Sonntag, 6. Oktober 2019

Wanderung Wettersteinhütte

Wir erwachen zu leisem Regen, der auf das Dachfenster platscht. Kurz darauf kratzt es auf eben diesem, laut und rumpelig zu gleich. Eine Krähe ist drauf gelandet.

Frühstück, bloggen, die Kinder spielen enthusiastisch Maus & Mystik. Ich suche eine Wanderung raus. Es ist zwar wolkenverhangen und nieselt immer wieder, aber dafür gab es ja all die tollen Outdoorklamotten.

Beim Anziehen stelle ich fest, dass der Große seine Jacke nicht dabei hat. AAARRGGHHHH. Ich möchte heulen und ihn gleichzeitig anschreien. Es ist ja nicht so, als hätten wir nicht gestern vor der Abfahrt eine lange Diskussion über "jeder passt auf seine Sachen auf und denkt mit" gehabt. Und als ob ich nicht 20 Mal gesagt hätte "nehmt bitte eure Jacken mit ins Auto, ihr müsst sie ja im Auto nicht anziehen". AAARRGGHHHH

Nichts dergleichen, wir suchen im Auto, dann gehe ich zurück in die FeWo und hole eine Fleecejacke und die Regenjacke zum Drüberziehen.




Die hohen Bergketten sind bereits mit einer dünnen Schicht Schnee bepudert. Ab und zu ragen sie aus den Wolken empor. Wir wandern erst ein ganzen Stück durchs Tal, dann führt der Weg sacht durch den Wald immer weiter hinauf. Das Wetter hält sich, es ist trocken und manchmal blitzt sogar die Sonne zwischen den Wolken hindurch. Wir halten an, um drei Eichhörnchen zu beobachten, die rasend schnell den Baum hinauf- und hinunterflitzen.

Schließlich biegt der Weg nach rechts ab, nun geht es immer steil hinauf über Geröllwege. Es wird anstrengend und uns wird auch schnell warm. Die Kinder machen prima mit, der Große ja sowieso und der Minimann lamentiert zwar, bewältigt die Steigung aber problemlos.





Zwischendurch verlaufen wir uns einmal und enden an am Klammbach, den man (nach den Regenfällen der letzten Tage) aber nicht so einfach queren kann. Im Sommer geht das sicherlich problemlos. Wir steigen daher einen kaum sichtbaren Trampelpfad empor, der so steil ist, dass ich an manchen Stellen Mühe habe festen Tritt zu finden und meine Waden schreien empört auf und krampfen.

Kurz darauf sind wir wieder auf dem regulären Weg. Die letzten 1,5 Kilometer fordern uns nochmal ziemlich. Aber dann ist es geschafft. Wir sehen die Wettersteinhütte (und die Wangalm), überqueren den Klammbach über eine bequeme Brücke und kehren hungrig ein.







Wir sind von 1130m auf 1717m Höhe gewandert. Da haben wir uns den Kuchen redlich verdient. Während wir essen, zieht es draußen zu. Noch schnell an der Stempelstelle den ersten Stempel geholt, Familienbild und dann machen wir uns gegen 16h auf den Rückweg.

Wir folgen erst eine Weile dem Mountainbikeweg, der weniger steil und weniger geröllig ist. Dann wechseln wir wieder auf den steileren Weg. Runter gehen ist anders anstrengend, als rauf. Man ist weniger außer Puste, dafür muss jeder Schritt sitzen und die Konzentration nicht wegbrechen. Der Große wandert, als hätte er sein Leben lang nichts anderes getan. Der Kleine lamentiert ein wenig, geht aber genauso sicheren Schrittes. Kaum, dass der Weg weniger steil ist, rennen die Kinder vor.

Als wir das Tal erreichen mag der Minimann jedoch nicht mehr richtig. Seie Füße täten weh. Meine auch. Und meine Hüfte. Das Alter - oder so. Ein paar Meter nehme ich ihn huckepack. Dann kann er wieder selbst. Es nieselt beständig, aber in den dichten Klamotten ist das gar nicht weiter schlimm.

