Donnerstag, 19. April 2018

Strohwitwendasein... (1)

Tag 1 meines 3,5 tägigen Strohwitwendaseins. Pluspunkt: ich hatte frei. Pluspunkt: Mein Mann versorgte die Kinder morgens und fuhr dann gen Süden, einen Freund besuchen.

Ich schlief also erstmal noch eine Runde weiter und versorgte danach die Tiere:



Tausche: Hühnerfutter gegen Eier!


Als ich mit den Eiern in die Küche ging, hörte ich den Biokistenmann. Alles Frische also gleich mal eingeräumt.

Endlich Frühstück! Nagut... früh war es da schon lange nicht mehr. Aber den Kaffee brauchte ich, während ich mich durch deprimierendes und teures Papierkram wühlte. Lacher des Jahres (Rentenbescheid Zukunftsmusik) war auch dabei.


Belohnung für Papierkramerledigung: Nähen! Das wird mein neues Shirt zum Radfahren.




Schnelle Einkaufsrunde, dann den Minimann samt Kumpel aus dem KiGa abgeholt.

  

Die beiden testeten gleich mal unsere wespensicheren neuen Gläser. Die sind so toll! Brauche mehr davon!


Keine Fotos: Die Kinder planschen draußen in Wäschewannen, spielen im Sandkasten. Dann kommt der Große samt Kumpel auch dazu. Highlight für alle: der Eiswagen klingelt!

Gute Gelegenheit mit dem Minimann Höflichkeit zu üben. "SCHOKO MIT SAHNE!!!!!!"  finde ich nämlich nicht so nett. Aber es ging dann doch. "Ich möchte bitte eine Kugel Schoko mit Sahne. Danke Herr Eismann."  Das war dann schon wieder sooo niedlich, dass man platzen könnte.

Draußen ist herrlichstes Sommerwetter, aber das hält Kinder ja nicht davon ab, ihre Pläne umzusetzen. Also hab ich ordentlich was weggebügelt:


Haha... dachte jemand Klamotten? HA HA HA.

Nebenher Abendbrot gekocht, Besuch verabschiedet, aufgeräumt, Kinder zum Aufräumen angetrieben, auf den Patenonkel gewartet. Dann gemeinsam gegessen und vorgelesen (fast durch mit HP Teil 2).


Als die Kinder dann im Bett waren noch weitergenäht, eine Folge einige Folgen Trevor Noah geschaut und dann ins Bett. Der Wecker klingelt ja früh.

Donnerstag, 12. April 2018

12 von 12... (im April)

Caro sammelt 12 Bilder vom 12. eines Monats.

Mensaessen mit dem Minimann, der mich heute auf Arbeit begleitet. Da teilen wir uns auch schon mal eine Brause.



Rosetta und Philae stehen gleich gegenüber von meinem Büro in 1:1. Dies ist kein "Nachbau". Jede Sonde, jeder Lander wird zu Experimentier- und Testzwecken doppelt gebaut.

 Mit dem Minimann darf ein Stopp auf dem Spielplatz natürlich nicht fehlen.

Dabei entdecke ich ein weiteres "Sprühtier".

 Abends sitze ich dann seit langem mal wieder an der Nähmaschine und nähe ganz viel fertig. Schirmbeanie und wirklich allerletzte Resteverwertung.

Lederklappe und Knopf für den Maus&Mystik Umhang, den Oma genäht hat.

Leggingsnachschub für den Minimann - ganz dringend benötigt.


 Hier wird fleißig mit der Cover geübt. Da ist auch noch Bedarf, wie man sieht.

LA-Shirt für den Großen. Der ist auch ganz plötzlich aus allem raus gewachsen.

Kuschelfaultier für den besten Freund, der nach der langen Krankengeschichte einen großen Nachholbedarf an "Heile-Welt" hat. Gut so!

Donnerstag, 5. April 2018

WMDEDGT... (im April)

Schon fünf Jahre lang sammelt Frau Brüllen die Tagebucheinträge am Fünften.

Nach einer schlaflosen Nacht (alle 15 Minuten auf die Uhr geschaut, seufz) von Dienstag auf Mittwoch, einer anschließenden Magenspiegelung (leider mit Sedierung) und den zu erwartenden Nebenwirkungen (Kreislauf weg, starke Schmerzen, ganz toll) schlafe ich heute aus.

Dachte ich. Um 8:30 reißen mich krass pochende Kopfschmerzen und Schwindel aus dem dösigen Schlaf. Ich bin müde. Unter der Dusche wird es immerhin so okay, dass ich ein paar Sachen zusammenraffe und mich auf den Weg zur Arbeit mache. Kurzer Erdgas-Tankstopp, dann suche ich einen Parkplatz.

