Tagebuchbloggen... wie immer.
Montag. Ich liebe von 2:30 bis 4:00 wach. Das... nervt, aber ich weiß auch, dass es jeden Tag besser wird. Der Alltag kehrt zurück und nie habe ich mir etwas sehnlicher gewünscht, als einen banalen Alltag, in dem nichts spannendes passiert. Nagut, fast.
Als Mann und Kinder um 7:30 das Haus verlassen, drehe ich mich nochmal um. Dann duschen, anziehen, Sachen zusammenpacken, Sportklamotten einpacken. Ich bin kurz vor 10h in der Uni und gehe erstmal Stickstoff holen.
Es ist absolut herrlich und so nervig es ist, bei hässlichem Muschpuschwetter draussen zu stehen, so schön ist es heute. Nach einer halben Stunde sind die Dewargefässe voll und ich schleppe sie zurück zum Lastenaufzug.
Laborrunde. Ich fülle die Kühlfalle auf, mache eine neue Mischung, fahre zwei weitere Vakuumpumpen hoch und befülle die dazugehörigen Kühlfallen ebenfalls.
Danach versuche ich im Krankenhaus telefonisch einen Arzt zu erreichen. Kriege eine Schwester ans Telefon, dann den Stationsarzt. Er ist in Eile, die Visite läuft noch. Aber er verspricht mir, sich zu kümmern. Ich bin skeptisch, habe aber Hoffnung.
Dann ist es auch schon fast Zeit zum Mittagessen und ich suche meine Tupperdose. Die liegt noch im Auto, also gehe ich zum Parkplatz, genieße das frühlingshafte Wetter und mache mir zurück im Büro meine Blumenkohlpfanne warm. Dazu gibt es den einen Kaffee des Tages, den ich mir freundlicherweise trotz Pantoprazol erlaube. Muss sein. Er ist auch dünn und mit mehr Milch, als Kaffee.
Weitere kurze Laborrunde, Studiprotokolle abholen, mit dem Chef schnacken, Rücksendung eines Pakets vorbereiten. Ich muss noch ein Formular für die Personalabteilung scannen, aber leider wird das Dokument nicht gespeichert. Also bitte ich die Sekretärin mit ihrem Scanner um Hilfe, wir reden einen Moment. Schön. Sie war in den letzten Wochen eine große Hilfe, einfach so da, obwohl wir sonst nie viel Kontakt haben. Das war toll und wichtig für mich. Ich bin ihr sehr dankbar.
Damit endet mein kurzer Arbeitstag heute schon. So ganz Alltag ist eben doch noch nicht. Ich gehe rüber zur Cafeteria, kaufe eine Fruchtschorle und Süßkram. So gut ausgestattet fahre ich zum Fitnessstudio und laufe mit erhöhtem Tempo eine halbe Stunde auf dem Laufband. Danach Krafttraining. Fühlt sich alles gut an, am Ende bin ich durchgeschwitzt und eine Ahnung von Serotoninausschüttung macht sich bemerkbar. Gut so, ich brauche das. Mein psychisches Gleichgewicht ist doch fragil und ich brauche jedes bißchen Glücksgefühl, dass ich kriegen kann.
Unter der Dusche überlege ich, ob man samt dem Schokoduschgel-Geruch einfach für immer stehen bleiben kann. Gefangen unter angenehm heißen Wasser und in einer Wolke von Schokoduft.
Aber nein. Ich setze mich wieder ins Auto (immer noch der Leihwagen, anderes Thema) und fahre noch vor Einsetzen des schlimmsten Feierabendverkehrs zur Rehaklinik. Das Wetter ist absolut herrlich, 12°C, Sonne. Ich hoffe, dass der beste Freund fit genug zum Spazieren gehen ist.
Ist er. Nach Klärung offener Fragen des besten Freundes ("Wieviele Lagen Kleidung brauche ich? Geht das über die Braunüle?" - Ääähhh... geh mal auf den Balkon, heute ist Frühling!) machen wir uns zu einer Spazierrunde auf. Klappt gut, wir gehen etwas weiter, als beim letzten Mal.
Danach checken wir nochmal Medikamenten-Wechselwirkungen und stellen fest: hätte sich schon mal ein Arzt angucken sollen. Narf. Die ärztliche Versorgung in der Rehaklinik ist doch verbesserungswürdig.