Die letzten 2 Kilometer an der Straße entlang ziehen sich dann richtig, weil die Motivation des Minimanns doch sehr nachgelassen hat. Mann und Großer sind ein gutes Stück vor uns. Aber natürlich schaffen wir es auch und sind um 18:00 wieder zurück in der FeWo. Fazit: Gute 600 Höhenmeter (mehr, weil es natürlich immer etwas auf und ab geht) und 16,5 Kilometer. Eine schöne Wanderung zum Einstieg in den Urlaub. Und super Topfenstrudel auf der Hütte!

Heiße Dusche, leckeres Abendbrot und schon sind die müden Füße vergessen. Zumindest bei den Kindern. Nach dem Vorlesen ist aber im Kinderzimmer auch nicht mehr lange was zu hören. Ich bin früh im Bett und lese noch eine Runde, der Mann gesellt sich samt Buch dazu.

Samstag, 5. Oktober 2019

WmdedgT... (im Oktober)

Tagebuchbloggen bei Frau Brüllen.

Ich bin mir unsicher, wann dieser Tag beginnt oder der letzte endete. Irgendwann abends verging alles in Migräne. Ich konnte nicht mehr weiter Koffer packen oder überhaupt irgendwas. Ich lag irgendwann samt Triptan im Bett und wollte schlafen, aber meine Augenlider waren zu schwer, um sie auf den Augen abzulegen.

Also las ich noch etwas bis das Triptan begann zu wirken und ich wenigstens schlafen konnte. Denkste. Nebenwirkungen, die mein Körper IMMER mit nimmt: Übelkeit. Ich wachte also dauernd auf, wurde von Wellen von "schnell zum Klo", "ach nee, doch nicht" überrollt und schlief wieder ein. So ging das die ganze Nacht.

Morgens völlig gerädert, Krankheitsgefühl. Prima, um in den Urlaub zu starten. Irgendwie raffe ich mich auf, es ist alles sehr hektisch, jeder packt und räumt an mehreren Stellen gleichzeitig, den Überblick habe ich lange verloren.

Zu allem Überfluss stellen wir fest, dass unsere normale Ferienwohnungsurlaubspackroutine nicht erlaubt die Fahrräder mitzunehmen, zumindest nicht den Streamliner, der in den Kofferraum müsste. Mist mist mist. Also doch keine Räder mit, oder (später, weil auch erkältet) nur meins und das vom besten Freund. Dann fehlt aber mein Helm. Ach ach ach.

Eigentlich möchte ich lieber zu Hause im Bett bleiben, es pocht auch schon wieder hinter der Schläfe.

Mit zwei Stunden Verspätung fahren wir aber doch gegen Mittag los. Erst noch schnell zur Post, dann zum CNG tanken. Tankstelle 1 hat heute kein CNG, Tankstelle 2 hat CNG und den allerschlechtesten Kaffee meines Lebens. Der schmeckte irgendwie verbrannt und grauslich.

Den Rest des Tages verbringen wir auf der A7. Ich wäre auch gerne gefahren, um den Mann mal abzulösen, aber selbst Auto fahren ist raus. Die Migräne lässt zwar nach, das Pochen bleibt. Ein Krankheitsgefühl auch, vielleicht hab eine eine symptomlose Erkältung oder was auch immer.

