Dienstag, 5. März 2019

WmdedgT... (im März)

Frau Brüllen sammelt Tagebucheinträge.

7:00 - Der Große kommt ins Schlafzimmer, um sich Klamotten zu holen. Ich bin noch gaaaaanz weit weg, schaffe es aber immerhin ihn an sein Schwimmzeug zu erinnern.

8:30 - Ich wanke ins Bad, meine Ma ist schon mit Kartons unterwegs. Nach der nächsten Fuhre, die sie zu Nummer 38 gebracht hat, bin ich halbwegs einsatzbereit und wir fahren mit dem Wocheneinkaufszettel kurz runter ins nächste Dorf. Tanken, Einkaufsladen, Fischwagen (Heilbutt, juhu!), Landmarkt und wieder zurück, alles ausladen. Einen großer Stapel gefaltete Kartons räumen wir gleich noch mit aus dem Kofferraum.

9:30 - Auf dem Weg zur Arbeit. Erfreulich wenige Idioten auf der Straße und mir wird nur einmal die Vorfahrt genommen. Ich fahre fix noch Erdgas tanken.

10:00 - Ankunft Uni. Erstmal das Experiment hochfahren, überall Stickstoff nachfüllen. Der Kollege ist vorerst bei einem Kundentermin. Der Chef schaut vorbei, wir überlegen, welche Messungen noch aktuell gebraucht werden. Endlich Kaffee. Während ich auf eine stabil laufende Lampe (hm... die sollte mal wieder getauscht werden) warte, mache ich schnell die letzten Einträge im Haushaltsbuch für Februar und stelle fest, dass mein Konto "dank" Haus schon am 5. des Monats erstaunlich leer ist. Finanzcheck. Kurze Abklärung mit dem Mann. Der telefoniert dem Notar hinterher, die Notarfrau verspricht dem Gericht hinterher zu telefonieren. Alle sind sich einig, dass es gerade ungewöhnlich lange dauert. Hrmpf.

Ich mache widme mich dem Experiment - kein Signal. Okay. Das deckt sich mit den Erwartungen. In diesem Fall: good news- Wir können also die Wellenlänge heute ändern und die Messreihe sozusagen an anderer Stelle fortsetzen.

13:30 - Der Kollege ist eingetrudelt, wir essen im Büro statt in der Mensa und schauen dabei die aktuelle Folge John Oliver. Schweizer Baguette mit Heilbutt, dazu Tomaten und Quark.

Der Nachmittag vergeht mit neuerlicher Finanzplanung, Messungen und huch - es ist es ja der Fünfte. Wir müssen noch unsere Stundenzettel abgeben, die wir jetzt für ein paar Monate ausfüllen und einen recht exakten Teil unserer Stunden auf ein Projekt beziehen müssen. Ja äh... Verwaltungskram. Aber gut, das ist auch schnell erledigt, aber in die Verwaltung bringen kann ich es nicht. Der Chef muss unterschreiben und der ist nicht da. Morgen dann.

Weil die Kühlfallen sich blöderweise immer mit Iod zusetzen, zieht sich die Zeit zwischen zwei Messungen wir Kaugummi hin. Ich erledige allerlei Papierkram, werte fertige Messungen aus und es wird mal wieder spät. Egal. Die Experimentreihe sollte diese Woche fertig werden und vielleicht sind wir dann mit iodhaltigen Molekülen durch. Wäre schön.

20:15 - Ich fahre nach Hause und sinke aufs Sofa. Es ist noch Abendbrot übrig (Baguette, Bratwurst, Salat) und mein Mann, meine Ma und ich tauschen alle Baustelleninfos aus und machen einen Plan für den Rest der Woche. Dann ist es schon nach 22:00, jeder ist zu müde für Netflix. Mein Mann und ich versacken noch etwas im Internet. Dann freue ich mich auf eine Dusche und das Bett.

Hausupdate: Wir haben Licht im Flur und selbiger ist seit diesem Wochenende sogar abgehängt.

Sonntag, 24. Februar 2019

Mit 10 Jahren...

Der Große nullt zum ersten Mal. Ein besonderer Geburtstag! Gefeiert wurde wegen Renovierung und Zeitdruck und to do Listen bis Timbuktu allerdings nicht so richtig. Es gab aber natürlich einen
Kuchen, ein paar Gäste und ganz wichtig: Spielbesuch. Da draußen die Sonne lachte, waren die Kinder dann den größten Teil des Tages draußen auf dem Spielplatz, Bude bauen. Schön!