Ich fahre nach Hause, verpasse leider knapp das Abendbrot. Dafür werde ich vom Minimann informiert, dass es heute "verbranntes Essen und Pistolen" gäbe. Auf meinen doch sehr verwirrten Blick zeigt er mir eine Spritze, die er geschenkt bekommen hat. Und es stellt sich raus, dass es eigentlich Flammkuchen geben sollte, aber auf Gemüsepfanne umgeschwenkt wurde. Nun denn, während ich meine Gemüsepfanne mümmele, berichten der Mann und ich uns vom Tag.
Schlecht: Mein Auto braucht eine neue Lambda-Sonde, die Familienkutsche ist immer noch nicht fertig. Wir fahren also weiterhin mit dem Leihwagen. Aber immerhin scheint es, als würde sich da diese Woche noch was tun.
Ebenfalls schlecht: Der KiGa hat die ganze Woche nur eine Notgruppe auf, weil zu viele Erzieherinnen krank sind, genau wie die Vertretungskräfte. Also war der Minimann heute mit meinem Mann auf Arbeit - was er total toll fand.
Gut: Es gab leckeres Abendbrot, die Kinderbetreuung für diese Woche kriegen wir hin. Der Große hat prima für die Mathearbeit geübt.
Danach treffen wir uns alle im grossen Bett zum Vorlesen und Kuscheln. Die Kinder wandern in ihre Betten und ich würde am liebsten auch gleich liegen bleiben. Mache ich aber nicht. Ich raffe mich nochmal auf.
Mein Mann stellt mir eine neue Laufplaylist zusammen, ich kopiere Fotos für das (aufgeschobene) Fotobuch für die Leihoma. Dann packe ich viele Pakete aus. Meine Ma hat mir eine total schicke Strickjacke gestrickt, meine Lush-Bestellung kam an und Amazon brachte eine neue Pfanne und ein Paket für den besten Freund. Telefonat mit diesem bringt kurz darauf eine Welle neuer Informationen und meine Hoffnung von heute Vormittag, dass der Arzt sich kümmert, ist wahr geworden. Juhu, endlich gute Nachrichten. Es geht alles wieder ein bisschen voran, nachdem es am Wochenende für den besten Freund ein paar Schritte zurück ging.
Ich nähe noch eine Kleinigkeit, buche ein Hotel für die Tagung im Mai und dann geht es auch ins Bett.
Montag, 5. März 2018
Samstag, 24. Februar 2018
Mit 9 Jahren...
Trotz schlimmer Männererkältung bei meinen Dreien haben wir wenigstens versucht ein ganz kleines bißchen Sofa-Geburtstagsfeeling aufkommen zu lassen. Ich hab Browniemuffins gebacken und der Geschenketisch wurde einfach im Wohnzimmer aufgebaut. Die Feier an sich haben wir verschoben. Macht auch gar nichts, mehr als die Hälfte der Gäste liegt nämlich ebenfalls flach.
Mit 9 Jahren...
Mit 9 Jahren...
- ist 1,30 cm groß
- und 23 kg schwer
- kann man sich manchmal nicht zwischen Lego City und Lego Minecraft entscheiden
- oder ob man gleich richtig Minecraft spielt
- hat man das erste Zeugnis mit Noten bekommen
- und sich vorgenommen sich noch ein bißchen zu verbessern
- freut man sich auf Urlaube und möchte auch mitentscheiden
- damit man auf jeden Fall irgendwo Angeln kann
- gibt man sein Taschengeld für Zeitschriften und Lego aus
- und übt mit Duolingo Englisch
- weil es einem in der Schule nicht schnell genug geht
- bildet man ein super Team mit dem kleinen Bruder
- wenn man sich nicht gerade streitet
- findet man Hausarbeit selbstverständlich
- und bietet deshalb immer gern eine helfende Hand an
- außer man guckt gerade Drachenzähmen oder Sendung mit der Maus
- spielt man unheimlich gern Gesellschaftsspiele
- und wartet sehnsüchtig auf das nächste Kapitel "Maus und Mystik"
- überwindet man manche Ängste ganz vorsichtig und behutsam
- aber ekelt sich trotzdem ein bißchen vor allem Medizinischen
- liest man ganz viel selbst
- und freut sich jeden Abend über gemeinsames Lesen (gerade Harry Potter 2)
- steht man kurz vorm silbernen Schwimmabzeichen
- findet Schulsport aber oft auch doof.