Zwei Tank- und Pipistopps, kein Stau, trotz der allgegenwärtigen Baustellen, dann überqueren wir die Grenze nach Österreich, man könnte ein grandioses Bergpanorama sehen, wäre nicht alles in graue Wolken getaucht, aus denen es unablässig regnet. Immerhin regnet es auch auf FPÖ Wahlplakate auf denen ein Mann mit einem markanten Oberlippenbart für mehr "Nationales" wirbt. Mich gruselt es. Sehr. Immerhin kenne ich das Wahlergebnis schon und das immerhin gibt, wenn schon keinen Grund zur Freude, dann doch einen Grund zum Hoffen. Wir schlängeln uns auf romantischen Straßen einmal rund um die Zugspitze, fahren wieder nach Deutschland, durch Garmisch, Mittenwald, wieder nach Österreich und dann sind wir da. Lange Fahrt. Gegen 12h los, kurz vor 20h kommen wir an. Ohne nennenswerte größere Pause, der Mann ist rechtschaffen müde und erschöpft. Aber er hat uns tapfer und sicher hierher gefahren. Wir werden sehr sehr nett in Leutasch empfangen, schleppen unser Gepäck (Marke "Halber Hausstand") zwei Etagen hoch, kochen Nudeln, räumen ein wenig aus und sinken dann doch recht schnell müde ins Bett.

Auch wenn das Wetter gerade nicht sehr rosig aussieht, freue ich mich sehr auf zwei Wochen in den Alpen.

Donnerstag, 5. September 2019

WmdedgT... (im September)

Frau Brüllen sammelt Tagebucheinträge.

6:45 - Mann und Großer stehen auf, extra leise, damit der Minimann und ich noch etwas schlafen können.

7:45 - Ich bin wach, der Minimann schläft tief und fest. Ich mache ein bißchen die Rollos auf, damit er aufwacht und gehe duschen. Danach Sachen zusammensuchen, Klappbrot-Frühstück für den Minimann, Hühner füttern. Los zum KiGa.

9:00 - Auf Arbeit. Erstmal beschäftige ich mich mit dem alten Smartphone vom Chef. Der fliegt sehr weit nach Osten und es gibt die Anweisung dorthin nur blanke Handys mitzunehmen und Mailaccounts und Daten lieber erst später über gesicherte Verbindungen nachzuladen. Nun denn. Einmal alles auf Werkseinstellungen bitte.

Außerdem im Labor alles hochfahren. Dann einen Moment des Leerlaufs genutzt, um Schnittmuster zusammen zu kleben. Minimann hat erzählt, dass er GANZ DRINGEND ein Ninjakostüm für einen Kindergeburtstag braucht.

Bei extremtextil den Warenkorb befüllt. Beim Bezahlen gefreut, dass endlich der Rest des Hauskredits ausgezahlt wurde und so Projekt "neue Heizung" anlaufen kann.

12:00 -  Mittagessen. Vor der Mensa eine unendliche Schlange von Tagungsteilnehmern. Kollege und ich huschen also lieber in die Cafete und holen uns belegte Brötchen. Auf dem Rückweg zufälliges Arbeitsgruppentreffen im Aufzug. Chefbesprechung 50% Arbeit, 50% Geburtstagsplanung für seine Frau. Ich backe nun doch einen Kuchen und wir sollen noch non-alkoholische Getränke besorgen.

Ich bin müde. Aber das zählt heute nicht. Ich fahre früh nach Hause, damit ich zusammen mit dem Großen heimkomme. Plan: gemeinsam Hausaufgaben machen, Mittagessen, Bücher zusammensuchen für Bib-Besuch. Schwimmzeug packen.

Die Realität ist sogar noch besser, als der Plan. Der Große hat keine Hausaufgaben auf und möchte deshalb gerne eine Stunde ausruhen. Prima, da mache ich mit. Während er zwei Folgen Ninjago schaut, bin ich innerhalb von Sekunden eingeschlafen.

15:30 - Wir machen uns vollbepackt mit Schwimmtasche, Apfelschnitzen, Knäckebrot und zwei Beuteln Bib-Bücher auf den Weg zum Kiga, holen den Minimann und fahren zur Bücherei. Neuer Lesestoff wird ausgesucht, die beiden Beutel sind auch auf dem Rückweg schwer. Wir laden sie ins Auto, ich schaue aufs Telefon. Verpasster Anruf. Ich rufe zurück. Der Papa vom Kumpel steckt im Stau, ob ich es noch rechtzeitig zum KiGa zurück schaffe?