 

Mit 10 Jahren...

  • ist 1,35 cm groß
  • und 26 kg schwer
  • spielt man Subnautica und Minecraft
  • baut ganz viel Lego
  • liest jedes Buch in einem Affentempo
  • und braucht deshalb oft Nachschub aus der Bücherei
  • freut man sich aufs Gärtnern im neuen Garten
  • und hat zum Glück ein Hochbeet dafür geschenkt bekommen
  • gibt man sein Taschengeld für Lego aus
  • und teilt das Kleingeld mit dem kleinen Bruder
  • oder legt zusammen für ein großes Modell
  • streitet und liebt man den kleinen Bruder
  • und ist abends immer noch froh ins Bett zu kommen
  • weil die Tage lang sind und das Wochenende immer zu kurz
  • kann man super bei allem helfen
  • oder auch Netflix leerschauen
  • spielt man gern Gesellschaftsspiele
  • fährt Fahrrad, geht schwimmen
  • klettert auf jeden Baum
  • und freut sich ganz dolle, wenn man mit den Erwachsenen Laufen geht
  • plant man mit Oma schon die Beete
  • und macht super in der Schule mit
  • hat man ein bißchen Bammel vor dem Schulwechsel
  • freut sich aber, dass die neue Schule schon bekannt ist
  • und einige Kumpels dort auch hingehen
  • bleibt man bei Let's Play Videos auch schon mal zu lange hängen
  • und sammelt Mineralien
  • ist man oft schon sehr vernünftig und groß
  • und sonst auch mal sehr albern

Herzlichen Glückwunsch mein kleiner Großer!

Dienstag, 12. Februar 2019

12 von 12... (im Februar)

Caro sammelt.

Mein Auto ist in der Werkstatt, daher habe ich beim Warten auf den Mann Gelegenheit den erwachenden Frühling zu entdecken.

Kein Auto = Hallo Bahn!

Wetter ist eher so 50 shades of grey.

Unbefriedigendes Mensaessen. Es gibt Tage, da gibt es echt gar nix leckeres.

Da trifft es sich gut, wenn man noch zwei Löffel Eis im Tiefkühler findet.

Kollege und ich haben eine Einladung zum runden Geburtstag bekommen. Im September!

Die alte Badehose hat ausgedient.

Hilft mir aber immerhin noch davon den Schnitt für die neue abzunehmen.

Nervennahrung.

Abends wenn die Kühlfallen im Abzug schlafen gehen und alles Iod wieder aufgetaut werden kann.

Zu Hause ist mal wieder ein KiGa-Freundebuch aufgetaucht. seufz

Und die (momentan fast tägliche) Postlieferung bringt die fehlenden Abzweigklemmen. Elektrik im neuen Haus machen erfordert erstaunlich viel Zeugse.




Dienstag, 5. Februar 2019

WmdedgT... (im Februar)

Frau Brüllen sammelt Tagebucheinträge.

Dienstag. 05.02.2019. Der Mann hat Geburtstag!

Davon merken wir allerdings alle erstmal wenig, denn die Sportlehrerin klingelt uns raus. Oma hat nämlich die Kinder schul- und kigabereit gemacht und wir länger geschlafen.

Der Mann hat einen dick geprellten Daumen und ist krank geschrieben. Ich komme ja morgens eh nicht gut aus dem Bett.

Nur zur Info: Autotüren sind stabiler als Daumen.

Jedenfalls ruft die Sportlehrerin an. Der Große hat sein Schwimmzeug vergessen, aber eine Badehose an (hää?) - ob wir noch frisches Wechselzeug in die Schule bringen könnten.

Ja klar, kann ich auf dem Weg zur Arbeit ja machen. Oma ist schon fast auf dem Weg ins Haus. ich mache mich auch bereit für die Welt da draußen, wechsele den Verband am wehen Daumen und denke dann sogar daran noch in der Schule vorbei zu fahren.

Ein schnöder Labortag läuft, alles geht sehr sehr langsam, weil wir so viel Iod im Stoßrohr, in der Kühlfalle, im Pumpenöl haben. Doof. Ich bringe außerdem die angeknackste Kühlfalle zur Glaswerkstatt und hole den erneuerten Aluminiumfolienhalter in der Mechanikwerkstatt ab.

Mensa. Ich esse Kartoffeln und Blumenkohl. Zum Nachtisch gibt es Grießpudding.

Der beste Freund und ich machen uns danach auf den Weg zum Wertstoffhof. Wer umzieht kommt meist nicht umhin auszusortieren und ich sag mal so, da gibt es in unserem Keller auch reichlich Bedarf. Und irgendwo hin muss der hübsch getrennte Müll dann ja auch noch.