- kann man schon mal "schnell was googlen"
- und bleibt dann beim Minecraft-Pedia Hopping stecken
- plant man schon den diesjährigen Gemüsegarten
- und braucht man ein neues größeres Fahrrad.
Herzlichen Glückwunsch mein Großer!
Samstag, 10. Februar 2018
Berg- und Talfahrt...
In dem Trubel ging WmdedgT diesen Monat leider total unter. Obwohl mein Mann an dem Tag doch Geburtstag hatte.
Ein Tag, der mir inzwischen sehr sehr lange her kommt, denn so viel ist geschehen. Aus einem Hoffnungsschimmer wurde am Ende etwas ganz anderes.
Aber die Hoffnung war ja immer "heilbar" und die hat sich erfüllt. Nun denn, der beste Freund hat ein neues Leben geschenkt bekommen. Ich bin so dankbar. Dankbar, dass es Ärzte gibt, die ihren Job ernst nehmen, die sehr gründlich sind, die auch mal "outside the box" denken. Nun ist er in guten Händen und jeden Tag geht es ein Stückchen bergauf.
Heißt das auch, dass es für mich jetzt jeden Tag bergauf geht?
Ein Tag, der mir inzwischen sehr sehr lange her kommt, denn so viel ist geschehen. Aus einem Hoffnungsschimmer wurde am Ende etwas ganz anderes.
Aber die Hoffnung war ja immer "heilbar" und die hat sich erfüllt. Nun denn, der beste Freund hat ein neues Leben geschenkt bekommen. Ich bin so dankbar. Dankbar, dass es Ärzte gibt, die ihren Job ernst nehmen, die sehr gründlich sind, die auch mal "outside the box" denken. Nun ist er in guten Händen und jeden Tag geht es ein Stückchen bergauf.
Heißt das auch, dass es für mich jetzt jeden Tag bergauf geht?
Samstag, 3. Februar 2018
Hoffnungsschimmer...
Happiness can be found even in the darkest of times,if one only remembers to turn on a light. - Albus Dumbledore
Mittwoch, 31. Januar 2018
Mein Lieblingssatz im Januar...
stammt von Sascha Lobo.
Als Mutter eines schulpflichtigen Kindes kann ich da leider nur zustimmen.
Eigentlich geht es in dem Artikel um Sprachsteuerung und die Veränderungen, die moderne Sprachassistenten in unsere Wohnzimmer tragen. Lesenswert.
Die Folgen werden so tiefgreifend sein wie beim Smartphone, das alles veränderte außer den deutschen Bildungsapparat, der traditionell mit der Geschwindigkeit der Kontinentaldrift auf Veränderungen reagiert.
Als Mutter eines schulpflichtigen Kindes kann ich da leider nur zustimmen.
Eigentlich geht es in dem Artikel um Sprachsteuerung und die Veränderungen, die moderne Sprachassistenten in unsere Wohnzimmer tragen. Lesenswert.
Dienstag, 30. Januar 2018
Schlafmangel...
Wenn man in die Mühlen des deutschen Gesundheitssystems gerät (und ich bin nur die Begleitperson) und nicht von Athen nach Marathon, sondern von Arzt zu Arzt läuft.
Wenn Warten Paradedisziplin wird.
Wenn jeder Termin Hoffnung macht, die sich doch wieder zerschlägt.
Wenn jede neue Information neue Fragen aufwirft.
Wenn Krankheiten ausschließen schon ein Erfolg ist und man trotzdem nicht weiß, welche Diagnose an die frei gewordene Stelle tritt.
Wenn man sich unvermittelt über jeden "guten" Tag freut und jeden "schlechten" gemeinsam versucht durchzustehen.
Wenn nachts mit der Dunkelheit die Angst kommt. Die Gedanken kreisen und man gefangen ist zwischen Sorge, Hoffnung und Verzweiflung.
Dann leidet man schnell unter einem großen Schlafdefizit.
Manchmal aber nimmt man ein paar Stunden der Nacht gerne wach in Kauf. So auch hier, denn heute lag endlich endlich der neue Roman von Preston & Child "The City of Endless Night" in meinem Briefkasten. Sooo lange musste ich warten, denn ein Paket aus den Tiefen von Arizona, US braucht eine ganze Weile bis hierher.