Klar! Um 16:31 (und damit nur eine Minute zu spät) stehe ich am KiGa-Tor und sammele Minimanns Freund ein. Gleichzeitig fährt der Eismann vorbei. Die Kinder winken schon. Also noch fix für jeden ein Eis geordert und wieder zurück zur Schwimmhalle.

16:50 - Der Papa wartet an der Schwimmhalle, alle Eis sind aufgegessen und wir können rein.

17:00 - Schwimmstunde für alle Kinder. Habe heute mit dem Minimann besprochen, dass ich auf jeden Fall auch selber schwimmen möchte. Es wäre ja auch sehr unfair, wenn die Kinder sich eine Stunde lang anstrengen und ich nur gemütlich quatschend auf der Bank sitze. Ich weihe den anderen Papa ein, er findet das auch gut. Wir gehen also auch selbst Bahnen ziehen.

18:30 - 20 Bahnen und weitere 30 Minuten spaßbaden später wird mir kalt und hungrig und ich scheuche die Kinder unter die Dusche.

19:10 - Wir sind zu Hause, ich hab den Tisch gedeckt, der Große hat seinen Ranzen gepackt, der Kleine ein Spielzeug für den Spielzeugtag rausgekramt. Der Mann kommt nach Hause, wir essen. Ich kann kaum noch meine Augen aufhalten. Der Mann übernimmt daher das Vorlesen ich mümmele auf dem Sofa.

21:20 - Nix mehr geschaut, nur noch bißchen Wochenendplanung und sonstiges erzählen. Ich muss ins Bett.

Montag, 12. August 2019

12 von 12... (im August)

Wie jeden 12. des Monats sammelt Caro. Wir sind auf der Rückreise von Norwegen auf der Fähre Stavanger - Hirtshals. Den 12 Bildern geht eine eher gruselig-wellige Nacht voraus.


Frühes Packen auf dem Fjordline Schiff kurz vor Einlaufen in Hirtshals.


Seid unserer letzten Überfahrt hat sich auf dem Schiff ein Starbucks eingekauft. Juhu! Guter Kaffee!


Noch mal draußen gucken.


Und das Wetter begutachten. Die Überfahrt war... wellig.


Kontrastprogramm zu den letzten zwei Wochen. Platt. Alles flach und gerade.


Frühstücksstopp in Aalborg.


Hier gibt es sogar zwei schicke Gullideckel. Wir frühstücken im "Penny Lane" - kann ich empfehlen.


Zweiter Stopp im Café Hattesgaard in Rømø. Die haben ein schickes Klo.


Und sehr sehr guten, unglaublich leckeren Kuchen! Und Kaffee... deshalb machten wir da auch eine Pause. Wer weiß, wann man mal wieder hier lang kommt.


Kinder austoben am Strand.


Rømø - wieder windig, fast stürmisch und etwas kühl.


Und dann müssen wir doch los. Weiter noch.

Nach einigen Stunden Fahrt, die sich doch etwas hinzogen, übernachten wir heute in Süderlügum, direkt an der dänisch-deutschen Grenze. Das man zurück in Deutschland ist, kriegen wir auch direkt mit dem Holzhammer gezeigt. Kein Telefonempfang, kein Datennetz, nix. Online-Stille. Bananenrepublik. Auch sonst zeigte unser kurzer Aufenthalt dort viel deutsche Rückwärtsgewandheit. Schade.

Montag, 5. August 2019

WmdedgT... (im August)

Frau Brüllen sammelt Tagebucheinträge.

Wegen Urlaub etwas verspätet, aber das macht ja nichts.

Wir erwachen morgens in Skånevik bei recht bezogenem Himmel und starten daher mit einem gemütlichen Frühstück. L. und die Leihoma sind ja gestern in die Hütte neben uns gezogen und so gibt es ab heute Frühstück für alle gemeinsam. Etwas stressig ist es, weil man ja dauernd rausgucken muss. Die Tümmler könnten ja vorm Fenster schwimmen.