Patenonkel ist schon da, was sehr schön ist, d.h. der Kaffee ist schon fertig durchgelaufen. Aufwachkaffee, dann ab ins Labor. Mischung machen, Stickstoff auffüllen, Sticki anschmeißen. Irgendwie muss heute alles gleichzeitig laufen, Arbeit, Geburtstagsvorbereitung für Samstag. Ich hab zwar den Schneidplotter mitgebracht, aber die Schneidematten vergessen. Hrmpf. Echt doof.

Mittag in der Mensa, dann eine kleine Spazierrunde durch den noch nicht frühlingshaften botanischen Garten. Die Knospen an den Bäumen sehen aber ganz vielversprechend aus. Sport und Spazieren steht für den Patenonkel ganz oben auf der Prioritätenliste, also räumen wir dem so viel Zeit, wie möglich ein. Fit zu werden ist ein langer Weg.

Der Nachmittag vergeht wie im Flug, ich google Abfallvorschriften und versuche mit unserem Sicherheitsmenschen Gaspurifier zu bestellen. Meine Geburtstagsvorbereitungs-to-do-Liste wird auch immer kürzer und der Feierabend rückt näher. Chef schaut auch kurz rein und mir entgleisen nur kurz (als er nicht hinschaut) die Gesichtszüge, als er überzeugt ist, sein Auto wäre noch super in Schuss - also trotz der vielen Macken, Dellen und regelrechten Löcher, die ein Auto vom schwungvollen Ausparken so kriegen kann.
Wir fahren durch eisekalten Wind ins Fitnessstudio und ich renne mir allen Stress eine Stunde lang auf dem Laufband ab, während der beste Freund vor mit auf dem Ergometer vorsichtig strampelt. Kraftübungen hinterher und danach freue ich mich auf die Dusche.

Es geht nochmal zurück ins Büro. Wegen Kreislauf hängt durch, beschließen wir vor Ort Abendbrot zu essen und besticken noch die letzten Waschlappen für die Mitgebseltütchen.

Irgendwann nach 22:00 ist sehr viel geschafft und ich bin sehr müde. Jetzt aber fix nach Hause. Denke ich so. Und gerate auf der Bundesstraße in den Stau. Die Autobahn ist vollgesperrt. Ganz prima, ich zuckele also mit 20-30 km/h in einer langen LKW-Schlange dahin.

Zu Hause angekommen besprechen mein Mann und ich den zurückliegenden, wie auch den kommenden Tag. Ich schaffe noch zwei Seiten "Sapiens" und entschwinde ins Reich der Träume.

Donnerstag, 29. März 2018

Kurzurlaub...

Traditionell verbringen wir die Osterferien in Holland bei Oma&Opa. Dieses Jahr haben wir etwas umgeplant, da der Patenonkel aus der Reha entlassen wurde. Ein weiteres Kapitel konnte abgeschlossen werden. Deshalb verbrachten wir die erste Ferienwoche gemeinsam in Holland und ließen die Kinder die zweite Woche allein dort.

Wir hatten ein paar Bedenken, ob der Minimann da mitmacht, auch wenn er tagsüber immer überzeugend sagte: "Ich bin vier! Ich bleibe auch bei Oma!" - aber ging es auf den Abend zu, wollte er doch lieber wieder mit nach Hause.

Hat letztendlich alles prima geklappt. Und letzten Montag fuhr ich ein letztes Mal zur Rehaklinik. Kapitel drei "Reha" hat einen Schlusspunkt bekommen. Ich bin erleichtert. Jetzt beginnen wir langsam einen Alltag zu finden, in dem man wieder alle Rollen und Aufgaben einigermaßen gut ausfüllt. Arbeit, Familie, Sport, Hilfe im Alltag (die der Patenonkel noch für eine Weile brauchen wird), Arzttermine und der Rest des ganz normalen Wahnsinns.

Klappt das? Nun ja... ich denke, das ist ein Prozess, der sich erstmal einstellen muss. Diese Woche ist es jedenfalls erstmal sehr sehr voll.

Da hilft es ungemein, wenn man ein paar schöne Erinnerungen vom Strand hat.

















Montag, 12. März 2018

12 von 12... (im März)

Caro sammelt wie immer.

Es gibt Lachs zum Frühstück... da muss man immer schnell sein, sonst haben die Kinder den verputzt, bevor man sich selbst ein Toast schmieren kann.