Aber einmal im Jahr warte ich gern auf mein signiertes Hardcover. Und für ein paar Stunden entflieht der Geist in andere Welten, ist abgelenkt und darf zur Ruhe kommen. Und jetzt entschuldigt bitte, ich muss lesen!
Donnerstag, 18. Januar 2018
Riksgränsen - Winterurlaub im polaren Winter
30. Dezember bis 05. Januar. Der erste "richtige" Urlaubstag beginnt dunkel und spät. Erst gegen halb zehn versammeln wir uns alle zum gemütlichen Frühstück und schauen ins Dämmerlicht, das langsam über die Berge kriecht.
Es ist stellenweise bewölkt, aber dort, wo der Himmel klar ist, entfaltet sich während der Tagesstunden ein magisches Licht. Die Sonne, die nicht über den Horizont emporsteigt, leuchtet Wolken und Berge an. Man kann sich kaum satt sehen am Farbenspiel.
Trotzdem packen wir uns alle dick ein und gehen raus, denn natürlich wollen wir auch den meterhohen Schnee genießen. Direkt hinter unserem Haus beginnt ein Berg und dort finden wir auch schnell eine prima Schlittenstrecke. Das Dorf ist ruhig, nur ab und zu wird die Ruhe von Schneemobilen unterbrochen. Überall wohnen oder urlauben Familien mit Kindern, die ebenso draußen toben und spielen, wie unsere. Nach dem Jahreswechsel wird es noch leerer und stiller. Es ist ganz und gar herrlich hier.
Die hellen Stunden nutzen wir zum Langlaufen auf dem zugefrorenen See, zum Schlittenfahren, spazieren, Iglu bauen. Der Große macht sich jeden Tag besser auf den Skiern und auch ich komme langsam voran. Auf dem See ist es natürlich einfacher, denn es geht weder hügelab- noch aufwärts. Wenn es gegen 14:30 wieder dunkel wird, gehen wir rein und spielen gemütlich.
Wir haben mit den Kindern vor einiger Zeit die Kampagne von Maus & Mystik begonnen und jetzt in den Ferien ist die Muße und Zeit da, um ganz ausführlich und ohne Zeitdruck zu spielen. Gegen Abend machen wir oft eine "Nachtwanderung" und natürlich gehen wir fast jeden Tag einkaufen, denn fünf Personen brauchen schon viel und vor allem Getränke sind schwer zu schleppen.
Eine unserer abendlichen Spaziergänge führt uns kurz hinter die Zollstation. Mit einem Schritt wechseln wir von Schweden nach Norwegen. "Ich bin zu Fuß nach Norwegen gegangen." wird der Große später erzählen. Und erst nach einer dramatischen Pause hinzufügen, dass es ja nur etwas 500 m Wegstrecke waren.
Natürlich kaufen wir "typische" Produkte im Einkaufsladen. Am Neujahrstag probieren wir Rentierfilet; zwei große runde Packungen Knäckebrot und zwei Tuben Fischcreme schaffen es am Ende auch unbeschadet zurück nach Hause. Wir trinken eine leckere schwedische Brause, Glögg (ohne Alkohol), Cidre und Julmost. Die Kinder bleiben an der Süßkramwand hängen und wir Erwachsenen essen uns durch einige Sorten Marabou-Schokolade, die es hier nicht gibt. Da Minimanns Haut auf die vielen Lagen Kleidung und gerade das Gesicht auch empfindlich auf die Kälte reagiert, kaufe ich eine Kindercreme, die ganz schnell nur noch als "Milchreiscreme" bezeichnet wird. Ich rieche es zwar nicht so sehr, aber Minimann ist fest überzeugt, dass diese beste aller Cremes nach Milchreis riecht. Na dann.
Das Silvesterfest wird hier ganz nach meinem Geschmack gefeiert. Die Norweger im Haus neben uns stellen vormittags einen großen Grill auf und Grillen über offenem Feuer. Um die Feuerstelle herum wird eine Sitzgelegenheit aus dem Schnee geschaufelt und mit bunten Decken belegt. Um Mitternach gibt es ein schönes Feuerwerk. Und ich meine Feuerwerk! Praktisch keine nervigen und einfach nur lauten Böller, die tagelang erschrecken. Die Kinder, die erst Angst vor dem Lärm haben, schauen schnell begeistert durch die großen Fenster nach draußen und erfreuen sich an den Lichtern.