Es ist auch am späten Vormittag immer noch recht bewölkt. Trotzdem packen wir die Rucksäcke. Regenzeug, Snacks, Wasser zum Trinken, Wasser zum Kochen, Kochutensilien. Ich lege lieber eine Lage Klamotten zuviel raus, denn irgendwie ist es auch frisch. Das soll uns aber heute von nichts abhalten.

Wir fahren ein paar Meter in den Ort und suchen dann nach einem Parkplatz, bzw. dem Einstieg zur Wanderung zum Håfjellet. Drölfzig Kurzen und einige Höhenmeter auf einer (meiner Meinung nach) sehr engen einspurigen Straße finden wir auch die entsprechenden Schilder, aber keine Parkmöglichkeit. Also wieder ganz runter ins Dorf und dort geparkt. Müssen wir eben direkt auf Seehöhe starten. Was den Vorteil mit sich bringt, dass wir noch einen kurzen Versorgungsstop in der wirklich sehr guten Bäckerei machen können.

Es geht eine ganze Weile die Straße wieder rauf, das ist schon anstrengend, aber wir werden unterwegs mit Himbeeren und Johannisbeeren beglückt. Es ist einfach so unglaublich herrlich hier überall.

Kurz darauf gelangen wir zum Einstieg der Wanderung. Es geht von der Straße runter, an einem Grundstück entlang und dann direkt sehr steil im Wald den Berg hinauf. Teilweise klettern die Kinder, jeder Schritt muss vorsichtig gesetzt werden. Würde ich nicht vollkommen mit Atmen beschäftigt sein, würde ich mich fragen, ob man dort bei regennassem Wetter wieder herunter kommt. Aber ich muss ja atmen.

Die Kinder turnen vor, haben sehr viel Spaß und ich bin beeindruckt, dass der Weg so gut ausgeschildert ist. Alle paar Meter entdecken wir einen rot bemalten Holzpflock. Da gab es auch schon andere Wanderungen in Norwegen, wo es eventuell mal Pflöcke gegeben haben könnte.

Recht fix erreichen wir das erste kleine Zwischenziel, an dem der Weg sich teilt. Wir wollen weiter hinauf, sind aber auch für jede Atempause dankbar, denn es ist wirklich sehr steil. Auf 300 Höhenmetern machen wir eine Snackpause. Um uns herum wächst unglaublich grünes, weiches Polstermoos, knorkige Birken, kleine und größere Nadelbäume. Ich bin jedes Mal wieder entzückt davon, wie ein echter Wald aussieht. Ein Wald, in dem niemand umgestürzte Bäume raus nimmt, in dem aufgeräumt wird, in dem der Boden immer braun, statt sattgrün überwachsen ist. Die Artenvielfalt um uns herum ist sehr viel größer, als zu Hause. Es gibt Gräser, Moose, verschiedenste kleine Büsche, Laub- und Nadelbäume in allen Größen, es summt, brummt und krabbelt. Außerdem ist der Wolkenhimmel inzwischen viel aufgelockerter und die Kraxelei lässt uns schwitzen. Zeit, eine Lage auszuziehen.

Kurz darauf wird der Weg zusätzlich noch sehr nass und moorig. Wir scheinen auch den Weg verloren zu haben, denn von roten Pflöcken fehlt jede Spur. M und L folgen je einem Trampelpfad, während ich mit den Kindern warte. Schließlich hat M Glück und entdeckt einen abgesägten Ast und kurz darauf auch die nächste reguläre Markierung. Wir versuchen trockenen Fußes durch das Moor zu kommen.

Eine Weile nimmt die Steilheit etwas ab, dafür hören wir Schafe läuten und links von uns eröffnet sich eine Wiese, nur wenig durchsetzt von kleinen Birken. Überhaupt werden die Bäume niedriger, krumpeliger, wettergegerbter.