Außerdem ist seit dem Hauskauf jeder Tag ein guter Tag um in den Baumarkt zu gehen. Die schönen Keller-LED-Leuchtstoffröhren waren leider nur letzte Woche im Angebot. Dafür kaufe ich aber weitere 100m Kabel und ignoriere den Bon (und die vorherige Onlinebestellung für "Gedöns"). Ich will lieber gar nicht wissen, wieviel Geld man am Ende in "Kleinkram, Zeugse und Dingse" gesteckt hat.

Das überbrückt die Zeit bis wir die nächste Messung machen können immerhin ganz gut. Weiter im Lab.

Gegen 19:00 haben wir unser Soll auch geschafft, und fahren alles runter. Ich tanke die Familienkutsche und freue mich, dass ich dafür diesmal nicht quer durch die Stadt fahren muss, sondern die nahe gelegene Tanke wieder Erdgas hat.

Zu Hause ist das Geschenk für den Mann leider nicht angekommen. So schade. Während ich Nudelauflauf esse, gehen meine Ma und mein Mann nochmal kurz ins Haus. Vorbereitungen für das Streichen der Wände morgen. Dann ist endlich der erste Raum fertig. Außerdem ist der Küchenboden verlegt. Ich sage ja, es ist absolut toll aus. Meine Ma hat zum allerersten Mal Fliesen verlegt und es ist sooo schön!

(Foto nach dem ersten Tag Fliesen verlegen)

Wir versacken eine lange Weile auf dem Sofa und hoffen, dass wir trotz Baustellen-to-do am Wochenende ein wenig Zeit zum Geburtstagfeiern finden.

Mittwoch, 9. Januar 2019

5 Jahre alt...

Mitten im Sanierungsstress ein Hauch von Pause. Denn es ist endlich der Tag des Minimanns. Seit Wochen erzählt er schon jedem, dass er ja bald fünf Jahre alt wird. Voller Stolz und Zuversicht. Im kleinen Kreis (note to myself: Kindergeburtstag irgendwo einplanen) mit Leihoma und Patenonkel gab es nachmittags Schokokuchen, Lego bauen und später Nudeln mit Tomatensauce. Außerdem ist "sein" Pony Molly wieder so gesund, dass er nach dem KiGa mit dem Mann dort zu Besuch war und Mollys Besitzerin zusagte, dass er demnächst wieder zum Reiten kann.



Mit 5 Jahren...
  •  ist man 1,10 m groß
  • und 16,5 kg schwer
  • kämmt man sich mit dem "Löwenmähnenbändiger" - denn nach wie vor wird die Mähne nicht geschnitten.
  • war man mit Papa zur Kur
  • schaut man "Paw Patrol" weil das ja "ohne kämpfen" ist
  • und versucht dann doch lieber bei Netflix Drachenzähmen einzuschalten
  • baut man gerne Lego
  • und spielt mit der aufgebauten Playmoburg und rüstet Männchen aus
  • trägt man am liebsten die Eisdrachenmütze
  • außer es ist "Kotz und Würg" Mützentag (haha, schon mal einem 5-jährigen ausversehen die falsche Mütze gegeben?)
  • freut man sich jeden Tag mit dem großen Bruder zu spielen
  • und streitet sich manchmal auch ganz doll
  • müssen Bettdecke und Ente auch in diesem Jahr überall hin mit - aber manchmal ist auch "der Knochen" okay
  • hat man viele Freunde im Kindergarten
  • und wartet sehnsüchtig auf einen Schwimmkurs-Platz
  • trägt man nur Leggings - außer man zieht seine Reithose an
  • ist Vorlesen natürlich abends Pflicht
  • spielt man bei Oma "Subnautica" und auf Opas Handy "Bubble"
  • hat man ein beachtliches Ego und sehr viel Selbstvertrauen
  • und wird abends doch nochmal ein kleiner Junge, der am liebsten im großen Bett schläft
  • kommt man morgens nur sehr schwer aus selbigen und würde lieber ausschlafen
  • wartet man auf Schnee um endlich wieder auf die Langlaufski zu können
  • und natürlich um Schlitten zu fahren
  • war man mit dem großen Bruder schon drei Mal bei Oma und Opa in Holland im Urlaub - ganz ohne Eltern

Montag, 7. Januar 2019

Adventskalendertürchen...