 Ich mag diesen Ziegenfrischkäse soo gern und mit etwas Lachs drauf - perfekt!


Bevor wir für heute aufbrechen, nähe ich noch schnell drei Knöpfe an mein aktuelles Projekt. Dann ist das auch fertig.

 Der Große hat schulfrei wegen Lehrerfortbildung. Also fahren wir heute ins Wellenbad (davon gibt es keine Fotos. Hab nicht daran gedacht, den Knips dort mit hin zu nehmen). Ich gehe natürlich nur noch mit meiner selbst genähten Sporttasche aus dem Haus.


Danach besuchen wir den Bewohner dieser Zimmernummer. Der Patenonkel hat inzwischen die Krankenstation in der Rehaklinik verlassen und nun ein normales Zimmer bezogen. Wieder einen Schritt weiter.


Wir machen eine Spazierrunde zum Kaffee trinken und Kuchen essen. Der Blick rüber zum Hausberg ist wolkenverhangen. Das freut die Kinder, sie sind mit ihren Regenschirmen unterwegs.

 Fischreiher gesehen. Seht ihr ihn auch?

Eigentlich wollten wir nur kurz in den Einkaufsladen. Dann war da ein Fahrradladen auf dem Weg. Dann wollte der Patenonkel "nur mal gucken". Dann gab ich plötzlich Geld für ein  Fahrrad aus. Der Große passte auf seins nämlich gar nicht mehr gut. Und da es schwierig war eins mit passender Geometrie zu finden, sind wir nun umso froher, dass die Sucherei ein Ende hat. Noch einmal auf Arbeit etwas überarbeiten und neu einstellen - und der Große hat endlich ein passendes Rad. So schnell und unvermutet kann es manchmal gehen.


 Fast ohne Worte. Wir haben Hunger, es ist Abendbrotzeit. Das Bistro hat keinen Platz für uns. Sooo schade (hüstel)... "müssen" wir eben doch zur Pizzeria gehen und uns dort den Bauch vollschlagen.

Außerdem gab es vom Patenonkel Lesenachschub für die Kinder, die sich sehr gefreut haben. Nun haben wir alle MÄÄH-Teile zusammen.

Für mich gibt es auch Lektüre inkl. dem Zeitslot für unseren Vortrag in Hannover.

Montag, 5. März 2018

WmdedgT... (im März)

Tagebuchbloggen... wie immer.

Montag. Ich liebe von 2:30 bis 4:00 wach. Das... nervt, aber ich weiß auch, dass es jeden Tag besser wird. Der Alltag kehrt zurück und nie habe ich mir etwas sehnlicher gewünscht, als einen banalen Alltag, in dem nichts spannendes passiert. Nagut, fast.

Als Mann und Kinder um 7:30 das Haus verlassen, drehe ich mich nochmal um. Dann duschen, anziehen, Sachen zusammenpacken, Sportklamotten einpacken. Ich bin kurz vor 10h in der Uni und gehe erstmal Stickstoff holen.

Es ist absolut herrlich und so nervig es ist, bei hässlichem Muschpuschwetter draussen zu stehen, so schön ist es heute. Nach einer halben Stunde sind die Dewargefässe voll und ich schleppe sie zurück zum Lastenaufzug.
Laborrunde. Ich fülle die Kühlfalle auf, mache eine neue Mischung, fahre zwei weitere Vakuumpumpen hoch und befülle die dazugehörigen Kühlfallen ebenfalls.
Danach versuche ich im Krankenhaus telefonisch einen Arzt zu erreichen. Kriege eine Schwester ans Telefon, dann den Stationsarzt. Er ist in Eile, die Visite läuft noch. Aber er verspricht mir, sich zu kümmern. Ich bin skeptisch, habe aber Hoffnung.

Dann ist es auch schon fast Zeit zum Mittagessen und ich suche meine Tupperdose. Die liegt noch im Auto, also gehe ich zum Parkplatz, genieße das frühlingshafte Wetter und mache mir zurück im Büro meine Blumenkohlpfanne warm. Dazu gibt es den einen Kaffee des Tages, den ich mir freundlicherweise trotz Pantoprazol erlaube. Muss sein. Er ist auch dünn und mit mehr Milch, als Kaffee.