Ein Blick zurück zeigt, dass der Fjord weit unter uns liegt. Blauer Himmel dazu und Sonne, es ist herrlich. Aber noch liegt ein gutes Stück vor uns. Wir kraxeln weiter, ich übernehme von M den Rucksack, sein Bein schwächelt etwas. An einer Gabelung sehen wir unter uns eine Straße. Der Rückweg wird wohl einfacher sein. Kurze Überlegung, ob M lieber zurück geht. Nein, er möchte weiter. Wir finden einen riesigen Pilz, den wir nicht sicher bestimmen können. Ich lade fix eine Pilzerkennungs-App runter (jaha, Deutschland nimm das! Einfach so mitten im Wald auf einem Berg ne App runterladen!), aber eine sichere Bestimmung gelingt nicht. So bleibt der Pilz im Wald.

Langsam erwandern wir uns Meter um Meter. Ich ächze noch etwas mehr, als zuvor. Der Rucksack ist voll und schwer. Nach 16:00 erreichen wir die 625m ü NN, wir haben gerade so die Baumgrenze passiert, Moose und kleine Büsche mit (leider nicht Blaubeeren) Rauschbeeren. Das Wetter ist perfekt, wir finden eine windgeschützte Stelle.











Zeit, um den Kocher anzuschmeißen und ein spätes Mittag zuzubereiten. Es gibt zweierlei Reis (mit Thunfisch und mit Käsesauce). Alle sind hungrig und ratzfatz sind die Vorräte aufgebraucht.

Eigentlich sind es noch etwa 300 Höhenmeter und eine unklare Weglänge (bis hierher waren wir nur etwas über 2km gegangen) bis auf den eigentlichen Gipfel. Aber es ist irgendwas zwischen 17:00 und 18:00 Uhr, wir müssen noch einkaufen und die Leihoma wollte Abendessen kochen.

Also beschließen wir uns auf den Rückweg zu machen. Vorsichtiger noch als beim Aufstieg setzen wir nun Fuß vor Fuß. Gerade an moorigen Stellen, bei der Überquerung kleiner Bäche und wenn der Weg einfach extrem steil ist. Die Kinder machen prima mit.

An der Gabelung entscheiden wir uns für den einfacheren Rückweg, der über eine Straße führt (die wohl gerade neu gebaut wird). Der Weg dahin führt über einen ganz ganz schmalen, steilen Schafstieg, direkt am Hang. Links geht es einfach nur runter. Zur Rechten entdecke ich ein Schafskelett. Gruselig und unerwartet. Aber beim zweiten Blick immerhin schon so verwest, dass nur noch Knochen und einige Wollreste übrig sind.

Wir erreichen die Straße und wandern zurück. Das ist (zumindest für meine Beine) noch mal recht herausfordernd, weil der Boden viel weniger nachgibt und die Straße trotzdem stiel runter zurück ins Dorf führt.

Kurzer Stop im Einkaufsladen und dann fahren wir zurück zu den Hütten. U erwartet uns bereits, der Essen ist schnell fertig gekocht.

Wie immer im Urlaub sind die Kinder spät, aber platt im Bett. Wir Erwachsenen sitzen noch eine Weile beisammen und erzählen.

Freitag, 12. Juli 2019

12 von 12... (im Juli)

Caro sammelt die 12 Ferienbilder des 12.


Projekt: Wir lassen uns ein Fenster wachsen nimmt langsam schon Form an. Und riecht gut.



Schnell noch die Hühner rauslassen und füttern.


Auswärts Kaffee, Besuch aus UK.


Wir sitzen unterm Blätterdach...


und beobachten gut getarnte, sehr hungrige Spatzen.


Brause zum Frühstück! Ach nee, heutzutage heißt das ja "homemade raspberry lemonade"


Die Spatzen werden mutiger und bedienen sich am Nachbartisch.


Stadtimpressionen.





Gartenimpression mit Regen.