Viel zu schnell vergehen die Tage, wir sind alle richtig traurig, dass die Woche vorbei ist. Das Licht, der Schnee, das klirrend kalte aber trockene Wetter, die Gemütlichkeit - das alles vermissen wir schon, noch bevor es ganz vorbei ist.
Es ist stellenweise bewölkt, aber dort, wo der Himmel klar ist, entfaltet sich während der Tagesstunden ein magisches Licht. Die Sonne, die nicht über den Horizont emporsteigt, leuchtet Wolken und Berge an. Man kann sich kaum satt sehen am Farbenspiel.
Trotzdem packen wir uns alle dick ein und gehen raus, denn natürlich wollen wir auch den meterhohen Schnee genießen. Direkt hinter unserem Haus beginnt ein Berg und dort finden wir auch schnell eine prima Schlittenstrecke. Das Dorf ist ruhig, nur ab und zu wird die Ruhe von Schneemobilen unterbrochen. Überall wohnen oder urlauben Familien mit Kindern, die ebenso draußen toben und spielen, wie unsere. Nach dem Jahreswechsel wird es noch leerer und stiller. Es ist ganz und gar herrlich hier.
Die hellen Stunden nutzen wir zum Langlaufen auf dem zugefrorenen See, zum Schlittenfahren, spazieren, Iglu bauen. Der Große macht sich jeden Tag besser auf den Skiern und auch ich komme langsam voran. Auf dem See ist es natürlich einfacher, denn es geht weder hügelab- noch aufwärts. Wenn es gegen 14:30 wieder dunkel wird, gehen wir rein und spielen gemütlich.
Wir haben mit den Kindern vor einiger Zeit die Kampagne von Maus & Mystik begonnen und jetzt in den Ferien ist die Muße und Zeit da, um ganz ausführlich und ohne Zeitdruck zu spielen. Gegen Abend machen wir oft eine "Nachtwanderung" und natürlich gehen wir fast jeden Tag einkaufen, denn fünf Personen brauchen schon viel und vor allem Getränke sind schwer zu schleppen.
Eine unserer abendlichen Spaziergänge führt uns kurz hinter die Zollstation. Mit einem Schritt wechseln wir von Schweden nach Norwegen. "Ich bin zu Fuß nach Norwegen gegangen." wird der Große später erzählen. Und erst nach einer dramatischen Pause hinzufügen, dass es ja nur etwas 500 m Wegstrecke waren.
Natürlich kaufen wir "typische" Produkte im Einkaufsladen. Am Neujahrstag probieren wir Rentierfilet; zwei große runde Packungen Knäckebrot und zwei Tuben Fischcreme schaffen es am Ende auch unbeschadet zurück nach Hause. Wir trinken eine leckere schwedische Brause, Glögg (ohne Alkohol), Cidre und Julmost. Die Kinder bleiben an der Süßkramwand hängen und wir Erwachsenen essen uns durch einige Sorten Marabou-Schokolade, die es hier nicht gibt. Da Minimanns Haut auf die vielen Lagen Kleidung und gerade das Gesicht auch empfindlich auf die Kälte reagiert, kaufe ich eine Kindercreme, die ganz schnell nur noch als "Milchreiscreme" bezeichnet wird. Ich rieche es zwar nicht so sehr, aber Minimann ist fest überzeugt, dass diese beste aller Cremes nach Milchreis riecht. Na dann.
Das Silvesterfest wird hier ganz nach meinem Geschmack gefeiert. Die Norweger im Haus neben uns stellen vormittags einen großen Grill auf und Grillen über offenem Feuer. Um die Feuerstelle herum wird eine Sitzgelegenheit aus dem Schnee geschaufelt und mit bunten Decken belegt. Um Mitternach gibt es ein schönes Feuerwerk. Und ich meine Feuerwerk! Praktisch keine nervigen und einfach nur lauten Böller, die tagelang erschrecken. Die Kinder, die erst Angst vor dem Lärm haben, schauen schnell begeistert durch die großen Fenster nach draußen und erfreuen sich an den Lichtern.
Viel zu schnell vergehen die Tage, wir sind alle richtig traurig, dass die Woche vorbei ist. Das Licht, der Schnee, das klirrend kalte aber trockene Wetter, die Gemütlichkeit - das alles vermissen wir schon, noch bevor es ganz vorbei ist.
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