Weitere kurze Laborrunde, Studiprotokolle abholen, mit dem Chef schnacken, Rücksendung eines Pakets vorbereiten. Ich muss noch ein Formular für die Personalabteilung scannen, aber leider wird das Dokument nicht gespeichert. Also bitte ich die Sekretärin mit ihrem Scanner um Hilfe, wir reden einen Moment. Schön. Sie war in den letzten Wochen eine große Hilfe, einfach so da, obwohl wir sonst nie viel Kontakt haben. Das war toll und wichtig für mich. Ich bin ihr sehr dankbar.

Damit endet mein kurzer Arbeitstag heute schon. So ganz Alltag ist eben doch noch nicht. Ich gehe rüber zur Cafeteria, kaufe eine Fruchtschorle und Süßkram. So gut ausgestattet fahre ich zum Fitnessstudio und laufe mit erhöhtem Tempo eine halbe Stunde auf dem Laufband. Danach Krafttraining. Fühlt sich alles gut an, am Ende bin ich durchgeschwitzt und eine Ahnung von Serotoninausschüttung macht sich bemerkbar. Gut so, ich brauche das. Mein psychisches Gleichgewicht ist doch fragil und ich brauche jedes bißchen Glücksgefühl, dass ich kriegen kann.

Unter der Dusche überlege ich, ob man samt dem Schokoduschgel-Geruch einfach für immer stehen bleiben kann. Gefangen unter angenehm heißen Wasser und in einer Wolke von Schokoduft.

Aber nein. Ich setze mich wieder ins Auto (immer noch der Leihwagen, anderes Thema) und fahre noch vor Einsetzen des schlimmsten Feierabendverkehrs zur Rehaklinik. Das Wetter ist absolut herrlich, 12°C, Sonne. Ich hoffe, dass der beste Freund fit genug zum Spazieren gehen ist.

Ist er. Nach Klärung offener Fragen des besten Freundes ("Wieviele Lagen Kleidung brauche ich? Geht das über die Braunüle?" - Ääähhh... geh mal auf den Balkon, heute ist Frühling!) machen wir uns zu einer Spazierrunde auf. Klappt gut, wir gehen etwas weiter, als beim letzten Mal.

Danach checken wir nochmal Medikamenten-Wechselwirkungen und stellen fest: hätte sich schon mal ein Arzt angucken sollen. Narf. Die ärztliche Versorgung in der Rehaklinik ist doch verbesserungswürdig.

Ich fahre nach Hause, verpasse leider knapp das Abendbrot. Dafür werde ich vom Minimann informiert, dass es heute "verbranntes Essen und Pistolen" gäbe. Auf meinen doch sehr verwirrten Blick zeigt er mir eine Spritze, die er geschenkt bekommen hat. Und es stellt sich raus, dass es eigentlich Flammkuchen geben sollte, aber auf Gemüsepfanne umgeschwenkt wurde. Nun denn, während ich meine Gemüsepfanne mümmele, berichten der Mann und ich uns vom Tag.

Schlecht: Mein Auto braucht eine neue Lambda-Sonde, die Familienkutsche ist immer noch nicht fertig. Wir fahren also weiterhin mit dem Leihwagen. Aber immerhin scheint es, als würde sich da diese Woche noch was tun.

Ebenfalls schlecht: Der KiGa hat die ganze Woche nur eine Notgruppe auf, weil zu viele Erzieherinnen krank sind, genau wie die Vertretungskräfte. Also war der Minimann heute mit meinem Mann auf Arbeit - was er total toll fand.

Gut: Es gab leckeres Abendbrot, die Kinderbetreuung für diese Woche kriegen wir hin. Der Große hat prima für die Mathearbeit geübt.

Danach treffen wir uns alle im grossen Bett zum Vorlesen und Kuscheln. Die Kinder wandern in ihre Betten und ich würde am liebsten auch gleich liegen bleiben. Mache ich aber nicht. Ich raffe mich nochmal auf.

Mein Mann stellt mir eine neue Laufplaylist zusammen, ich kopiere Fotos für das (aufgeschobene) Fotobuch für die Leihoma. Dann packe ich viele Pakete aus. Meine Ma hat mir eine total schicke Strickjacke gestrickt, meine Lush-Bestellung kam an und Amazon brachte eine neue Pfanne und ein Paket für den besten Freund. Telefonat mit diesem bringt kurz darauf eine Welle neuer Informationen und meine Hoffnung von heute Vormittag, dass der Arzt sich kümmert, ist wahr geworden. Juhu, endlich gute Nachrichten. Es geht alles wieder ein bisschen voran, nachdem es am Wochenende für den besten Freund ein paar Schritte zurück ging.

Ich nähe noch eine Kleinigkeit, buche ein Hotel für die Tagung im Mai und dann geht es auch ins Bett.