Freitag, 5. Juli 2019

WmdedgT... (im Juli)

Juli. Ferien! Frau Brüllen sammelt, wie immer.

Ich stehe gegen neun auf, die Kinder und Oma sind auch noch gar nicht viel länger wach. Das Fahrrad habe ich zum Glück schon gestern mit dem Mann zusammen ins Auto geladen. Gegen halb zehn sitzen wir daher zu viert im Auto, die Kinder zwischen sich den Lenker.

Da "morgens" ja eher nicht so meine Zeit ist, fährt meine Ma mich netterweise ein Stück Richtung Institut. Ich lade an einem Kreisel mein Rad aus, die Kinder samt Oma düsen davon. Sie wollen in die Bücherei um Lesenachschub für die Ferien zu besorgen.

Ich radele zum Institut. Es geht erstmal nur bergauf, meine Beine melden stechende Schmerzen, meine Lunge... ach lassen wir das.

Ich komme an, mache mich frisch. Und dann kommt auch schon der Chef reingesaust mit einem großen Stapel ausgedruckter Paper. Unser neues Paper hat ein beeindruckend langes Quellenverzeichnis.

Das Telefon klingelt. Ein etwas merkwürdiger Anruf, es scheint ein alter Kommilitone des Kollegen zu sein. Ich telefoniere dem Kollegen hinterher, aber es ist besetzt. Nun gut.

Ich schreibe weiter am Paper. Viele Seiten, viele Formeln. Ich hasse das Formeltool. Aber es geht voran. Irgendwann, es muss schon fast Mittagessenszeit sein, kommt der Kollege von einem Auswärtstermin. Wir wollen zur Mensa, da klingelt gerade das Telefon. Der alte Kommilitone. Ich höre raus, dass er auf der Suche nach Klatsch ist - leider gibt es hier aber auch nicht die spannendsten Storys.

Wir machen uns recht spät zur Mensa auf, aber es ist noch geöffnet und die Salatbar noch nicht leer gegessen.

Nachmittags dann: tippen, mehr tippen. Vakuumpumpenöl abholen. Noch eine kleine Scheibe Brot essen. Dann satteln der beste Freund und ich recht zeitig die Räder und machen uns auf den Rückweg.

Ich schaffe die 26km, wenn auch nicht glanzvoll. Ich komme an und irgendwann lässt auch das Stechen in den Beinen nach und meine Lunge tut nur das, was sie soll. Wir halten zweimal, um die Storchennester samt Störche zu fotografieren. Dreimal Nachwuchs in dem einen und mindestens ein kleiner Storch in dem anderen Nest. Schön! Ein paar Wochen zum Wachsen haben sie noch, bevor sie ihre lange Reise gen Süden antreten.

Zu Hause angekommen ist passend das Abendbrot fertig. Danach gehe ich erstmal die salzige Schwitzschicht abduschen. Letzte Reisechecks mit meiner Ma und den Kindern. Die Kinder sind total aufgedreht und aufgeregt, dementsprechend spät gehen sie ins Bett.

Um 21:30 stehen wir im Nähzimmer und wollten eigentlich noch etwas räumen und Stoffe suchen. Aber es ist spät, ich bin so müde. Der Mann und der beste Freund raffen sich auf und räumen zumindest noch etwas im Büro rum. Meine Ma und ich schnappen uns den Router und tragen ihn ins Erdgeschoss.

Wir verquatschen uns noch etwas, der beste Freund radelt irgendwann wieder zurück nach Hause und wir beschließen den Abend mit der letzten Folge Good Omens. Super Serie, für mich die beste des Jahres - egal was noch kommt.

Morgen bringen wir die Kinder und Oma zum Zug. Die Kinder werden eine Woche Ferien in Holland machen. Wir Erwachsenen so geniale Erwachsenendinge wir Steuererklärung, Bankunterlagen und mal wieder: dem immer noch fehlenden Grundbucheintrag hinterher telefonieren.