nudeln mit Tomatensauce.
Draußen noch viel mehr Frühling entdeckt, das ist sooo schön! Auch wenn ich den Winter, den es dieses Jahr gar nicht gab, sehr vermisse.
Unser Wohnzimmer aktuell. Kartonstapelplatz und das schwere Laufband wird wohl auch erst am letzten Tag mit umziehen.
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