Irgendwo im Internet hat jemand im letzten Advent jeden Tag ein Türchen geöffnet. Eine Schranktür, eine Schublade. Jeden Tag wurde der Inhalt eines Türchens aufgeräumt.

Tolle Idee!

Nur wohnte ich im Dezember leider in einer sehr aufgeräumten Ferienwohnung. Trotzdem werde ich das Türchen öffnen jetzt beibehalten und jeden Tag mindestens (!!!) ein Fach, eine Schublade oder ein Schrankelement aufräumen. Wo es schon möglich ist, kann der Inhalt eventuell sogar direkt in einen Umzugskarton geräumt und rüber ins Haus gebracht werden. Umzug auf Raten.

Ich habe heute im Flur begonnen. Im Tüten-Schrank.


Ja, also wenn man in so ein Schränkchen immer nur rein wirft, dann sammelt sich da echt viel an. Jetzt gibt es nur noch zwei kleine Stapel Jutebeutel und im unteren Fach zwei feste Taschen, in die auch mal Schuhe können, sowie meine heißgeliebte Harrodstasche und ein kleiner Rucksack, den wir immer mal wieder benutzen.

Als später der Mann auch zu Hause war, haben wir gleich noch das zweite Türchen geöffnet. Da gab es erfreulich wenig drin. Zwei paar Schlappen durften bleiben und dazu Thermosohlen und Spikegamaschen, der Rest kam weg.

Die Schubladen sind dann wohl morgen dran.

Samstag, 5. Januar 2019

WmdedgT... (im Januar)

Was machst du eigentlich den ganzen Tag? fragt Frau Brüllen auch 2019.

Kurz: Tapeten abreißen.

Erstmal ausschlafen, denn irgendwann muss man ja mal schlafen. Danach gemütliches Familienfrühstück, Haushaltsrunde und die Kinder überzeugen, sich doch mal anzuziehen.

Während der Mann zum Baumarkt fährt, um eine Nagelrolle und noch ein bißchen anderes Kleinkram zu besorgen, gehe ich mit den Kindern rüber ins Haus.

Schnell sind die Spachtel verteilt und wir legen los. Die ersten etwa fünf Lagen Tapete lassen sich zum Glück in kompakten Stückchen ganz gut abreißen. Die drei folgenden Lagen eher nicht so.

WER klebt einfach immer nur Tapete über Tapete? Falls sich jemand angesprochen fühlt: NEIN NEIN NEIN!

Das Haus ist Baujahr 1935, mithin also 84 Jahre alt. Das entspricht auch den Tapetenlagen, die wohl alle 10 Jahre übertapeziert wurden.

Als unterste Schicht entdecke ich Zeitung. Mit jeder Lage Tapete reisen wir hier also zurück in die Vergangenheit. Der Raum, der mal das Kinderspielzimmer werden soll, war wahrscheinlich in den 1980ern schon einmal Kinderzimmer. Zumindest gibt es eine geblümte Tapete mit Enten und Hunden drauf.

Als sehr hartnäckig erweist sich eine Schicht etwa aus den 1950ern. Braune Blumen auf hellbraunem Grund oder so.

Die Kinder bauen zwischendurch aus Leiter und großen Tapetenstücken eine Bude, dann verlässt alle die Lust und dafür kommt Hunger auf. Wir ziehen uns daher um und gehen zurück in die Wohnung.

Kaffeepause, Mittagsschlaf (für mich, meine Augen wollten einfach nicht mehr auf bleiben) und eine Minecraftrunde für die Kinder. Der Mann weicht derweil die perforierten Tapeten ein.

Bis zum Abendbrot versuchen wir uns dann weiter an den widerstandsfähigen Tapetenlagen. Immer häufiger gelangt man bis zur Zeitungslage und ich halte ein paar größere Stücke im Bild fest. Später finde ich auch ein Datum. Einige Zeitungsseiten scheinen von Juli 1936, einige von April desselben Jahres zu sein. Die Universität von Warschau wurde damals geschlossen. Es gibt Werbung für Seife und einen Wetterbericht für die skandinavische Nordsee. Zeitreise in eine lang vergangene Zeit.







 Abendbrot, zwei Runden "Hick Hack im Gackelwack" und ein Kapitel Pippi Langstrumpf später sind alle Männer der Familie eingeschlafen. Ich lese noch ein wenig. Später zieht der Große in sein Bett um, der Mann steht nochmal auf und zockt eine Runde. Ich lese noch ein wenig mehr (nur noch eine Seite!) und schlafe dann neben dem leise schnorchelnden Minimann ein.